1.1.3.3. Akten



Während der Vereinigung Kleve-Marks mit Jülich-Berg (1521-1614) war der herzogliche Rat auf der Schwanenburg (zu Beginn des 17.Jh. auch die Landkanzlei genannt) oberste Behörde für das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark geblieben. Die Teilung der Behörde 1610 durch die Errichtung eines Geheimen Rates und die Beschränkung der alten Landkanzlei auf die Gerichtsssachen fand mit dem Aussterben der alten adeligen Land- und Kanzleiräte ca. 1624 ihr Ende, da der Geheime Rat auch ihre Funktion übernahm.<p/> In der Registratur hat diese Teilung keine Spuren hinterlassen. Nach Absonderung der Amtskammer (um 1557 Rechenkammerordnung) und des (Steuer-) Kommissariats (1623 Kriegszahlamt) hatte der Geheime Rat, später die Königliche Geheime Regierung als wesentliche Aufgaben die Publica (Hoheits- und Grenzsachen, Lehenssachen, Geistliche Sachen) und die Judicialia als Gericht I. Instanz für die Eximierten und als Appellationsinstanz für die Untergerichte. <p/>
Das Ende des 16. Jh. eingerichtete, mit dem Rat (Landkanzlei) konkurrierende Hofgericht (Ordnung von 1597) wurde 1749 durch den Großkanzler Cocceji mit der Regierung vereinigt. Der Geheime Rat, im 17. Jh. noch oberste dem Kurfürsten bzw. König unmittelbar unterstellte Landesbehörde, war im 18. Jh. praktisch dem Geheimen Etatsministerium (Kabinettsministerium) und dem Justizdepartement, als Gericht dem 1702 errichteten Oberappellationsgericht nachgeordnet. <p/>
Der Präsident der Geheimen Regierung war Mitglied des Geheimen Staatsrats in Berlin. Durch Königlichen Erlaß vom 11.9.1803 wurde die Klevische Regierung, die seit der Besetzung Kleves durch die Franzosen 1794 ihren Sitz in Emmerich hatte, mit der neu errichteten Regierung Münster vereinigt. Die Verwaltung der Hoheits-, Geistlichen und Armensachen ging an die Kammer in Hamm über. <p/>
Bei der Neuverzeichnung 1949-1953 sind die von Lacomblet 1843 gebildeten Gruppen und Signaturen beibehalten worden.<p/> Der für die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Kleves zu den Nachbarterritorien besonders wichtige Abschnitt betreffend Geldern, Burgund, Utrecht, Niederlande, Ravenstein hat durch Kriegseinwirkungen nachhaltige Schäden erlitten. Um 1970 wurde der Bestand umsigniert.
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