1.1.2.12. Landstände



Die Privilegien des Landes Jülich wurden im 16. Jh. in einer Kiste beim Hauptgericht Jülich aufbewahrt. Die Schlüssel dazu verwalteten ein Vertreter des Hauptgerichts, der Landdrost und die Inhaber der vier Erbämter. Die Privilegien des Landes Berg wurden seit 1555 in der Lambertuskirche zu Düsseldorf aufbewahrt. 1624 ist die Rede von einer Kiste mit Protokollen in der Gerichtsstube. Privilegien, Briefe und Siegel der bergischen Ritterschaft, die beim Tode des Herzogs Johann Wilhelm (1609) der Rittmeister Johann von Lohausen in Verwahr genommen hatte, wurden im gleichen Jahr diesem abgefordert. 1718 wurde der Skribent des Syndikus, Kohle (als Landtagsarchivarius), zur Einrichtung des bergischen Ritterschaftsarchivs bestellt. 1734 ließ man die Archive beider Ritterschaften, die bisher die Syndici in Verwahr gehabt hatten, in ein eigens errichtetes Archivgewölbe bei den Dominikanern in Köln überführen, das aber 1766 wegen Baufälligkeit und Feuchtigkeit geräumt werden mußte. Aus dem Kloster der Unbeschuhten Karmeliter in Köln wurde das Landtagsarchiv 1791 nach Düsseldorf, 1794-1795 nach Osnabrück und Bremen geflüchtet, kam 1803 nach Düsseldorf zurück, lagerte 1804-1806 im Kapitelshaus zu Essen und seit 1806 im Karmelitessenkloster zu Düsseldorf. 1829 wurde das Archiv der bergischen Ritterschaft , 1830 das der jülichschen Landstände, das sich auf Haus Strauweiler (Graf Wolff von Metternich) befand, dem Staatsarchiv übergeben. Den altritterschaftlichen Familien wurden dabei u.a. das Original des Privilegs Kaiser Josefs II. von 1787 sowie Doppelstücke der Protokolle 1599-1804 und der Wappenbücher überlassen (1911 im Speeschen Archiv auf Haus Heltorf). 1829 erwarb man aus dem Nachlaß des letzten jülichschen landständischen Sekretärs Robens zu Aachen etwa 300 Aufschwörungstafeln, Kollektaneen usw. 1907 gab das Stadtarchiv Köln den 1889 aufgefundenen Nachlaß des jülichschen Syndikus Melchior von Vehlen im Tausch gegen die Kölner Testamente an das Staatsarchiv ab. Die Syndici der jülichschen und bergischen Hauptstsädte (seit 1654) und die Unterherren hatten ihre eigenen Registraturen. Das Archiv der bergischen Hauptstädte wurde 1794 von Düsseldorf nach Wipperfürth geflüchtet.
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