Burauen, Theo



Signatur : Best. 1320


Inhalt :
Burauen, Theo, 1906-1987, Kaufmännischer Angestellter, Fraktionsvorsitzender der SPD, Oberbürgermeister von Köln 1956-1973.

1. Übernahme des Nachlasses

Der Nachlass des Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers der Stadt Köln Theo Burauen (1906 - 1987) kam in acht größeren und vielen kleinen Ablieferungen ins Archiv.

Die Zugänge von Januar 1974 - April 1984, die zunächst im Zugangsverzeichnis für städtische Archivalien unter Acc. 327 (Jan. 1974), Acc. 398 (März 1976), Acc. 585 (Mai 1981), Acc. 633 (Mai 1982) und Acc. 757 (Nov. 1983 u. April 1984) eingetragen waren, wurden im September 1984 zusammen mit einer weiteren Ablieferung im Zugangsbuch für nicht städtische Archivalien accessioniert (acc. 1295/84), handelt es sich doch bei den Unterlagen größtenteils um private Papiere Burauens und nur zu einem kleinen Teil um Akten städtischer Provenienz. Der Nachlss erhielt nun die Bestandsnummer 1320. Weitere kleine, oft wöchentliche Schriftgutabgaben folgten. Von Juni bis September 1986 übernahm das Archiv schließlich noch eine umfangreiche Sammlung von Ehrenurkunden, Orden und Medaillen.

2. Ordnung und Verzeichnung

Als im August 1986 mit der Zusammenstellung einer Ausstellung zum 80. Geburtstag von Theo Burauen begonnen wurde, war der Nachlass völlig ungeordnet. Für die Auswahl geeigneter Schriftstücke mussten die vielen losen Papiere Blatt für Blatt gesichtet werden. Dieser Aufgabe unterzog sich ein Anwärter des gehobenen Archivdienstes, Herr Rainer Berlinghof, der im August / Sept. 1986 ein Großteil der Unterlagen nach Betreff vorsortierte.

Nach Beendigung der Ausstellung am 21.11.1986 blieb der Bestand

teils vor-, teils ungeordnet liegen.

Im September 1993 führte Frau Sabine Hübner die Ordnungsarbeiten im Rahmen eines Praktikums fort. Sie formierte die bereits vorgeordneten Papiere zu 387 Einheiten und erschloss sie durch Titelaufnahmen.

Nach erneuter Unterbrechung setzte die Unterzeichnete die Verzeichnungsarbeiten im Juli 1994 fort und schloss sie zwei Monate später ab. Die Korrespondenzen liegen nur vereinzelt in alphabetischen, oft sich überschneidenden chronologischen Serien vor und sind inhaltlich nicht erschlossen.

Schriftstücke städtischer Provenienz aus Burauens Tätigkeit als Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Köln sind im Nachlass belassen, Bücher, Zeitschriften, Druckschriften mit Ausnahme der Widmungsexemplare in die Dienstbücherei des Archivs bzw. in die Zeitgeschichtliche Sammlung aufgenommen worden.

Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt in der Zeit von 1973 -

1985.

Der geordnete Bestand umfasst 58 Kartons. Noch ungeordnet ist die umfangreiche Fotosammlung, die in 13 Kartons lagert.

3. Benutzungsbestimmungen

Für die Benutzung des Nachlasses zu Studienzwecken bestehen

keine Beschränkungen.

Der Benutzer ist jedoch verpflichtet, die Rechte Dritter,

insbesondere Urheber- und Persönlichkeitsrechte, zu beachten.

Köln, im April 1997

Lebenslauf von Theo Burauen

19. Okt. 1906 in Köln geboren als erster Sohn des Schriftsetzers Theodor Burauen und seiner Frau Maria geb. Galliat

1913-1921 Besuch der kath. Volksschule in Köln, Rechtschule

1.4.1921 - 31.3.1924 Kaufmännische Lehre bei P.J. Bex, Köln (Niederlassung der Aachener Schokoladenfabrik "Trumpf")

1.4.1924 - 31.3.1926 Kontorist bei der gen. Firma Bex

1925 Eintritt in den Wehrverband zur Verteidigung der Weimarer Republik "Reichsbanner Schwarz - Rot - Gold"

1.4.1926 - 31.8.1926 erwerbslos

1.9.1926 - 30.9.1927 Kontorist bei der Rhein. Großbuchhandlung H. Nagelschmidt, Köln

19.10.1926 Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands

7.11.1927 - 31.5.1928 Kontorist bei der Rhein.-Berg. Konsumgenossenschaft "Hoffnung", Köln-Kalk

18.6.1928 - 30.4.1933 Lohnbuchhalter und Expeditionsleiter bei der Mittelrheinischen Druckerei und Verlagsanstalt, Verlag der Rheinischen Zeitung, Köln

1.5.1933 - 8.5.1936 erwerbslos bzw. Gelegenheitsarbeiter

Okt. 1933 - 26.2.1936 tageweise Tabakwarenverkäufer beim Kölner Männer-Gesang-Verein

9.5.1936 - 28.9.1936 Verkäufer auf einem Dampfer der Köln-Düsseldorfer für die Fa. Rheinbuchhandel

1.10.1936 - 31.12.1937 Kontokorrentbuchhalter beim Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln

1.1.1938 - 17.6.1940 Buchhalter, später Geschäftsleiter der Fa. Hans Frings, Köln-Lindenthal, Fabrik für technische Steuerungsgeräte

19.6.1940 - 18.6.1945 Militärdienst

19.6.1945 Rückkehr nach Köln, Wohnung: Brüsseler Str. 68

1.8.1945 - 18.6.1946 Verwaltungsangestellter im Ernährungsamt

der Stadt Köln

27.3.1946 Vorsitzender des Ortsausschusses Köln-Mitte

1946-1948 Sekretär der SPD - Fraktion der Stadtvertretung der Stadt Köln

13.10.1946 Direktwahl in den Rat der Stadt Köln

1948-1956 Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion

1948-1955 Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt

4.3.1954 Wahl zum Bürgermeister

1956 - 1964 Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksausschuss Mittelrhein

9.11.1956 Wahl zum Oberbürgermeister und jeweils erneut nach den Kommunalwahlen 1961, 1964 u. 1969

31.1.1968 Flugzeugabsturz in Ruanda mit starken bleibenden Beinverletzungen

11.6.1969 Ehrenbürger der Universität zu Köln

13.12.1973 Freiwillige Niederlegung des Ratsmandats nach 27jähriger Ratsmitgliedschaft und 17jähriger Oberbürgermeisterschaft

20.12.1973 Ehrenbürger der Stadt Köln

26.1.1974 Ehrendoktor der Rechtswiss. Fakultät der Universität zu Köln

28.10.1987 in Köln gestorben

Enthält u.a.:

Persönliche Papiere, Glückwünsche;

Unterlagen als Mitglied des Stadtrats Köln, Aufwandsentschädigung (1956-1972);

Wahlkämpfe und Wahlreden, Wahlaufrufe, -plakate (1946-1974);

Internationale Kontakte, Reisen, Städtefreundschaften (1952-1973);

Mitgliedschaften in Kuratorien, Vereinen, Aufsichtsräten;

Korrespondenz, u. a. mit Bundespräsident Theodor Heuss (1957-1963), mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern (1969-1986), Teddy Kollek, Jerusalem (1976-1980);

Einladungen;

Sitzungsprotokolle des Kölner Arbeiter- und Soldatenrates (1918-1919);

Unterlagen zum Wiederaufbau und zur Stadtplanung (1946-1970);

Lieder, Texte in Kölscher Mundart;

Zeitungen, Zeitschriften, Zeitungsausschnitte (1895, 1911, 1917-1918, 1928-1982);

Fotos.

Umfang : 70 Kartons, ca. 20 Fotoalben
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