1.3.5.3.1 Familienberatung und Schulpsychologischer Dienst




Beschreibung :
Zu den Aufgaben der Familienberatung zählen die psychologische Beratung und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern sowie die Zusammenarbeit mit Fachkräften sozialpädagogischer Einrichtungen im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KHJG). Die Angebote umfassen: 1) die Prävention, Information und Beratung zu allgemeinen Fragen und zur Bedeutung von Erziehung und Entwicklung (§16 KHJG), 2) die Information, Beratung und Begleitung bei Partnerschaft, Trennung und Scheidung (§17 und 18 KHJG), 3) beraterische und therapeutische Unterstützung und fördernde Behandlung bei individuellen oder familienbezogenen Problemen (§28 und 36 KHJG) sowie 4) fallunabhängige Leistungen (für Fachkräfte anderer Institutionen). Ab1978 gibt es eine eigene psychologische Beratung für türkische Familien. Der gesetzliche Auftrag gemäß KJHG bezieht sich in der Arbeit auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 25. Lebensjahr sowie deren Eltern und Bezugspersonen. Ziel der Familienberatung ist es, das Familiensystem, in welchem die Kinder und Jugendlichen aufwachsen, wieder soweit herzustellen, dass mit Problem- und Konfliktsituationen umgegangen werden kann.

1929 wird die erste Erziehungsberatungsstelle als zunächst private Einrichtung an das Jugendamt angegliedert. Dies geschah vor dem Hintergrund der Fürsorge für gefährdete Jugendliche, welche in ihren Familien aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der daraus resultierenden Probleme mit Schwierigkeiten konfrontiert waren. Der Fokus lag in der Arbeit allerdings noch auf den Kindern und Jugendlichen selbst.Ca. 1958/1959 wurde die, damals noch, Erziehungsberatungsstelle mit zwei hauptamtlichen und 4 nebenamtlichen Kräften eingerichtet, 1961 wurde der erste hauptamtliche Diplompsychologe angestellt. Das Augenmerk lag in der Arbeit noch auf den Kindern und Jugendlichen selbst, besonders in Hinblick auf Schulschwierigkeiten. Ab Anfang bis Mitte der 1960er Jahre verstand man sich langsam einerseits immer mehr als Koordinationszentrum in der Zusammenarbeit mit anderen sozialpsychologischen Einrichtungen, andererseits wurde die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Herkunftsfamilien verstärkt. Auch traten prophylaktische Maßnahmen immer stärker in den Vordergrund. Vor diesem Hintergrund ist auch der Wandel von der Erziehungsberatung hin zur Familienberatung zu sehen. Um der steigenden Nachfrage nach den Angeboten der Erziehungsberatung nachzukommen wurden in den 1970er Jahren Zweigstellen in den Bezirken, mobile Beratungsstellen sowie eine Stelle im Kinderheim Sülz eingerichtet. 1980 wurde die Jugendberatung an den Berufsschulen an das Jugendamt abgegeben.

Die Bestände der Erziehungs- bzw. Familienberatung vor 2009 umfassen überwiegend Einzelfallakten. Aufgrund sehr flacher oder fehlender Verzeichnung werden die vom Archiveinsturz 2009 betroffenen Akten im Zuge der Bestandszusammenführung hauptsächlich dem X-Bestand 483 Erziehungsberatung zugeordnet werden.
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