Diem, Carl



Signatur : Best. 1259


Inhalt :
Diem, Carl, 1882-1962, Sportwissenschaftler, Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Generalsekretär des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 1936, Begründer der Deutschen Sporthochschule Köln.

Enthält u.a.:

Korrespondenz, ca. 60 000 Briefe mit ca. 6000 Briefpartnern;

Tagebücher (1905-1962);

Unterlagen über Deutsche Sporthochschule, Internationales Olympisches Komitee (Filme, Kopien aus dem IOC-Archiv in Lausanne, betr. Schriftwechsel mit Pierre de Coubertin, dem Sekretär A. G. Berdez, dem Kanzler Mayer);

Orden, Ehrenurkunden;

Glückwünsche zu Geburtstagen und Jubiläen;

Unterlagen über Reisen, Studienfahrten, Veranstaltungen, Vereine, Verbände, Vorträge, Presse, Funk und Werbung;

Schriftwechsel mit Verlagen;

Fotografien, auch Alben

Im Rahmen der Reihe seiner Bestandsverzeichnisse legt das Carl und Liselott Diem-Archiv der Deutschen Sporthochschule Köln als zweiten Band das Gesamtverzeichnis der Korrespondenz von Carl Diem vor. Damit ist ein Zugang zu dem wohl umfangreichsten Briefnachlass einer einzelnen Person im Bereich des Sports eröffnet und bei gleichzeitigem Rückgriff auf das als Band 1 dieser Reihe veröffentlichte ”Findbuch der Sachakten“ ein umfassender Einblick in Leben, Werk und öffentliches Leben Carl Diems ermöglicht.

Die Briefwechsel Diems mit Freunden und Vertrauten, Mitarbeitern und Weggefährten, wissenschaftlichen Kollegen und sportlichen bzw. sportwissenschaftlichen Institutionen bis hin zu Bewunderern und Fans sind zum Teil persönlicher Spiegel des Zeitgeschehens und der Einbindung des Sports in die politische und kulturelle Entwicklung der ersten sechzig Jahre dieses Jahrhunderts, aber auch ergänzende Dokumente zu den im Sachaktebestand gesammelten Vorgängen.

Die Briefwechsel zeigen Diem in seiner ”existentiellen Beziehung“ (Clemens Menze) zum Sport und dies in einem doppelten Sinne: einerseits in der tatsächlichen Verflechtung seines Lebensweges mit dem Aufstieg des Sports im 20. Jahrhundert, andererseits in seiner Sicht des Sports als Mittel menschlicher Selbstvervollkommnung in der Tradition des deutschen Humanismus.

Die Beschäftigung mit der Korrespondenz Carl Diems, zu der dieser Band mit finanzieller Hilfe des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland einen leichten Zugang eröffnet, kann dazu beitragen, ein Lebensbild Diems zu vermitteln, das jenseits von apologetischen wie auch von denunziatorischen Verkürzungen für Würdigung und Kritik Platz läßt.

Dietrich R. Quanz

Senatsbeauftragter für das Carl und Liselott Diem-Archiv

VORBEMERKUNG

Das Carl und Liselott Diem-Archiv der Deutschen Sporthochschule Köln zählt zu den umfangreichen Beständen aus den Nachlässen seiner Namensgeber auch die Korrespondenz von Carl Diem. Diese Korrespondenz im Umfang von etwa 60 000 Seiten mit mehr als 6000 Adressaten erstreckt sich zeitlich über mehr als sechs Jahrzehnte. Nachdem als Band 1 der Reihe der Bestandsverzeichnisse des Diem-Archivs das Findbuch der Sachakten erschienen ist, erschließt das hier vorgelegte Gesamtverzeichnis der Korrespondenz diesen bedeutenden Briefnachlaß von Carl Diem.

Zur Bedeutung der Korrespondenz

Carl Diems öffentliche Rolle im Sport von vier politischen Epochen, Kaiserzeit, Weimarer Republik, NS-Zeit und Anfangsjahre der Bundesrepublik, seine Lebensleistung als bedeutender Sportorganisator und Initiator einer wissenschaftlich orientierten Sportlehre, aber auch Aspekte seines privaten Lebensweges werden in seinem Schriftwechsel aus dem Kontext der Äußerungen von Weggefährten, Gegenpositionen und Auseinandersetzungen besonders sichtbar. Dabei erlauben die Briefe einen direkteren Zugang zur Person als Veröffentlichungen oder Tagebücher.

Die Gesamtkorrespondenz stellt ein umfangreiches Reservoir von Informationen aus der Organisationsgeschichte des Sports, aus Sportlehrerausbildung und Sportwissenschaft und auch aus der Olympischen Bewegung dar. Sie beinhaltet darüberhinaus einen kaum zu unterschätzenden Fundus für biographische Recherchen zu Persönlichkeiten des Sports und seines bei Carl Diem umfassend angelegten Beziehungsfeldes. Wie das literarische Werk Diems belegt auch die Korrespondenz den umfassenden Anspruch, den Sport als universale Erscheinungsform national ausgeprägter menschlicher Kultur zu sehen. Mehr als in den Tagebüchern eröffnet sich in den Briefen eine realistische Perspektive auf den Lebensweg Carl Diems und dessen entscheidende Stationen. Einige der Briefwechsel liefern umfangreiches autobiographisches Material, an dem wohl kein Diem-Biograph wird vorbeigehen können. Die Verflechtung dieses Lebensweges mit der Entwicklungsgeschichte des Sports im zwanzigsten Jahrhunderts wird hier z.T. auch in Diems persönlicher Wertung erkennbar. Der von Reduktionen (auch von wohlmeinenden) durchzogenen Rezeption des Lebenswerkes von Carl Diem wird mit der Korrespondenz ein wichtiges Korrektiv an die Hand gegeben.

Wesentliche Bereiche im organisatorischen, wissenschaftlichen und literarischen Werk Diems werden bei der Durchsicht der Korrespondenz in ihren Konturen deutlicher. Zwei Beispiele mögen dies illustrieren:

- Die Entwicklung des Sportstättenbaus und eine entsprechende Sammlung von Daten sind von Beginn des Jahrhunderts eng mit Diems Werk verknüpft. Hierzu liegen zu bestimmten Bereichen umfangreiche Korrespondenzen beispielsweise mit Richard KONWIARZ und mit dem Architekten des Berliner Olympia-Stadions Werner MARCH vor. Die Vielzahl der Einzelkorrespondenzen aus dem Beratungsalltag des "Sportstättenexperten", insbesondere zur Beantwortung von Anfragen zur Wiederherstellung und Errichtung von Sportanlagen nach dem Zweiten Weltkrieg machen aber erst in ihrer Gesamtheit deutlich, aus welchen Ursprüngen die Sportstättenberatung des Deutschen Sportbundes und letztendlich der Fachbereich Sport- und Freizeitanlagen des Bundesinstituts für Sportwissenschaft sich entwickelt haben.

- Carl Diems bei aller nationalen Grundlegung international orientiertes Verständnis von Sport spiegelt sich - von seinem olympischen Engagement abgesehen - in einer Vielzahl von Auslandskontakten. Sein umfangreicher Schriftverkehr mit Funktionären und Sportwissenschaftlern des Auslandes, seine Beratungstätigkeit etwa für die Türkei, Bulgarien, Japan und den Iran lassen erst aus der Zusammenschau Fragestellungen und Leitlinien erkennbar werden, die sich auf die Anfänge einer sportbezogenen Entwicklungshilfe beziehen lassen. Die vielfältigen Kontakte in den USA, z.T. aus den Amerikareisen hervorgegangen, belegen das Bestreben, von sportlichen und wissenschaftlichen Vorbildern zu lernen. Dieser ”Amerikanismus“ Diems ist bisher erst von Dietrich R. QUANZ in seine Anfängen analysiert worden.

Der nun geordnet vorliegende Bestand der Korrespondenz Carl Diems macht deutlich, daß die Analyse des Zusammenhangs des Sports und der Sportgeschichte mit der politischen Geschichte und der Kulturgeschichte, so wie sie hier in privaten, öffentlichen, wissenschaftlichen und organisatorischen Facetten sichtbar wird, durch eine Analyse der Briefdokumente wichtige Aufschlüsse erhalten kann.

Neben den im engeren Sinne auf den Sport bezogenen Themen enthält die Korrespondenz Carl Diems auch eine Vielzahl von intensiven Briefwechseln mit Persönlichkeiten aus Medizin, Kunst, Architektur, Literaturwissenschaften, Musik, Film, Wirtschaft und Politik und anderen Bereichen mehr, deren Auswertung für den jeweiligen Fachhistoriker Aufschlüsse ermöglicht. Damit wird auch die über den Sport hinausreichende Bedeutung der Bestände des Diem-Archivs deutlich.

Eine größere Anzahl sehr intensiver und umfangreicher Korrespondenzen bilden jede für sich ein partielles Forschungsobjekt. So vermitteln beispielsweise die Briefwechsel mit Erich HARTE und Edmund NEUENDORFF grundlegende Einsichten in der Geschichte der Sportlehrerausbildung, die Briefwechsel mit Theodor LEWALD, Friedrich Alfred zu MECKLENBURG, Karl von HALT, Willi DAUME, Sigfrid EDSTRÖM und Avery BRUNDAGE geben entsprechende Aufschlüsse über die Entwicklung der Olympischen Bewegung und die deutsche Rolle in ihr.

Einige Briefwechsel mit engeren Freunden und befreundeten oder in intensiver Arbeitsbeziehung stehenden Kollegen sind Zeugnisse einer persönlichen und auch akademischen Form der Kommunikation, die heute weitgehend geschwunden ist. Der erst jüngst von Helmut E. LÜCK und Dietrich R. QUANZ edierte Briefwechsel Diems mit Eduard SPRANGER LÜCK, Helmut E./QUANZ, Dietrich R. (Hrsg.): Der Briefwechsel zwischen Carl Diem und Eduard Spranger, St. Augustin 1995. belegt diese in einigen Fällen geradezu von einer besonderen Formulierungsfreude getragene Briefkultur.

Die Vereinbarung zu gegenseitiger Berichterstattung, die Diem mit seinem in Japan tätigen Clubkollegen des Berliner Sport Clubs Richard FRANZ (s. Dokument 1) abschloß, hat auf Seiten Diems zu tagebuchartigen Aufzeichnungen über das Berliner Sportleben, insbesondere in der Aufbruchphase vor dem Ersten Weltkrieg geführt und auf der Gegenseite zu intensiven Schilderungen des Lebens eines Europäers in Yokohama. Diems Briefe enthalten detaillierte Schilderungen der Vorbereitungen auf die Berliner Olympischen Spiele von 1916, die Kontakte zum IOC und auch eine Reihe politischer Seitenhiebe des Monarchisten Diem.

Im Briefwechsel mit Alfred SCHIFF, der seit den Olympischen Spielen von 1896 mit der deutschen Olympischen Bewegung verbunden war, spiegeln sich Entwicklung und Geschichte des Deutschen Reichsauschusses für Olympische Spiele und der Deutschen Hochschule für Leibesübungen. Bewegende Dokumente sind die Briefe aus der Zeit von 1933 - 1936, in der SCHIFF, von Diem mit einer "Gnaden-Pension" versehen, die materielle Grundlage seiner von den Nürnberger Gesetzen bedrohten Existenz aus dem Organisationskomitte für die Spiele der XI. Olympiade 1936 in Berlin erhielt (Dokument 2).

Einzelne Briefzeugnisse erhellen schlaglichtartig historische Situationen, wie etwa der Brief des langjährigen Förderers des Deutschen Reichsauschusses für Leibesübungen und seiner Hochschule Fritz ADAM, der im Januar 1936 im Londoner Exil starb. Noch am 6. Juli 1933 versuchte dieser über Carl Diem eine persönliche Unterredung mit dem Reichssportführer von TSCHAMMER und OSTEN zu erreichen (Dokument 3), ”um evtl. behördliche Aufträge“ für sein Unternehmen zu bekommen, das schon 1928 und 1932 die deutschen Olympia-Mannschaften und zuvor Polar-Expeditionen wie die von AMUNDSEN ausgestattet hatte.

Zur Geschichte der deutschen olympischen Bewegung findet sich in der Korrespondenz eine Vielzahl von wichtigen Quellen. Ein Brief DIEMs an Sigfrid EDSTRÖM vom 15. März 1937 (Dokument 4) macht deutlich, wie DIEM durch den Vorschlag, LEWALD zum Vizepräsidenten des IOC zu machen, dessen Demontage durch die NS-Regierung zu unterlaufen sucht. Das Dokument zeigt DIEMs Versuch einer Doppelstrategie zwischen teilweiser Anpassung und dem Versuch, mit Hilfe des IOC den Ansprüchen der NS-Sportführung zu widerstehen.

Ein Beispiel aus dem umfangreichen Briefwechsel mit Erich HARTE gibt Einblick in DIEMs Tätigkeiten im Jahr 1934, u.a. in seine Rolle bei der Vorbereitung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen (Dokument 5).

Der Abdruck einiger Briefbeispiele mag die Vielschichtigkeit der Inhalte in Diems Korrespondenz verdeutlichen. Die ausgewählten Briefdokumente (s.S. 11-30) illustrieren das Spektrum der Inhalte der Diem-Korrespondenz, vielleicht können sie auch Interesse dafür wecken, Diems Leben und Handeln nicht nur im Spiegel von Veröffentlichungen und Akten zu betrachten, sondern auch aus der Perspektive einer Vielzahl von Korrespondenzpartnern und nicht zuletzt auf der Grundlage seiner Selbsteinschätzung.

Zur Archivierung des Schriftwechsels

Im Rahmen der ab Mitte der achtziger Jahre von Dietrich R. QUANZ als Vorsitzendem des Vereinsvorstandes eingeleiteten und von Karl LENNARTZ als Leiter des Carl Diem-Institutes fortgeführten Arbeiten zur Ordnung und Sicherung der Bestände des Diem-Archivs wurde neben der Aufnahme der Sachakten der Bereich der Briefe gesichtet, geordnet und in alphabetischer Folge in Einzel- und Sammelmappen abgelegt. Dabei wurden für Korrespondenzen, die mehr als 8 Schreiben enthielten, Einzelmappen vorgesehen, Korrespondenzen mit geringerem Umfang in Sammelmappen abgelegt. Die Einzelschriftwechsel wurden chronologisiert. Nicht Personen zuzurechnender Schriftwechsel wurde entweder nach Orten und darunter Institutionen in die alphabetische Folge aufgenommen oder in besonderen Fällen "Sachbetreffen" zugeordnet (z.B. Einladungen, studentische Angelegenheiten, u.a.m., s. Liste der Sachbetreffe, S. 220)

Das in der Folge erstellte Gesamtverzeichnis ohne Nachträge und Sachbetreffe enthält 6335 Korrespondenzpartner mit ca. 51.500 Blatt Korrespondenz. Der Nachtrag A - R weitere Korrespondenzen mit 700 Blatt. Die Einträge enthalten Namen und Vornamen des Korrespondenzpartners, die Jahre mit vorhandenem Schriftwechsel und die Anzahl der Blätter, sowie eine Markierung "E" für Einzel- bzw. "S" für Sammelmappe. Das Gesamtverzeichnis liegt auch als Diskette vor. In einigen Fällen konnte aufgrund von Unleserlichkeit, fehlendem Nachnamen etc. auch nach intensiven Bemühungen zunächst keine Zuordnung vorgenommen werden. Dieser Bestand wurde im Sachbetreff "ungeklärte Fälle" abgelegt.

Für Schriftwechsel von geringerer Bedeutung, für in Kopie vorliegende Schriftwechsel Diems aus dem IOC-Archiv in Lausanne und in einigen Fällen auch auf Grund zu später Zuordnung zum Gesamtbestand wurden Sachbetreffe gebildet, deren Inhalt z.T. chronologisch bzw. alphabetisch abgelegt wurde. Eine Einzelverzeichnung wurde nur für den Sachbetreff "Todesanzeigen" nach dem Alphabet vorgenommen. Sofern entsprechender Schriftwechsel mit dieser Person im Gesamtverzeichnis vorliegt, wurde dort durch ein "+" ein Verweis erstellt. Die in Kopie vorliegenden Schriftwechsel Diems mit dem IOC (Pierre de Coubertin, Berdez, Otto Mayer, Zanchi) wurden in einer Liste unter Angabe von Datum und Stichworten zum Inhalt chronologisch verzeichnet (Sachbetreffe IOC I - III). Für einige der Sachbetreffe wäre eine weitere Aufschlüsselung und Verzeichnung sinnvoll, diese konnte aber im Rahmen der zur Verfügung stehenden Zeit nicht geleistet werden.

Ausgegliedert aus dem bearbeiteten Material wurden Schriftwechsel von Liselott Diem, sofern kein inhaltlicher Bezug zu der vorliegenden Korrespondenz mit Carl Diem zu erkennen war, und einzelne Stücke, die Korrespondenz des Carl-Diem-Instituts beinhalten. Texte, Zeitungsausschnitte, Sonderdrucke, biographische Texte etc., die keinen Bezug zu den bearbeiteten Schriftwechseln erkennen ließen, wurden z. T. dem Sachaktenbestand zugewiesen bzw. können den entsprechenden Beständen des Diem-Archivs zugeordnet werden. Der Umfang des ausgegliederten Materials beträgt etwa 2000 Blatt.

Die Verfilmung des Bestandes, die vom Historischen Archiv der Stadt Köln vorgenommen wurde, ist abgeschlossen und die Gesamtkorrespondenz von Carl Diem liegt nun auf 37 Filmrollen vor. Schadhafte Stücke, besonders aus den frühen Jahren um 1905 und nach 1945 wurden im Historischen Archiv der Stadt Köln restauriert. Der Gesamtbestand der Dokumente wurde foliiert und ist dort als Bestand 1259 archiviert. Damit ist eine endgültige Ordnung und Sicherung des Schriftwechsels von Carl Diem erreicht. Den Benutzern steht im Diem-Archiv ein Reader-Printer zur Auswertung der Filme zur Verfügung.

Danksagung

Das zunächst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dann vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderte Projekt "Erfassung und Katalogisierung der gesamten Korrespondenz von Carl Diem" hat das Diem-Archiv in die Lage versetzt, einen seiner wesentlichen Bestände für die Forschung zugänglich zu machen. Beiden Institutionen gebührt damit der Dank nicht nur des Diem-Archivs, sondern auch der Benutzer, deren Zahl in den letzten Jahren ständig zugenommen hat. Dank gebührt auch dem Historischen Archiv der Stadt Köln, das die Aufbewahrung der Originaldokumente und deren Verfilmung übernommen hat, so daß nunmehr eine konservatorisch unbedenkliche Aufbewahrung und die Möglichkeit zu wissenschaftlicher Auswertung und öffentlicher Benutzung des Briefnachlasses von Carl Diem sichergestellt sind.

Dem Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland ist Dank abzustatten für die Ermöglichung der Drucklegung des Gesamtverzeichnisses der Korrespondenz von Carl Diem. Der Druck wird, wie schon im Falle des Findbuchs der Sachakten, dazu beitragen, das kaum auszuschöpfende Reservoir an Informationen dieses wohl einmaligen Nachlasses im Bereich des Sports zugänglich zu machen. Solche Förderung beinhaltet auch die Würdigung eines olympischen Lebenswerkes, für dessen kritisch abwägende Beurteilung ein ausgiebiger Rückgriff auf den Briefnachlaß unerläßlich sein wird.

Walter Borgers

Benutzerhinweise

Alle Namen sind alphabetisch geordnet. Umlaute werden dabei wie ihr Stammvokal, ß als ss behandelt.

Beispiel:

Hägemann

Hahn

Hällmann

Bei der Eingabe und Aufnahme der Namen auf die Filmrolle bzw. in die Liste wurden Fehler im Sinne dieser Sortierfolge gemacht. Bei der Überarbeitung wurde versucht, diese Fehler nach Möglichkeit zu korrigieren. Immer dann, wenn ein Name innerhalb der Liste verschoben wurde, befindet sich hinter der Angabe der Filmrolle ein Eintrag, an welcher Stelle, d.h. nach welchem Namen dieser Korrespondenzpartner auf dem Film zu finden ist.

Nachfolgend ein Beispiel:

Kelm, Werner Dr. 61 1 S 784 15

Kemnitz, von 53 2 S 784 15(nach Kemper)

Kempa, Juan Prof. 60 2 S 784 15(nach Kelm)

"Kempen-Krefeld":

Volkshochschule 52 2 S 784 15

Kemper, Paul 48 2 S 784 15

Kempf, A. 52 2 S 784 15(nach Kemnitz)

Erläuterung: Kemnitz, von steht in der Liste der alphabetischen Sortierfolge entsprechend nach Kelm, Werner Dr. Auf der Filmrolle aber befindet er sich hinter Kemper, Paul. Durch die korrigierte Sortierung rückt Kempa, Juan Prof. in der Liste hinter Kemnitz, von. Auf dem Film steht er nach Kelm, Werner Dr. Kempf, A. wiederum steht nun hinter Kemper, stand aber ursprünglich und auch auf der Filmrolle nach Kemnitz, von. Im Normalfall ergeben sich somit drei Einträge, um die Namen entsprechend ihrer richtigen Filmrollenposition zu lokalisieren.

Während der Archivierung und Verfilmung wurde die Methode der Mappennumerierung verändert. Anfangs wurde nach dem Muster ”E1A/1“ verfahren, später erfolgte dann eine durchgehende Zählweise (”1“). Von dieser Änderung sind allerdings nur die Buchstaben ”A-D“ betroffen, d.h. ab dem Buchstaben ”E“ wurde sofort durchgehend numeriert. Um dem Leser die Sucharbeit nicht zu erschweren, werden in den Listen für die Buchstaben ”A-D“ beide Mappennummern (”Mappe alt“ bzw. ”Mappe neu“) aufgeführt. Danach erfolgt dann eine Trennung in ”Kennung“ (Einzel- oder Sammelmappe) und Mappennummer.

Bei einigen Buchstaben gibt es Einträge in einer Nachtragsliste. Es kann vorkommen, daß sich ein Name sowohl in der Hauptliste als auch im Nachtrag findet. Ist dies der Fall, so ist der jeweilige Name in der Hauptliste mit einem ♦ gekennzeichnet. Briefwechsel, die aufgrund ihres Umfangs nicht verfilmt wurden und nur als Originale im Diem-Archiv lagern, sind mit ”im Diem-Archiv“ bzw. mit dem Hinweis ”nicht verfilmt“ gekennzeichnet.

Korrespondenzpartner können verschiedene Institutionen, Ämter und Vereinigungen in Städten sein. Die Stadtnamen werden als Haupteintrag verwendet, die Untereinträge, gekennzeichnet durch eine Absatzeinrückung, werden im folgenden dann hinsichtlich ihrer Position und ihrer Korrespondenz näher aufgeführt, wobei nach Möglichkeit die o.g. genannte Sortierfolge maßgeblich ist.

Beispiel:

"Hamburg":

Hamburger Anzeiger 54,56 3 S 631 12

Hamburger Echo 50 2 S 631 12

Hamburger Mittag 56 2 S 631 12

Hansestadt 51 1 S 631 12

Hauptbildstelle 60 1 S 631 12

Oberstaatsanwaltschaft 61 2 S 631 12

Senat 59 3 S 631 12

Sportbund u. Vereine 47,50,56,58 10 E 523 10

Stephan Moos

Tagebücher Carl Diems

Zu den hier vorliegenden Tagebüchern zählen auch Briefe mit Tagebuchcharakter, die C. Diem an seine Frau Liselott, seine Mutter und seinen Freund Martin Berner schrieb.

Weiterer Teilnachlass in der Deutschen Sporthochschule Köln (Carl und Lieselott Diem-Archiv)

Umfang : 59 Kartons
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