Burgmer, Brigitte



Signatur : Best. 1826


Inhalt :
Die in Köln lebende Künstlerin Brigitte Burgmer schenkte am 24. Februar 2010 die vorliegenden Archivalien dem Historischen Archiv der Stadt Köln.

Der Vorlass beinhaltet eine CD, Fotografien, Zeichnungen, Skizzen, Entwürfe, Modelle, Dokumente zu Projekten im Mediapark Köln sowie zum Mediapark Köln selbst und Gerichtsunterlagen. Der Bestand wurde in fünf Stehordnern, einem Karton, zwei Mappen und einer Abgabeliste übergeben und unter der Inventarnummer 2010/4 akzessioniert. Im Rahmen einer praktischen Erschließungsarbeit für die Fachhochschule Potsdam bearbeitete Dr. Benjamin Bussmann unter Anleitung von Dr. Gisela Fleckenstein im November 2011 den Vorlass.

Der Bestand ist frei benutzbar mit Ausnahme der Nummern A11, Bd. 1 und A11, Bd. 2, die personenbezogene Daten enthalten und bis 2046 gesperrt sind.

Die gewählte Klassifikation orientierte sich an der inhaltlichen wie chronologischen Gliederung des Bestandes. Sie beginnt mit der Planung des Mediaparks Köln und führt zu den hier angesiedelten Kunstprojekten Burgmers.

Auf die Verwendung von Abkürzungen in der Sachtitelaufnahme wurde weitgehend verzichtet, um eine möglichst hohe Trefferquote bei der Volltextsuche zu ermöglichen (Beispiel: ”Mediapark Köln“ anstelle ”MPK“). Die im Übrigen verwendeten Abkürzungen werden unten erläutert.

Die Zitierweise des Bestandes lautet wie folgt: ”Historisches Archiv der Stadt Köln (HAStK), Best. 1826, Nr.“. Die Laufzeit des Bestandes geht von 1986 bis 1995. Er umfasst 20 Verzeichnungseinheiten und bildet etwa einen laufenden Meter.

Biografie

Brigitte Burgmer wurde am 14. September 1946 in Bergisch-Gladbach geboren. Sie entschied sich für ein Studium der Kunst, genauer gesagt der freien Grafik mit dem Schwerpunkt Lithografie an der Fachhochschule Köln (vormals Kölner Werkschulen). Außerdem schloss sie ein Studium des Künstlerischen Lehramtes an der Kunstakademie in Düsseldorf und an der Universität Köln ab. Sie wirkte als Kunstlehrerin am Hansa-Gymnasium in Köln.

Von 1989 bis 1992 war sie Vorstandsmitglied der "Deutschen Gesellschaft für Holografie e.V." (DGH), die sie auch mitbegründete. So kommt es, dass Brigitte Burgmer sich als eine prominente Vertreterin der künstlerischen Holografie internationale Anerkennung und Auszeichnungen erwarb. Ihre seit 1982 entstandenen holografischen Arbeiten fanden in zahlreichen Publikationen Niederschlag (s. Bibliographie). Daneben bildeten die Fayencemalerei sowie die gemalten Kollagen auf Tonreliefs weitere Schwerpunkte in Burgmers Arbeiten.

1987 formierte sich die die Arbeitsgruppe ”Leonardo“ aus Vertretern von vier Künstlergruppen mit dem Ziel, in Kooperation mit dem Beauftragten der Mediapark Entwicklungsgesellschaft mbH die Struktur eines Leonardo-Zentrums im Mediapark Köln zu entwickeln. Der Mediapark befindet sich im Stadtteil Neustadt-Nord auf dem Gelände des einstigen Güterbahnhofs Gereon und umfasst etwa 20 Hektar. Die Bebauung begann 1990 und wurde 2004 abgeschlossen. Hier sollte es mittels Leonardo zu einer Verbindung zwischen Kunst und Kultur mit den neuen Techniken kommen. Die beteiligten Künstlergruppen entwickelten Konzepte für die Bereiche Computergrafik, Computeranimation, Computermusik, Simulation, Video und Holografie. Im letztgenannten Bereich war Burgmer federführend.

Leonardo bildete also eine Basis für Kunstprojekte im Mediapark. So bauten auch Brigitte Burgmers künstlerische Tätigkeiten für den Mediapark hier auf, die sich im Bestand 1826 weitgehend widerspiegeln. Den Startschuss für eine konkrete aktive Beteiligung der Künstlerin bildete der 1989 ausgeschriebene Wettbewerb für die Gestaltung des Mediaplatzes. Dazu reichte Burgmer Konzepte für ein ”Wasserhaus am See“ und alternativ für einen ”Wasserturm“ ein. Daraus entwickelte sich das von der Mediapark Entwicklungsgesellschaft mbH in Auftrag gegebene Konzept für das ”Wasserhaus im See“. Dieses Projekt wurde allerdings nicht realisiert. Umgesetzt wurde dagegen das ”Klanggitter“. Im Rahmen der Einweihungsfeier des Mediaplatzes 1992 kam es zur Uraufführung eines Klanggitter-Konzertes, das in Form einer CD im Bestand 1826 enthalten ist. Das Klanggitter wurde allerdings bereits kurz darauf aufgrund technischer Mängel zum Gegenstand eines juristischen Verfahrens zwischen der Künstlerin, dem Metallbauer sowie der Mediapark Entwicklungsgesellschaft mbH.

Der Bestand 1826 gewährt also Einblicke in die Kölner Stadtentwicklung im Rahmen des Großprojektes Mediapark sowie auf die jüngere Kulturgeschichte dieser Stadt.

Preis/Stipendium

1992 Shearwater Foundation, New York

2000 Center for the Holographic Arts

Einzelausstellungen (Auswahl)

1978 Artothek, Köln

1981 Bundespresseball, Bonn

1982 Kunstverein van-der-Heydt-Museum, Wuppertal

1982 Fotomuseum im Stadtmuseum, München

1990 Fielmann Holographie Museum, Lübeck

2001 Römisch-Germanisches Museum, Köln

2008 BKK futur, Krefeld

Gruppenaustellungen (Auswahl)

1991 ”Artec ¿91“ - Internationale Biennale, Nagoya, Japan

1992 Taiwan Museum of Art in Taichung, Taiwan

1995 ”Science Friction“ in der Bluecoat Gallery, Liverpool, Großbritannien

2003 "Drittes Ufer", Hohlkasten der Deutzer Brücke, Köln

2007 "Wundergarten des Lichts", Grevenbroich

Bibliographie (Auswahl)

- Kölner Kunstkaleidoskop, Ausstellungsverein Bildender Künstler Köln, Aachen, Bonn (Hg.), Ausstellungskatalog, Köln 1973, S. 7

- Große Düsseldorfer Kunstausstellung 1979, Ausstellungskatalog, Düsseldorf 1979

- Arteder '82, Muestra internacional de obra gráfica, Ausstellungskatalog, Bilbao 1982, S. 24

- Bodo Dorra, Holografie - ein neues künstlerisches Medium?, in: Das Kunstwerk - Zeitschrift für moderne Kunst 2/84, S. 10, 25

- Kunst und Technologie, Experiment: Holographie als Kunst, Bundesministerium für Forschung und Technologie (Hg.), Ausstellungskatalog, Bonn 1985, S. 54

- Nancy Safford, Images in Time & Space, in: Holosphere, Museum of Holography (Hg.), New York 1987, S. 22

- Torino Fotografia 89, Ausstellungskatalog, Mailand 1989, S. 189

- Holographische Visionen, Museum für Holographie und neue visuelle Medien (Hg.), Pulheim 1991, S. 83

- Edeltraud Meistermann, Unità e femminilita, in: Hortus Conclusus Firenze 1993, Deva Wolfram (Hg.), Florenz 1993, S. 22f.

- D. Ramón Benito, Brigitte Burgmer - Obra holográfica, in: Revistita Karas: la revista más elegante del universo holografico, Nr. 10, Karas Studios Madrid (Hg.), Madrid 1994, S. 4f.

- Kunst und Bau 1986 - 1997, Ministerium für Bauen und Wohnen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.), Düsseldorf 1998, S. 59

- Markus Lohoff, Blickwechsel, Wissenschaft und Kunst im Dialog, in: Bild und Erkenntnis, Formen und Funktionen des Bildes in Wissenschaft und Technik, Andreas Beyer/Markus Lohoff (Hgg.), München 2005, S. 465

- Françoise Jaunin, Brigitte Burgmer. Objets souriants, 2 septembre - 7 octobre 2004, in: L’art et la culture au CHUV. 25 ans d’une activité pionnière, Lausanne 2009, S. 112

Abkürzungsverzeichnis

bzgl. - bezüglich

mbH - mit beschränkter Haftung

u.a. - unter anderem

z.B. - zum Beispiel

cm - Zentimeter

mm - Millimeter

H - Höhe

CD - Compact Disc

NRW - Nordrhein-Westfalen

In folgenden Beständen des Historischen Archivs der Stadt Köln finden sich weitere Informationen zum Mediapark Köln:

Acc. 1101 (15 Amt für Stadtentwicklung)

Acc. 1234 (Büro des Oberstadtdirektors)

Acc. 1514 (Presse- und Informationsamt)

Acc. 1767 (Kulturamt)

Acc. 1820 (Stabsstelle für Medienwirtschaft)

Acc. 1859 (Kulturamt)

Acc. 1980 (Presse- und Informationsamt)

Best. 1456 (SPD Unterbezirk Köln)

Best. 7704 (Sammlung des Presse- und Informationsamtes)

Best. 7707 (Reden der Oberbürgermeister)

Best. 7717 (Sammlung Klaus Pankoke)

Best. 7740 (KölnArchiv e.V.)

Umfang : ca. 1 lfd. m
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