1.1.1.11. Geheimes Geistliches Archiv



Das consilium ecclesiasticum, 1601 zur Durchführung der tridentinischen Reform im Erzbistum eingerichtet, hat, nach ursprünglich wirkungsvoller Tätigkeit, seit 1615 unter verschiedenen Bezeichnungen (Senatus, Consistorium, Conferentia) ein nicht recht greifbares Dasein geführt. <p/>
1733 September 30 bestellte Erzbischof Clemens August einen Chur- und fürstlichen Geistlichen Extra Conferential Rath mit einem Direktor und acht Räten (von denen aber später meist nur vier bis sechs tätig waren).<p/> Dieser Rat hatte alle an den Erzbischof gerichteten Schreiben in geistlichen Angelegenheiten - auch aus den anderen Bistümern des Erzbistums - in einem Geistlichen Conferential Protokoll dem Erzbischof vorzulegen, dessen Entscheidungen in das Protokoll eingetragen und anschließend durch die Geheime Kanzlei ausgearbeitet und ausgefertigt wurden.<p/>
Nach dem Tode des Erzbischofs 1761 ist die Konferenz nicht mehr erneuert worden, wenngleich die Geistlichen Räte, die schon vorher z.T. Titularräte waren, in den Hofkalendern weitergeführt wurden. Die Vorarbeit oblag seit 1784 dem Geheimen Geistlichen Referendar der Geheimen Staatskanzlei, der die Protokolle erst der Geheimen Staatskonferenz, seit deren Auflösung 1786 unmittelbar dem Erzbischof vorlegte. <p/>
Die Akten, die 1812 aus Arnsberg an die französische Regierung abgegeben worden sind, befinden sich im Bestand Kurköln II. Die Hauptabgabe von 1869 liegt mit einigen Abweichungen in der Reihenfolge des Arnsberger Verzeichnisses von ca. 1800 (Kurköln VIII 612).<p/> Bei der Aufstellung 1872 hat man eine Anzahl älterer, aus dem alten Archiv ausgesonderter Litteralien meist des 16. Jh. dem Bestand beigefügt.<p/> In dem 1965/1967 neu bearbeiteten Verzeichnis sind die Hinweise auf die in Kurköln II, in den Staatsarchiven Koblenz und Münster vorhandenen Teile mit eingearbeitet. Ca. 400 Akten aus dem Bestand Kurköln II wurden 2005 in den Bestand Kurköln VIII umgelegt.
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