1.6.1. Handschriften



Der von Lacomblet vor 1857 gebildete Handschriftenbestand umfaßte unter A (siehe Gliederungspunkt Erläuterung des Findbuchs oder F.W. Oediger (Bearb.), Das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände, Bd. 5, Siegburg 1972, S.176-182) ”alle handschriftlichen Werke, welche eine wissenschaftliche Aufgabe zum Gegens-tande haben", unter B (wie vor bzw. F.W. Oediger (Bearb.), ebd., S. 182-188) die Kartulare und unter C (ebenso bzw. bzw. F.W. Oediger (Bearb.), ebd., S. 188-189) die Mann- und Lehnbücher. <p/>

1921 wurde der Restbestand, nachdem man die Kartulare und Lehnregister - aber nicht die Register - wieder in die Bestände zurückgenommen hatte, nach dem heute noch gültigen Sachschema (A-N) aufgestellt, wobei die einzelnen mit Buchstaben bezeichneten Obergruppen die gleiche Unterteilung erhielten (mit Ausnahme der später gebildeten Abteilungen O, Q, Z) : I Jülich, II Berg, III Kleve, IV Mark, V Kurköln nebst kölnischem Westfalen, VI Geldern, VII Moers, VIII Essen und andere reichsunmittelbare Gebiete, IX andere deutsche Gebiete, X Ausland, XI Allgemeines. Die genaue Verzeichnung erfolgte in den Jahren 1967-1969 als Vorarbeit für die Bestandsübersicht. <p/>

Die Abgaben des alten Bestandes an das Stadtarchiv Aachen (1965), das Rijksarchief Arnheim (1926, 1941), die Königliche Bibliothek Berlin (1875), das Geheime Staatsarchiv Berlin (1869, 1970), das Stadtarchiv Bonn (1970), das Algemeen Rijksarchief Brüssel (1941), das Historische Archiv der Stadt Köln (1948, 1962; heute unter den folgenden Signaturen im Bestand ”Handschriften aus Düsseldorf“: B V 2; C V 1; E V 3; G V 5; G V 7; H V 1; H XI 3; J V 1; K V 3-12 und 14; L V 5), das Staatsarchiv Lüttich (1947), das Rijksa-rchief Maastricht (1926, 1941), das Staatsarchiv Münster (1857, 1869, 1953, 1965) sind der folgenden Übersicht abzulesen. <p/>

Zu den Kriegsverlusten zählen die Handschriften A IV 13; B II 3, 6; D I 1-2; D XI 4; G V 2; J III 5; K III 9 a, 13, 16; L II 11; L V 8; N I 6 XII; N III 1, Bd. 2, 4-11; N XI 7, darunter insbesondere das Märkische Register (1539-73; A IV 13), der beiden Teschenmacher’schen Vitae (D I 1-2) und der Teile der van Dorthschen Sammlung, die 1945 bei der Archivalienauslagerung auf dem Kahn ”Main 68“ abgesunken sind, des Liber S. Pantaleonis (G V 2), der 1939 in einem mitteldeutschen Bergwerk geborgen worden war.<p/>

Von den wertvolleren Zugängen seit 1875 sind die Abgaben des Geheimen Staatsarchivs Berlin von 1869, der Niederländischen Archivverwaltung aus der Collectie van Spaen 1941/ 48, der Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf 1951 (Q) zu nennen (vgl. dort die Anmerkungen zu den Vorbesitzern). Die Leihgaben der Stadtarchive Aachen (1965) und Köln (1926/ 1962) sind nicht in den Handschriftenbestand eingeordnet worden.<p/>

Von besonderem künstlerischen Wert sind die beiden Meßbücher der klevischen Hofkapelle (G III 2-3) und das Evangeliar aus Sint Truiden (G XI 1). Ebenso traf dies auf den verlorenen Liber S. Pantaleonis zu. Von besonderem geschichtlichen Wert sind die kleve-märkischen Register (A III-IV), die klevische Chronik und die Bes-chreibung Kleves durch den Archivar Wüsthaus (C III 5 und E III 1), weiter die Sammlung der klevischen Stadtrechtsquellen (K III), die Knappsche Manuskriptensammlung zur jülich-bergischen Geschichte (N I 1-3), die Sammlung des Weseler Predigers van Dorth (N III 1), deren Bedeutung weit über die Reformationsgeschichte der Stadt Wesel hinausgeht, während von der Sammlung des jülich-bergischen Archivars v. Redinghoven nur die in Düsseldorf und an anderen Stellen zurückg-ebliebenen Reste ins Archiv gelangt sind.<p/>
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