2.14.5. Postverwaltung



Bei den seit 1850 bestehenden Oberpostdirektionen (von 1934 bis 1947 lautete die Bezeichnung ”Reichspostdirektionen“) handelte es sich um dem Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen unmittelbar nachgeordnete Bezirksbehörden. Ihnen waren die Ämter des Post- und Fernmeldewesens untergeordnet.<p/>
1876 vereinte Reichskanzler Bismarck Reichspost und Telegrafenverwaltung zu einer obersten Reichsbehörde, der "Reichs-Post und Telegraphenverwaltung". Die Reichspost wurde nach dem Reichspostfinanzgesetz vom 18. März 1924 als selbstständiges Unternehmen in die Verwaltung des Reichspostministeriums eingegliedert.<p/>
Im Gebiet des heutigen Landes NRW bestand bis 1943 noch die Reichspostdirektion Aachen, die hauptsächlich aus kriegsbedingten Gründen aufgehoben wurde, wobei ihre Aufgaben an die Direktion in Köln übergingen. Eine Oberpostdirektion in Minden war bereits 1934 aufgelöst worden.<p/>
Die Besatzungsbehörden der britischen Zone schufen im Herbst 1946 eine Reichspostoberdirektion in Bad Salzuflen, die beim Zusammenschluss der amerikanischen und britischen Zone 1947 ihre Arbeit wieder beendete.<p/>
1950 wurde die Deutsche Bundespost die Nachfolgerin der Deutschen Reichspost. Sie nahm als Behörde die Aufgaben des Post- und Fernmeldewesens im nationalen und internationalen Bereich wahr. Der Teilbereich Postwesen bestand dabei nicht nur aus dem eigentlichen Postdienst. Zu ihm gehören auch etliche weitere Dienste wie Postscheckdienst, Postsparkassendienst, Postzeitungsdienst, Postrentendienst, Rundfunkdienst und Postreisedienst.<p/>
Seit 1954 änderte sich die Organisation der Postämter, indem Verwaltungsaufgaben bei größeren Ämtern zusammengefasst und kleine Dienststellen diesen angegliedert wurden. Der steigende Umfang des Fernmeldedienstes machte die Schaffung von Fernmeldeämtern erforderlich, die neben den Aufgaben des Fernmeldebetriebs auch den Bau und die Unterhaltung von Fernmeldeanlagen übernahmen.<p/>
1989 gingen aus dem Poststrukturgesetz Deutsche Bundespost Postdienst, DBP Postbank und DBP Telekom hervor. Mit dem Poststrukturgesetz vom 1. Juli 1989 wurde die ehemalige Deutsche Bundespost neu strukturiert ("Postreform I"). Folgende organisationsrechtliche bzw. ordnungspolitische Änderungen brachte die neue Struktur u.a. mit sich: Aufteilung der Deutschen Bundespost in die Sektoren Deutsche Bundespost Postdienst, Deutsche Bundespost Postbank und Deutsche Bundespost Telekom; Trennung des hoheitlich/politischen Bereiches vom unternehmerisch/betrieblichen Bereich; Umwandlung der Kundenbeziehungen der Unternehmen von öffentlich-rechtlichen in privatrechtliche Vertragsverhältnisse; Auflösung des Monopols für Telekommunikationsendgeräte. <p/>
1990 wurde die Deutsche Post der DDR in die Deutsche Bundespost eingegliedert.<p/>
1995 erfolgte die Gründung von Deutsche Post AG, Deutsche Postbank AG und Deutsche Telekom AG nach dem Postneuordnungsgesetz.<p/>
Die zweite Postreform war überwiegend eine Verwaltungsreform. Die drei Postunternehmen wurden in die privatrechtliche Rechtsform von Aktiengesellschaften überführt. Gleichzeitig wurde die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation gegründet. Sie sollte die Interessen des Bundes als Anteilseigner an den drei Aktiengesellschaften wahrnehmen sowie Kontroll- und Koordinierungsaufgaben erfüllen. Die weiterhin notwendigen staatlichen Regulierungsaufgaben wurden zunächst von einer Abteilung im Bundesministerium für Post und Telekommunikation (1997 aufgelöst) wahrgenommen.
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken