CDU-Ratsfraktion



Signatur : Best. 1729


Inhalt :
1) Zur Geschichte der Kölner CDU und ihrer Rathausfraktion

Am 19. August 1945 ist die Ortspartei von Stadt und Land Köln der Christlich Demokratischen Union gegründet worden - 14 Tage vor Gründung der rheinischen CDU am 2. September 1945.

Im ersten Jahr ihrer Tätigkeit gab es noch keine parlamentarische Vertretung. Die Befehlsgewalt lag in den Händen der Militärregierung, die zunächst von ihr berufene Körperschaften einsetzte. So setzte sich die neue Stadtverordnetenversammlung, die am 1. Oktober 1945 erstmalig zusammentrat, nach einem von der Militärregierung bestimmten Schlüssel aus Vertretern bestimmter Berufsgruppen und Organisationen verschiedener Art zusammen. Die Parteien waren zahlenmäßig wie folgt vertreten: CDU 9 (Albers, Filz, Günther, Koppmann, Dr. Pferdmenges, Quademechels, Schaeven, Schlack, Frau Teusch), SPD 7, KPD 5. Die parteilose Gruppe Bauwens hatte 3 Vertreter.

Am 17. Januar 1946 wurden weitere Vertreter der Bürgerschaft zur Mitarbeit in der Verwaltung der Stadt Köln durch den Kommandanten der Militärregierung für den Stadtkreis Köln Oberstleutnant J. M. White berufen. Die Zahl der Stadtverordneten stieg auf 58, davon gehörten 20 der CDU an (Albers, Band, Binot, Breiken, Frau Encke, Filz, Dr. Fuchs, Frau Gerig, Günther, Hövelborn, Keller, Koppmann, Dr. Pferdmenges, Pimpertz, Quademechels, Sampels, Schaeven, Schlack, Frau Teusch, Thommes).

Nach der 1. freien Wahl am 13. Oktober 1946 trat an die Stelle der von der britischen Militärregierung ernannten Stadtvertretung eine vom Vertrauen der ganzen Bürgerschaft gewählte Stadtvertretung. Die CDU errang die absolute Mehrheit. Sie blieb bis 1956 die stärkste Fraktion.

Wahlergebnisse der CDU

Stadtvertreterwahl Stimmenanteil gewon. Sitze Gesamtsitzzahl

13.10.1946 53,4 % 41 51

17.10.1948 42,5 % 19 44

9.11.1952 43,0 % 31 66

28.10.1956 41,9 % 29 66

19.3.1961 45,4 % 30 66

27.9.1964 38,1 % 27 67

9.11.1969 38,6 % 26 67

Wie die Tabelle zeigt, wies der jeweils gebildete Rat bei den Stadtvertreterwahlen nach dem Krieg eine unterschiedliche Zahl von Sitzen auf. Nach 51 Sitzen im Jahre 1946 ging seine Zahl im Jahre 1948 auf nur 44 zurück, stieg 1952 auf 66 an, um dann ab 1964 jeweils 67 zu umfassen.

Die Gesamtzahl der zu wählenden Vertreter war letztlich vom Ausgang der Wahl selbst abhängig. Im Anschluss an die Ergebnisfeststellung der direkten Wahl folgte die Berechnung von zusätzlichen Sitzen aus der Reserveliste für die unterlegenen Parteien, und zwar nach Verhältniswahlgrundsätzen und unter Bezug auf die von der erfolgreichsten Partei erzielten Stimmenanteile und Sitze. 1952 wurde durch Änderung des Gemeindewahlgesetzes die Gesamtzahl der Vertreter für Stadtkreise mit einer Bevölkerungszahl über 600 000 Einwohnern auf 66 festgelegt.

Um die bei gerade Sitzzahlen (66) vorkommende Stimmengleichheit bei Abstimmungen und Losentscheidungen zu vermeiden, wurde 1964 erstmals die Gesamtzahl der Sitze um einen erhöht, und zwar nicht durch die Bildung eines zusätzlichen Wahlbezirks für die direkte Wahl, sondern zur Wahl aus der Reserveliste.

Vorsitzende der CDU-Fraktion waren

Peter Josef Schaeven 1945 - Herbst 1956

Dr. Franz Lemmens 1956 - März 1968

Rudi Conin März 1968 - Juni 1971

Dr. Gerhand Meyer 29. Juni 1971 - 1982

Richard Blömer 1984 - 1991

2) Quellen und Literatur

- Bestand 1193: Nachlass Leo Schwering

- Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln 1952, 1961, 1964

- Statistische Mitteilungen der Stadt Köln, 3. Jg., 1948, Heft 3

- Sonderheft der Statistischen Mitteilungen der Stadt Köln: Die Stadtverordnetenwahl am 9. November 1952 in Köln, 7. Jg., 1952

- Verhandlungen der Stadtverordneten-Versammlung zu Köln, 1945 ff.

- Leo Schwering, Die Entstehung der CDU, Köln 1946

- Leo Schwering, Vorgeschichte und Entstehung der CDU, Köln 1952

- Leo Schwering, Frühgeschichte der christlich-demokratischen Union, Recklinghausen 1963

- Auf der Suche nach dem Kurs - Zur Erinnerung an die Gründung der CDU im Rheinland vor 25 Jahren, hrsg. von Leo Schwering, Köln 1970

- 10 Jahre Christlich-Demokratische Union in Köln, Festschrift, Köln 1955

3) Aktenübernahme und Ordnungsverfahren

Die hier vorliegenden Akten der CDU-Fraktion sind im Jahre 1971 vom Historischen Archiv der Stadt Köln übernommen worden (Acc. 264). Sie stammen aus den Jahren 1955-1970. Forts. Best. 1323 (1971-1984) Akten aus dem vorhergehenden Zeitraum sind bei der Fraktion vernichtet worden.

Im Bestand befindliche Druckschriften sind in die Dienstbücherei des Archivs aufgenommen worden. Protokolle über Ausschusssitzungen wurden, soweit sie im Bestand 5: Oberstadtdirektor vorhanden sind, kassiert.

Die Akten wurden den Stehordnern und Schnellheftern entnommen, von Metallteilen befreit und umgebettet. Nach der Titelaufnahme wurden sie sachlich geordnet. Ein Aktenplan der Fraktion lag nicht vor. Der geordnete Bestand umfasst 17 Kartons.

Das Repertorium wurde von Frau Kropat geschrieben.

Im Juli 1973

Wilkes

Benutzung mit Genehmigung des Fraktionsvorstandes.

Enthält:

Allgemeiner Schriftwechsel betr. Eingaben, Stellungnahmen, Beschwerden von Vereinen und Verbänden, Privatpersonen und kirchlichen Einrichtungen, auch Unternehmen zu allen Fragen städtischer Angelegenheiten A-Z (1959-1965);

Schriftwechsel mit dem Oberbürgermeister (1958-1968);

Glückwunsch- und Kondolenzschreiben;

Arbeit in den Stadtbezirken, für deren Belange, u.a. Bayenthal, Bickendorf, Bilderstöckchen, Bocklemünd/Mengenich, Braunsfeld, Brück, Buchforst, Chorweiler, Dellbrück, Deutz, Dünnwald, Ehrenfeld, Flittard, Gartenstadt Nord, Gremberg, Höhenberg, Höhenhaus, Holweide, Humboldt, Kalk, Klettenberg, Lindenthal, Longerich, Marienburg, Mauenheim, Merheim rrh., Merkenich, Mülheim, Müngersdorf, Nippes, Ossendorf, Ostheim, Poll, Raderberg, Raderthal, Rath, Rheinkassel/ Langel, Riehl, Stammheim, Stegerwald-Siedlung, Sülz, Vingst, Vogelsang, Volkhoven/Weiler, Weidenpesch, Worringen, Zollstock (1957-1968);

sonstige Aufgabenfelder: Kinderspielplätze, Schulprogramm, Liegenschaften, Lufthygiene, Personalpolitik;

Sitzungen der Fraktionen: Einladungen, Tagesordnungen, Niederschriften (1963-1969);

Ausschussunterlagen;

Kommunalpolitische Vereinigung der CDU (1964-1969);

Wirtschaftliche Unternehmungen, Kölner Sporthalle (1958-1963), Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke (1961-1970), Kölner Verkehrsbetriebe (1961-1966), Sparkassenrat (1961-1968), Stadtwerke (1961-1967);

Soldatenbetreuung (1958-1970).

Sperrvermerk : Gesperrt bis: 2050
Umfang : 17 Kartons

>> zum Findbuch Best. 1323 CDU-Ratsfraktion

>> zum Findbuch Best. 1729 CDU-Ratsfraktion
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