Bachmann, Kurt



Signatur : Best. 1615


Inhalt :
Bachmann, Kurt, 1909-1997, Gerber, Parteifunktionär, KPD, DKP.

1. Übernahme des Nachlasses

Der persönliche Nachlass von Kurt Bachmann wurde vom Erben Paul Bachmann, Köln, übernommen und am 16.3.2000 unter der Akzessions-Nummer 2835/2000 verzeichnet.

2. Ordnung und Verzeichnung

Neben persönlichen Papieren, genealogischen Unterlagen und Korrespondenzen enthält der Nachlass vor allem Materialien aus der politischen und journalistischen Tätigkeit Kurt Bachmanns seit 1945. Hierzu zählen von ihm selbst verfasste Zeitungsartikel, Aufsätze, Bücher, Vorträge und Reden in verschiedenen Entstehungsstufen sowie Sammlungen von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, Broschüren, Druckschriften, Exzerpte und Notizen zu einer Vielzahl von Themen. Darüber hinaus umfasst der Nachlass Fotografien und in geringer Zahl audiovisuelle Medien.

Bei den Unterlagen zu den Familien Bachmann und Klaber wurden Fotografien und Papier getrennt.

Die Korrespondenzen lagen in unterschiedlicher Ordnung vor. Zwei Stehordner enthielten je eine nach assoziativ gewählten Stichworten in etwa alphabetisch geordnete Serie. Diese Serien können zwei aufeinander folgenden Zeiträumen (Schwerpunkt 1960er bis 80er sowie 1977, 1984-1993) zugeordnet werden, überschneiden sich jedoch chronologisch. Außer Korrespondenzen enthalten diese Stehordner weitere Materialien wie Quittungen und Belege, Zeitungsausschnitte und Flugblätter, die zumeist in inhaltlichem Zusammenhang mit den Schreiben stehen, daneben auch handschriftliche Notizen Bachmanns. Gruß- und Gratulationskarten zu Geburtstagen, Weihnachten und Neujahr waren in Mappen oder Umschlägen zu Konvoluten zusammengefasst. Diese vom Nachlasser geschaffenen Einheiten blieben in der vorgefundenen Form erhalten; nur hin und wieder wurden Korrekturen vorgenommen. Lose aufgefundene Briefe und Grußkarten wurden in die entsprechenden Archivmappen eingeordnet.

Die Ablage wurde von Bachmann aber nicht systematisch durchgehalten. Es ist daher immer damit zu rechnen, dass ein Vorgang auf mehrere Orte verteilt ist.

Dies gilt auch für die Sammlungen von Reden und Aufsätzen und die Materialsammlungen, die Kurt Bachmann zu politischen und allgemeinen Themen angelegt hat. Die vom Nachlasser vorgenommenen Ordnungen von Manuskripten, Zeitungsartikeln, Zeitschriftenaufsätzen, Exzerpten, handschriftlichen Notizen und Literaturverzeichnissen wurde in allen Fällen übernommen. In vielen Fällen ist daher ein Sachthema in mehreren Nachlassnummern präsent.

Aus der umfangreichen Bibliothek des Nachlassers wurden diejenigen Publikationen in den Nachlass übernommen, die inhaltlich einen starken Bezug zu seiner politischen bzw. publizistischen Tätigkeit haben, insbesondere Bücher über KPD und DKP bzw. von diesen Parteien herausgegebene Broschüren, sowie alle Bücher mit ausführlicheren Widmungen oder handschriftlichen Eintragungen Bachmanns.

Der größte Teil der übrigen Bücher (ca. 20 m) wurde der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets in Bochum übergeben. Der kleinere Teil der allgemeinen Literatur wurde von der Fachreferentin der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln übernommen.

Da bei den im HAStK verbliebenen Büchern der persönliche Zusammenhang mit Leben und Wirken Bachmanns bestimmend war, wurden in den Büchern alle dort oft zu findenden Zeitungsartikel, Briefe und sonstigen Materialien belassen. Diese Zusatzmaterialien wurden unter den Eintragungen der Bücher mit verzeichnet (Intus). Es kommt daher oft vor, dass sich in Büchern Materialien finden, die eher zu den thematischen Materialsammlungen zugehörig wären. Man überprüfe zu jedem Thema neben den Materialsammlungen daher auch die thematisch passenden Bücher aus dem Nachlass.

3. Benutzungsbestimmungen

Die Benutzung für wissenschaftliche und publizistische Zwecke ist unter der Beachtung der Urheberrechte frei.

Lebenslauf:

am 23.6.1909 in Düren geboren

ab 1932 Mitglied der KPD in Köln

heiratet 1936 seine jüdische Frau Alice Klaber

emigriert 1938 nach Südfrankreich

1942 verhaftet, der Gestapo übergeben

kommt bis 1945 in mehrere Konzentrationslager, überlebt; seine Frau stirbt in Auschwitz

baut nach 1945 die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) mit auf

arbeitet ab 1945 bis zum Verbot der Partei 1956 aktiv in der KPD

gehört 1968 zu den Initiatoren der Konstituierung der DKP, deren Bundesvorsitzender er von 1969 bis 1973 ist

schrieb in der Folgezeit mehrere Bücher über die Nazi-Zeit und den Antifaschismus

engagiert als Antifaschist und in der Friedensbewegung

gestorben am 23. Februar 1997

Vita: Kurt Bachmann wurde am 23.06.1909 in Düren geboren. (Sein Vater ist Handgerber, Gewerkschafter, Kriegsgegner.) Kurt Bachmann geht 1924 nach Köln, absolviert eine Lehre als Ledersortierer, arbeitet ab 1928 in einer Gerberei in Luxemburg, tritt 1929 in die Gewerkschaft ZdA und in die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition ein. Er wird fristlos entlassen, als er sich für gewerkschaftliche Forderungen der Belegschaft einsetzt, wird 1932 Mitglied der KPD in Köln und leitet die Straßenzelle Opernhaus.

Kurt Bachmann vertritt bei den Märzwahlen 1933 die bereits verbotene KPD als Beisitzer und arbeitet nach dem Parteiverbot 1933 illegal für die Partei: er übernimmt im Neusser Hafen von holländischen Rheinschiffern Flugblätter der KPD, verteilt Flugblätter in Köln, schreibt Losungen an Mauerwände, organisiert marxistische Schulungskurse. 1936 heiratet er seine jüdische Frau Alice, die 1942 zusammen mit Kurt Bachmann in Toulouse verhaftet, an die Gestapo ausgeliefert und in Richtung Osten deportiert wird. Alice Bachmann wird in Auschwitz umgebracht, Kurt Bachmann kommt in die Konzentrationslager Johannsdorf, Ratibor, Preiskretscham, Blechhammer, wo er Mitglied der jeweiligen illegalen Parteileitung wird, und schließlich nach Buchenwald. Nach der Befreiung des KZ durch die amerikanische Armee am 12. April 1945 kehrt Kurt Bachmann nach Köln zurück.

(aus: Gegen den braunen Strom, 1991, Seite 14)

Enthält u.a.:

Persönliche Unterlagen;

Zusammenstellung von Dokumenten, unter anderem zu Widerstand und Verfolgung in Köln, Gründungsprotokoll VVN (1930-1949), Interviews mit Hein Niesen und Maria Fensky (1996), Reorganisation des politischen Lebens in Köln 1945-1947, besonders KPD (1978, 1986), auch Schulungsmaterial der KPD Mittelrhein (1945-1949), DKP-Arbeit, -Parteitage, KZ Buchenwald, Bundestagskandidatur für die Deutsche Friedens-Union (1965);

Reden, Schriften, Bücher, Aufsätze von Bachmann über Hitler, Flick, Ernst Thälmann;

Artikel über Bachmann;

Korrespondenz;

Fotografien, Tonbänder, Video- und Audiokassetten;

Anstecknadeln, Sticker, Wimpel

Umfang : 43 Kartons
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