1.1.1.16. Gerichte



Nach einer Aufzeichnung des 17. Jh. konnten im rheinischen Teil des Erzstifts in reinen Zivilsachen in erster Instanz angegangen werden.
<p/> A der Offizial in Köln und in einigen Gebieten seiner eigenen Jurisdiktion auch der Offizial des Bonner Archidiakons;
<p/> B die Schöffengerichte;
<p/>C Amtmann und Amtsverwalter;
<p/>D Witwen-, Waisen- und Armensachen konnten unmittelbar beim kurfürstlichen Hofrat in Bonn anhängig gemacht werden.<p/>
Nach der Gerichtsordnung von 1537 konnte der weltliche Richter keine Klagen gegen geistliche Personen und wegen Ehe-, Zehnt-, Geistlicher Lehenssachen usw. annehmen; nach der Ordnung von 1593 der Offizial keine Klagen in Lehen-, Hofes- und Latensachen. <p/>Für die Lehen bieb das kurfürstliche Manngericht zuständig (später der Hofrat). Die Hofes- oder Burgerichte sollten nur über Güter, die zu ihren Verbänden gehörten, urteilen. <p/>
Zweite Instanz waren für Klagen beim Offizial (A) bis 1766 der Offizial, für die Schöffengerichte des Niederstifts (bis 1653) das Schöffengericht (Hohes Weltliches Gericht) in Köln, für das Oberstift das Schöffengericht (Hohes weltliches Gericht) in Bonn. <p/>
Für die Amtsverhöre und die Urteile der Unterherren selbst bildete der kurfürstliche Hofrat die Oberinstanz. Seit 1653 war das Weltliche Hofgericht in Köln Appellationsinstanz für die weltlichen Untergerichte des ganzen Erzstifts, seit 1766 der Hofrat für weltliche Klagen, die in erster Instanz beim Offizial vorgebracht wurden. <p/>
Dritte Instanz waren für die weltlichen Urteile des Offizialats das revisorium vor dem kurfürstlichen Hofrat, für das Weltliche Hofgericht die obersten Reichsgerichte, seit 1786 das Oberste Appellationsgericht.
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