Brantzky, Franz



Signatur : Best. 1020


Inhalt :
1. Übernahme des Nachlasses

Im November 1945 gab der damalige Stadtkonservator Hans Vogts dem Hauptamt für Erziehung, Kunst und Wissenschaft die dringende Empfehlung, den zeichnerischen und schriftlichen Nachlass des Kölner Architekten und Bildhauers Franz Brantzky für die 1940 beim Kölner Stadtarchiv eingerichtete Abteilung "Kölner Architekten und Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts" zu erwerben.

"Der Nachlaß hat dokumentarischen Wert, weil er einen guten Querschnitt durch das bedeutende Schaffen eines führenden Kölner Künstlers und einen Einblick in das gesamte Kölner Kunstschaffen von etwa 1897 bis 1940 gibt." (Vogts).

1946 wurden die Archivalien von Frau Erna Gutermann, einer Schwester der zweiten Frau Franz Brantzkys, die testamentarisch als Alleinerbin eingesetzt war, zu einem Preis von 1.200,- RM angekauft.

Das Datum der Übernahme des Bestandes ins Stadtarchiv ließ sich nicht ermitteln.

Der Nachlass umfasste 273 Fotos, 316 Blatt Zeichnungen, 44 Rollen, Mappen und Pakete mit Zeichnungen, 8 Notizhefte, 11 Zeitschriftenhefte oder Alben, je einen Band von Brantzkys "Reiseskizzen" und "Architektur" sowie 21 Skizzenbücher mit Architekturmotiven und 4 Skizzenbücher mit malerischen Motiven.

Darüber hinaus waren noch einige Aquarelle, Ölbilder, Skizzen und Skulpturen im Besitz des Konservators, von denen Vogts in einem Vermerk meinte, dass deren Erwerb für das Wallraf-Richartz-Museum in Frage komme, und zwar wahrscheinlich zu günstigen Preisen.

Auch dem Kunstgewerbemuseum ist seinerzeit die Möglichkeit geboten worden, einige Bauzeitschriften zu erwerben.

Was aus diesen Gegenständen aus dem Nachlass geworden ist, war aus den Akten nicht zu ersehen.

2. Ordnung und Verzeichnung

Noch vor dem Erwerb durch die Stadt Köln ist der Nachlass Brantzky geordnet und mit einem von Vogts erstellten Verzeichnis dem Stadtarchiv übergeben worden.

Die Akten, Zeichnungen und Fotografien waren mit komplizierten Signaturen versehen, die sich aus Buchstaben, römischen und arabischen Zahlen zusammensetzten. Sie erhielten bei der Neuverzeichnung laufende Nummern. Die Altsignaturen finden sich unter den jeweiligen Titelaufnahmen.

Schriftstücke, die sich noch in Stehordnern oder Schnellheftern befanden, wurden von rostenden Metallteilen befreit und in die im Archiv gebräuchlichen Mappen gelegt.

Vereinzelt wurden auch Änderungen an der inneren Ordnung der Akten vorgenommen, z.B. Unterlagen zu verschiedenen Projekten voneinander getrennt und neu zugeordnet bzw. gesondert aufgestellt.

Bei der Sichtung der Mappen mit künstlerischen Entwürfen und Ausführungen zeigte sich, daß die frühere Ordnung häufig nicht mehr stimmte, so dass auch hier vielfach Korrekturen erforderlich waren.

Die Fotografien waren bereits im Dezember 1968 von Herrn Viktor Odendahl in einer eigenen Liste erfasst worden. Auch hatte er ein Verzeichnis über die heute nicht mehr vorhandenen Glasnegative erstellt.

Letztere sind inzwischen verfilmt und die noch nicht identifizierten Abzüge in den Bestand eingeordnet worden.

Die Gliederung des Nachlasses erfolgte in Anlehnung an das Verzeichnis des Konservators.

3. Benutzungsbestimmungen

Außer einigen Mappen mit Kohlezeichnungen, die aus konservatorischen Gründen gesperrt wurden, bestehen für die Benutzung des Nachlasses zu Studienzwecken keine Beschränkungen.

Köln, im August 1997

Bearbeiterin: Mechtild Wilkes

Lebenslauf Franz Brantzkys

19.1.1871 als Sohn des Handlungsgehilfen Friedrich Wilhelm Brantzky und seiner Frau Anna geb. Ducoffre in Köln geboren

um 1866 Besuch der Gewerblichen Fachschule der Stadt Köln. Unterricht in Dekorationsmalerei, Modellieren und Zieselieren

1888-1895 Praktische Arbeit im Atelier des Architekten Georg Eberlein in Köln

1896 Selbständiger Architekt. Beteiligung an Wettbewerben. Entwurf zum Bau des Kunstgewerbemuseums in Köln

1897 Entwurf der Bergschule in Bochum (1. Preis)

1898 Entwurf der Handels - und Gewerbekammer Reichenberg in Böhmen (1. Preis)

1902 Eröffnung eines "Atelier für künstlerische Architektur und Ausführung" in München. An der Akademie Schüler von Franz von Stuck

1904 Wiederaufnahme der Tätigkeit in Köln. Bau von Wohnhäusern und Villen in Köln und der weiteren Umgebung

1905 Entwurf zum Ausstellungsbau für die Handwerks- und Handelsausstellung Köln (1. Preis)

1907 Entwurf von Haus Moest, Köln - Königsforst (1. Preis) und der Möhnetalsperre (1. Preis)

1908 Entwurf der Villa Kolvenbach in Rodenkirchen und des Schnütgenmuseums

1909 Entwurf der Kunstgewerbe - und Handwerkerschule Köln (1. Preis)

1910 Entwurf des Bismarckdenkmals Ürdingen (1. Preis), des Römerbrunnens und des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln

1916 - 1918 Kriegsteilnehmer.

Nach dem 1. Weltkrieg Kampf ums Überleben. Ausschaltung von neuen großen Bauaufgaben. Aufträge für Kriegerdenkmäler

1927 Entwurf des Heldenmals in Andernach (1. Preis)

1930 Entwurf des Ehrenmals in Sinzig (1. Preis)

1933/34 Entwurf eines Nationaldenkmals auf der Insel Hammerstein

28.4.1945 völlig verarmt in Dinkelsbühl gestorben

Umfang : 4,00 m Akten und Fotos; 6,00 m Pläne

>> zum Findbuch Best. 1020 Brantzky, Franz
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