1.1.3.4. Kleve, Kammer (und Unterbehörden)



Kleve, Kammer: 1723 März 4 wurden die Commissariats- und Amts-Cammer-Collegia zur Königlichen Kriegs- und Domänenkammer vereinigt. Die Kammer zerfiel in zwei Departements 1) Kriegssachen, Verpflegung der Truppen, Marschsachen, Einquartierung, Rekrutierung, Schatzung, Akzise, Manufakturen, Polizei, Bausachen, Consolidationes, Exemtiones, Peraequationes, Brausachen, Gewinn und Gewerbe, Armenrechnungssachen, Steuer- und Akziserechnungen, Feuersozietätssachen, Festungssachen, Wegereparaturen (-reparationes), rathäusliche und Kreditsachen; 2) Domänensachen, Schlütereien und Renteien, Verpachtungen, Mühlensachen, Forst- und Jagdsachen, Wasser- und Landzoll, auch Wehrzoll und Viehlizent, Mollbrauereien, Ward- und Kribbenwerke, Bau- und Reparationssachen der königlichen Gebäude und Pachthöfe, Deichschauen, Grenzsachen. <p/>
1724 Juni 26 wurden die Domänen- und Steuersachen des Fürstentums Moers der Kammer mit aufgetragen, die zwei Deputierte (deputati camerae) in Moers selbst verwalteten. Während der französischen Besatzung 1757-1763 versah eine Landesdeputation die Geschäfte, ebenso 1758-1763 eine Kammerdeputation in Hamm für die Grafschaft Mark, die 1767 wieder eingerichtet und 1787 in eine selbständige Kammer verwandelt wurde. Die 1764 eingerichtete Geldern-Moersische Kammer mit dem Sitz in Moers wurde 1770 wieder aufgelöst und Moers erneut der Klevischen Kammer zugewiesen, die seitdem den namen Kleve-Meursische Kriegs- und Domainenkammer führte. Nach der Besetzung des linksrheinischen Gebietes 1794 durch die Franzosen wurde die Kammer nach Wesel verlegt, 1803 Dezember 8 aufgehoben und mit der Kammer Hamm vereinigt. In Wesel blieb der Kriegsrat von Rappard als deputatus camerae. Bald nach der Abtretung an das Großherzogtum Berg 1806 wurden beide Stellen aufgelöst. <p/>
Die Registraturen, die 1767 aus dem archivum regiminis die älteren Domanialakten erhalten hatten, sind 1771 neu geordnet, die auf dem Schloß zu Kleve lagernden Akten 1812 zum größten Teil vernichtet worden, als man die Räume für das Gefängnis brauchte, so daß sich im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen nur die Akten betreffend das rechtsrheinische Kleve befinden, soweit sie 1807-1810 aus Hamm an das Großherzogtum Berg abgegeben worden sind. Mit dem Bestand vereinigt hat man hier die Akten des Generaldirektoriums Berlin betreffend das linksrheinische Kleve, die Preußen 1807 auf Grund des Tilsiter Vertrages an Frankreich abgegeben hatte. 1926 gab das Rijksarchief Arnhem die Akten betreffend die Ämter Huissen und Zevenaer an das damalige Staatsarchiv Düsseldorf ab. <p/>
Die Aufteilung der Kammerakten innerhalb des Landesarchivs ist so geregelt, daß die Abteilung Rheinland in Düsseldorf die klevischen Generalakten und die Spezialakten der Kammern Kleve und Hamm betreffend das Herzogtum Kleve und die Entschädigungslande Essen, Werden, Elten, die Abteilung Westfalen in Münster die Spezialia der Kammer Kleve betreffend die Grafschaft Mark (als Vorakten der Kammer Hamm) und die Akten der Kammer Hamm, soweit sie sich auf die Grafschaft Mark beziehen, aufbewahrt. <p/>
Über die Hälfte der Kammerakten befand sich auf dem Kahn ”Main 68“, der im März 1945 von Bomben getroffen im Mittellandkanal unterging. Soweit möglich sind die Akten nach den Registraturplänen von 1771 aufgestellt worden. Für die Forstregistratur liegt das alte Verzeichnis nicht mehr vor. Die Hammer Akten ließen sich nach den Aufschriften ”Zur klevischen Registratur“, ”Essen-Werdensche Registratur“, ”Zur Rechenkammer“ gliedern. Eine Aufstellung nach den alten Signaturen der einzelnen Stücke konnte nur bei den Akten der Landeskreditkommission und des Generaldirektoriums Berlin durchgeführt werden. Die Kammerakten selbst haben nur selten eigene Signaturen, da die aus dem Kahn ”Main 68“ geborgenen Akten meist mit den Aktendeckeln verlorengegangen sind.<p/>
Kelve, Kammer Berlin: Etwa 1025 Aktenstücke zumeist des Generaldirektoriums Berlin betreffend das linksrheinische Kleve, die Stadt Wesel und die Herrschaft Wertherbruch, wahrscheinlich 1807 aufgrund des Tilsiter Friedens an Frankreich ausgeliefert. <p/>
Xanten, Kreisregistratur: <p/>
Registratur der Kriegs- und Steuerräte für den oberen westrheinischen Städtekreis: Büderich, Kalkar, Kervenheim, Orsoy, Uedem, Xanten. Die Akten der Orte Goch, Vossheide, Pfalzdorf und Grieth sind verloren. Die Registratur, die im Jahr 1818 auf die genannten Städte aufgeteilt worden war, ist 1938 ins Staatsarchiv gelangt. Erhalten sind etwa 1680 Aktenstücke, ca. 40 % des 1818 vorhandenen Bestandes.<p/>
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