1.1.2.6. Hofkammer



Eine eigene Rechenkammer wird zuerst in einer Ordnung von 1547 Dezember erwähnt (Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 30 S. 10). Ende des 17. Jh. erhält sie den Namen Hofkammer.<p/>
Sie ist zuständig für die Verwaltung der Einnahmen aus den Domänen und Regalien (den Gefällen), aber nicht für die direkten Steuern. Die Landrentmeisterei ist ihre Kasse. 1802-1804 wird sie mit der Steuerdirektion zur Abteilung II der Landesdirektion vereinigt; 1804-1806 ist sie in der Herzoglichen Regierung aufgegangen. Beim Anmarsch der Franzosen läßt man die Hoheits- und Hofkammerregistratur, die Litteralien der Exjesuitenkongregationen und einzelne jülichsche Amtsarchive nach Styrum und weiter in die Johanniterkommende Wesel bringen. Ein Nachen mit Steuerlitteralien wurde von den Franzosen bei Mönchenwerth aufgebracht und der Inhalt in den Rhein geworfen. Die Reste der Hofkammer-, Exjesuiten- und Steuerregistraturen wurden 1794 bei der Beschießung des Schlosses vernichtet. 1801 verlangten die französischen Kommissare Dorten und Bilderbeck die Auslieferung der auf Jülich bezüglichen Akten. Sie haben sich dabei auf die Akten der beiden Obergerichte, auf die Kameralakten und die geflüchteten jülichschen Amtsregistraturen beschränkt. Durch die Auslieferung sind die jülichschen Kellnereirechnungen, die Bergwerks- und Exjesuitenakten dem Schicksal entgangen, das die Registraturen in der Alten Kanzlei 1809 traf, die auf Drängen des Finanzministers Beugnot bis auf etwa ein Fünftel vernichtet wurden. Der Aktion fielen in der Kameralregistratur die bergischen Kellnereirechnungen vor 1750 zum Opfer.
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