1.1.3.6. Gerichte



Auf Veranlassung des Staatskanzlers von Cocceji wurden am 3. Oktober 1753 die bisherigen Gerichte (Richterämter) aufgehoben und an ihrer Stelle vier Landgerichte Kleve, Xanten, Wesel und Dinslaken geschaffen.<p/> Bestehen blieben die königlichen Gerichte Huissen, Zevenaer, Emmerich/Lobith, Rees/Hetter/Isselburg, Schermbeck, Duisburg sowie die Gerichte der Unterherrschaften (Jurisdiktionen). Oberinstanz war die Regierung in Kleve, seit 1803 für die rechtsrheinischen Gerichte die Regierung Münster. <p/>
Unabhängig hiervon bestanden das Gouvernementsgericht Wesel (für das Personal der Festung und die zur alten Festung gehörigen Gründe bis 1806) und das für das Herzogtum Kleve zuständige französische Koloniegericht zu Wesel (für die hugenottischen Refugiés), das dem Oberkoloniegericht in Berlin nachgeordnet war (aufgelöst 1806 August 5). <p/>Durch Verordnung vom 21. Oktober 1766 wurde in Wesel ein Kriminalgericht für das ganze Herzogtum eingerichtet, das die Voruntersuchung führte und die Akten dann der Regierung in Kleve zur Entscheidung einsandte. <p/>
Die linksrheinischen Gerichte wurden Ende 1794 vorläufig und dann am 23. Januar 1798 endgültig aufgelöst, das Landgericht Wesel 1808 August 19, als die Stadt Wesel dem Kaiserreich Frankreich einverleibt wurde. Die Gerichte Emmerich und Rees wandelte man 1810 in Friedensgerichte um. Im Gebiet südlich der Lippe, das bei der Einrichtung des französischen Lippedepartements beim Großherzogtum Berg geblieben war, hob man die alten Gerichte 1811 Dezember 17 auf .<p/>
Die Akten der linksrheinischen Gerichte sind vom Landgericht Kleve, die der rechtsrheinischen zumeist von den Amtsgerichten Emmerich, Wesel, Duisburg und Dinslaken angegeben worden. <p/>
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