3.3. Justizvollzug



Der Strafvollzug gehörte bis 1918 in Preußen zum Ressort des Innenministeriums, seitdem zum Ressort des Justizministeriums. Die Justizvollzugsanstalten sind mit dem Vollzug von Freiheitsstrafe und Untersuchungshaft betraut und haben dabei gemäß den Vorgaben des Vollstreckungsplans unterschiedliche im Laufe der Jahrzehnte oft mehrmals wechselnde Belegungsschwerpunkte, die sich an Geschlecht und Alter der Gefangenen, der Dauer der Haftzeit, den Möglichkeiten zum offenen Vollzug und den speziellen Behandlungs- und Resozialisierungsangeboten der jeweiligen Anstalten orientieren.
Vorrangige Archivalien aus dem Straf- oder Justizvollzug sind neben den Verwaltungsakten der Anstalten die - exemplarisch archivierten - Gefangenen-Personalakten, die bis 1998 geführten gebundenen Gefangenenbücher sowie die 1932 bis 1998 geführten Gefangenenkarteien.
Eine besondere Aufgabe innerhalb des Resozialisierungsprogramms der Justizvollzugsanstalten nehmen (neben der Sozialtherapeutischen Anstalt Gelsenkirchen) die sozialtherapeutischen Abteilungen der Anstalten in Düren (ca. 1970 bis 1990/94) sowie in Aachen, Euskirchen, Heinsberg, Siegburg und Willich I wahr. In diesen Abteilungen werden vor allem Täter therapiert, die wegen schwerwiegender Sexualdelikte verurteilt und durch Eigenbewerbung oder durch Empfehlung einer Justizvollzugsanstalt in die Sozialtherapie überstellt wurden.
Für die Unterbringung schuldunfähiger Straftäter (Maßregelvollzug) ist die organisatorisch außerhalb der Justiz angesiedelte forensische Psychiatrie zuständig.