3.1.5. Amtsgerichte



1. Entstehung: 1879; sie traten mit einem etwas veränderten Zuständigkeitsbereich im Gebiet des rheinischen Rechts an die Stelle der Friedensgerichte, im Gebiet des Allgemeinen Landrechts übernahmen sie den größten Teil der Aufgaben der bisherigen Kreisgerichte<p/>
2. Schließung: <p/>
3. Zuständigkeiten: Zahlreiche von den Amtsgerichten bearbeitete Gebiete der Streitigen und der Freiwilligen Gerichtsbarkeit haben zu entsprechender archivalischer Überlieferung geführt: Familienstreitsachen (seit 1977, vorher beim Landgericht); Grundbuchsachen; Konkurse (seit 1999: Insolvenzen, seitdem für den jeweiligen Landgerichtsbezirk nur im Amtsgericht am Sitz des Landgericht); Landwirtschaftssachen (seit 1953 in Einzelfällen - stufenweise - Konzentration in einzelnen Amtsgerichten für mehrere Amtsgerichtsbezirke; in der NS-Zeit zusätzlich die Erbhofsachen des "Anerbengerichtes"); Nachlasssachen (Testamente und Erbscheine); öffentliche Register (seit 2000 Konzentration in einzelnen Amtsgerichten für mehrere Amtsgerichtsbezirke); Todeserklärungen, Standesamtssachen (Zivilstandsangelegenheiten) und andere Urkundssachen; Verwaltung mit den Akten zur Baugeschichte und zur Organisation des eigenen Hauses sowie zur Aufsicht über Notare, Gerichtsvollzieher und Schiedsleute; Vormundschaften (in der NS-Zeit zusätzlich die Zwangssterilisation durch die "Erbgesundheitsgerichte"); Zivilprozesse (bis zu einer im Laufe der Zeit mehrfach angehobenen Streitwertgrenze; Fälle oberhalb dieser Grenze werden vom Landgericht behandelt); eher selten zu Zwangsverwaltung, -versteigerung und -vollstreckung (hierunter fallen keine "Arisierungs"-Maßnahmen der NS-Zeit). Dagegen gibt es in den Archivbeständen der Amtsgerichte keine archivalische Überlieferung aus den vor dem Amtsgericht geführten Strafprozessen (Aktenführung und -weglegung bei den Staatsanwaltschaften!), aus Mahn- und Bußgeldsachen, aus der Gerichtskasse und der Rechtsantragsstelle.
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