5. Oberste Landesorgane NRW



Im Folgenden sind Bestände der Verfassungsorgane, der Staatskanzlei, der Ministerien sowie der Behörden, Einrichtungen und Betriebe mit landeszentralen Zuständigkeiten aufgeführt. Wegen ihres beträchtlichen Umfangs sind die Bestände des Statistischen Landesamtes bzw. des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik und diejenigen zu Entnazifizierungsunterlagen in eigenständigen Ordnungspunkten zu finden. Neben diesen Provenienzbeständen gibt es vier Sammelbestände, in denen gleichförmige Akten verschiedener Provenienzen zusammengefasst sind: das Urkundenarchiv der Landesregierung (NW 1), die Geschäftsverteilungs-, Akten- und Organisationspläne (NW G), die Ordensverleihungen der Landesregierung (NW O und NW OA) sowie Karten und Pläne der Ministerien (NW Karten).</p>

Außer den Sammelbeständen bildet jede Ablieferung einen NW-Bestand. Diese Bestände sind fortlaufend numeriert. Das archivierte Schriftgut einer Provenienzstelle setzt sich also aus mehreren NW-Beständen zusammen, die erst in ihrer Gesamtheit die Tätigkeit der Behörde dokumentieren. Insgesamt umfassen die Unterlagen die Jahre von 1945 bis zur Gegenwart. Solche Akten, die vor 1945 abgeschlossen wurden, sind als Vorakten in dem jeweiligen Bestand belassen und in den Beschreibungen der einzelnen Geschäftsbereiche berücksichtigt worden. In der großen Mehrzahl der Fälle stammt der jeweilige Bestand aus der abgebenden Stelle, mitunter enthält er aber auch abgeschlossene Akten aus Vorgängerbehörden. Informationen zu Vorgänger- oder Nachfolgebehörden bieten unter dem jeweiligen Klassifikationspunkt die Skizzen zur Behördengeschichte. Die zahlreichen Um- und Neuressortierungen haben schließlich dazu geführt, dass thematisch zusammenhängende Bestände auf verschiedene Provenienzen verteilt sind. So sind bspw. Recherchen, die den Bereich ”Soziales“ berühren, in den Beständen von insgesamt sechs Ministerien durchzuführen. In derartigen Fällen ist eine Beratung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Rheinland des Landesarchivs sinnvoll. </p>

Die Benutzung der hier präsentierten relativ jungen Archivalien ist an die Sperrfristen des Landesarchivgesetzes NRW und an die Schutzfristen des Bundesarchivgesetzes gebunden. Die Sperrfristen des Landes definiert § 7 Absatz 2, die Schutzfristen des Bundes § 5 Absätze 1 bis 3. Nach diesen Bestimmungen darf Archivgut erst 30 Jahre, nachdem die Akte geschlossen worden ist, eingesehen werden, sofern keine anderen Rechtsvorschriften gelten. Diese Regelung umfasst alle Archivalien. Archivgut, das sich auf natürliche Personen bezieht, wie z. B. die Entnazifizierungsunterlagen, aber auch die Vorgänge zu Ordensverleihungen, können mit einer Einwilligung der Betroffenen eingesehen werden. Darüber hinaus ist es möglich, die personenabhängigen Fristen (10 Jahre nach Tod bzw. 90 Jahre nach Geburt) für Forschungszwecke zu verkürzen. Schließlich darf Schriftgut, das besonderen Rechts- oder Geheimhaltungsvorschriften unterliegt, erst nach 60 Jahren benutzt werden. Das gilt beispielsweise für Steuerakten und Statistik-Unterlagen. Detaillierte Informationen dazu und zu Verfahrensfragen erhalten Sie bei dem Landesarchiv Nordrehin-Westfalen, Abteilung Rheinland. </p>

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