Ballin, Helene



Signatur : Best. 1774


Inhalt :
Helene Adams-Ballin (7. Dezember 1911 - 5. April 2007)

Helene Ballin steht für den deutschen Widerstand gegen das Hitlerregime. Aufgewachsen in einem sozialdemokratischen Elternhaus - Vater und Großvater waren Sozialdemokraten“ - trat sie in jungen Jahren der SAPD (Sozialistische Arbeiterpartei Deutschland) bei - und lernte den jüdischen Buchhändler Gottfried Ballin kennen. Nach der Machtergreifung der Natio-nalsozialisten ging die Gruppe, die aus etwa zwanzig Männern und zwei Frauen bestand, in den Untergrund. Heimlich trafen sie sich in der Kapelle in Köln-Kalk oder in der alten Sülzburg zwischen Rösrath und Lohmar. Dort stand die Druckerpresse, auf der Flugblätter und Zeitungen gedruckt wurden. Sie schrieben Artikel, um das Ausland darauf aufmerksam zu machen, was hier in Deutschland geschah.“ Im Zug und unter ihren Kleidern versteckt schmuggelte Helene Ballin die Schriften über die Grenze nach Lüttich.

1934 wurde die Kölner Gruppe von den Nazis entdeckt. Alle Männer wurden wegen Vorbe-reitung zum Hochverrat zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Gottfried Ballin kam in die Haftanstalt Siegburg. Er sollte am 11. September 1939 entlassen werden. Seine Braut Helene mit gepackten Koffern, Reisetickets und Einreisevisum für Uruguay vor dem Gefäng-nis. Doch es kam nur ein SS-Mann und erklärte ihr, dass der Strafgefangene ins Konzentra-tionslager Sachsenhausen verlegt worden sei.

Helene musste alleine für ihre Familie sorgen, denn der Vater hatte als Gewerkschaftler so-fort nach der nationalsozialistischen Machtergreifung seine Stelle verloren. Der jüdischen Schwiegermutter Anna galt ihre größte Sorge. Als Helene eines Tages von der Arbeit kam, war sie weg. Die Nazis hatten sie abgeholt und ins Konzentrationslager Theresienstadt ver-schleppt. Helene Ballin lief nach Deutz und musste dort mitansehen, dass jüdische Menschen wie Vieh in Eisenbahnwaggons gepfercht wurden. Gottfried Ballin war derweil ins Lager Auschwitz deportiert worden, wo er 1942 von den Nazis ermordet wurde.

Seine Witwe arbeitete nach dem Krieg bei der AWO in Köln. Dabei lernte sie ihren zweiten Mann, Peter Adams, kennen, der von der amerikanischen Militärregierung als Direktor des Kölner Ernährungsamtes eingesetzt wurde.

Sperrvermerk : Gesperrt bis: 2050
Umfang : 2,00 m
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