53 Gesundheitsamt (Gesundheitsmuseum)



Signatur : Acc. 1824


Inhalt :
Zur Geschichte des Deutschen Gesundheitsmuseums

Am 25. April 1914 wurde in der Daukirche, in der Straße Im Dau, das Museum für Volkshygiene eröffnet Es war eine Einrichtung der hygienischen Volksbelehrung mit den

Schwerpunkten Tuberkulosebekämpfung und Aufklärung über Geschlechtskrankheiten. Leiter des Museums war Professor Dr. Eugen Czaplewski. Er schied 1931 aus. Sein Nachfolger wurde der Oberarzt am Hygienischen Institut der Universität Köln und spätere Universitätsprofessor Dr. Karl Pesch. Nach einer vorübergehenden Schließung dominierten die

Rassenhygiene und die Bevölkerungspolitik. Das Museum wurde 1943 durch einen Bombenangriff zerstört.

Ab 1946 versuchte der Kölner Gesundheitsdezernent, Franz Vonessen, die noch vorhandenen Ausstellungsstücke in ein neues Museum zu übertragen und ein Gegenstück zum Hygienemuseum in Dresden zu etablieren. Er konnte den ehemaligen Leiter der Dresdener Einrichtung, Georg Seiring, und weitere Mitarbeiter von dort für das Projekt in Köln

gewinnen. Neben der Stadt Köln wurden das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesrepublik Deutschland Träger des ”Deutschen Gesundheitsmuseums, Zentralinstitut für

medizinische Aufklärung". Höhepunkt der Arbeit des Deutschen Gesundheitsmuseum war die 1951 veranstaltete Ausstellung ”Ein Ja zum Leben" auf dem Kölner Messegelände.

Die Hauptaufgabe des Museums, das seinen Sitz auf dem Gelände der Krankenanstalten Merheim hatte, war die ”hygienische Volksbelehrung". Dazu wurden Broschüren, Flugblätter und ein großer Gesundheitsatlas erarbeitet und in einem eigenen Verlag gedruckt. Darüber hinaus erfuhr das Museum durch seine Werkstätten, in denen Modelle des menschlichen Körpers - hervorzuheben sind der ”Gläserne Mensch" und die ”Gläserne Frau" - weltweite

Anerkennung.

Mitte der 1950er Jahre entschieden sich die Träger für einen Neubau am Aachener Weiher, der von Wilhelm Kreis, Architekt des Deutschen Hygiene-Museums geplant wurde. Dieses Vorhaben aber scheiterte.

Die Stadt Köln schied 1964 als Träger des Museums aus und das Land Nordrhein-Westfalen folgte diesem Schritt ein Jahr später. Damit war die finanzielle Basis nicht mehr gesichert. 1967 beschloss die Gesundheitsministerkonferenz die Arbeit des Museums weiterzuführen. Es erhielt daraufhin den Namen ”Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung".

Umfang : 1,30 m, 10
Bemerkung :
Die hier verzeichneten zehn Einheiten des Accession 1824 wurden dem Historischen Archiv am 28. April 2000 vom Bundesarchiv Koblenz übergeben.Aktenbildende Stelle war das Gesundheitsamt der Stadt Köln, Abteilung 613 - Gesundheitsfürsorge. Die Akten sind wahrscheinlich als Vorprovenienz in die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzgA), der von der Bundesrepublik Deutschland getragenen Nachfolgeinstitution des DGM (Deutsches Gesundheitsmuseum), und später in das Bundesarchiv gelangt.Weitere Unterlagen zum Gesundheitsmuseum finden sich in Acc. 2 und Acc. 5 sowie in den Acc. 1301.Angaben aus dem Zugangsbuch des HAStK: 1. Übernahmedatum: 01.06.2001; 2. Gegenstand: Deutsches Gesundheitsmuseum; 3. Umfang: 10 Ordner; 1,5 m; 4. Abgebende Stelle: 53/ Gesundheitsamt; 5. Lagerort vor dem Einsturz: Magazin Friedrich-Wilhelm-Gymnasium; 6. Sonstige Hinweise: Acc. 1824;
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