6.1.2. Duplikate



Das Preußische Allgemeine Landrecht wurde am 1. Januar 1815 in den rechtsrheinischen Gebieten eingeführt. Darin waren Führung und Inhalte der Kirchenbücher geregelt. Der zuständige Küster war verpflichtet, ein originalgetreues Duplikat des Kirchenbuches anzulegen und zu führen. Nachdem der Pfarrer die Richtigkeit des Duplikats beglaubigt hatte, wurde es beim zuständigen Ortsgericht verwahrt. Diese Duplikate fanden sich später bei den Amtsgerichten, die nach ihrer Gründung nach und nach die Aufgaben der Ortsgerichte übernommen haben.
Die Aufzeichnungen der Duplikate mussten mit den Grenzen der Bürgermeistereien übereinstimmen. Da diese Grenzen und die Grenzen der Kirchengemeinden sich manchmal überschnitten, existieren teilweise örtliche Überlieferungseinheiten. Jüdische Personenstandsfälle wurden von 1822/23-1847 innerhalb der Grenzen der Bürgermeistereien beurkundet. Ab 1874 wurden Juden innerhalb von Ortsgrenzen registriert.
Das Personenstandsarchiv verwahrt die Duplikate der Kirchenbücher, die von den Amtsgerichten Borbeck, Bottrop, Dinslaken, Duisburg, Emmerich, Essen, Hattingen (nur Langenberg), Mühlheim a.d. Ruhr, Rees, Ruhrort, Schwelm (nur Langerfeld, seit 1924 rheinisch), Steele, Werden und Wesel übernommen worden sind. DIe Gliederung in den Beständen erfolgte nach Pfarreien anstatt nach kommunalen Verwaltungseinheiten.

Umfang: 1.127 Bände, 28 lfd. m.
Laufzeit: 1814-1965