Eisenmenger, Kurt und Marianne



Signatur : Best. 1867


Inhalt :
Kurt Eisenmenger (9. Juni 1924 - 4. Oktober 2008 in Köln) übernahm 1963 die Verantwortung als Zugleiter der Schull- und Veedelszöch in Köln, die unabhängig vom Rosenmontagszug stattfanden. Eisenmenger war Architekt und hatte ein Büro in Köln. Seine Ehefrau Marianne Eisenmenger (16. Sept. 1934 - 1. Juli 2011 in Köln) war für die Verwaltung und Büroorganisation zuständig und sie übernahm dies auch für die Schull- und Veedelszöch. Kurt Eisenmenger war mit Leib und Seele Mitglied der Roten Funken und im Kölner Ruderverein von 1877. Seine Frau Marianne, genannt Janny, lernte er 1955 auf dem Samstagsball der Roten Funken kennen. Sie heirateten am 29. Juni 1957 in Köln. Die Planung der Schull- und Veedelszöch nahmen einen Großteil des Jahres ein. Spätestens nach den Sommerferien wurden die Aktivitäten intensiviert: Themen besetzen und Ideen umsetzen, Kostümentwürfe fertigen usw. Kernstück der Vorbereitungen war die Aufstellung bzw. Reihung der Schull- und Veedelszöch. Eine besondere Herausforderung im Zeitmanagment war mit der Einführung der Fernsehübertragung erforderlich, damit alle Gruppen auch zu sehen waren. Kurt Eisenmenger hat sein Amt aus Altersgründen aufgeben müssen, was ihm sehr schwer gefallen ist, wie seine Tochter Brigitte Eisenmenger-Berg in einem Gespräch im Historischen Archiv der Stadt Köln mitgeteilt hat. Obwohl Karneval eine reine Männersache war, hat ihre Mutter Marianne Eisenmenger über viele Jahre hinweg die Buchführung der Schull- und Veedelszöch penibel erledigt.

Der Vorläufer des Fördervereins "Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e. V." war der 1932 gegründete Bürgerausschuss. Er wurde 1975 in ”Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Volkstums“ umbenannt und erweiterte das Spektrum der von ihm durchgeführten Veranstaltungen. Der im Mai 1961 gegründete "Förderkreis der Schull- un Veedelszöch" war eine Hilfskonstruktion innerhalb des Vereins zur Organisation der Zöch.

Der Verein heißt seit 1994 ”Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e. V.“ Die Organisation der Schull- un Veedelszöch ist fester Bestandteil der Vereinsarbeit und insbesondere die Prämierungen der Beiträge in den Kategorien Fußgruppe und Wagengruppe. Die dem Historischen Archiv übergebenen Unterlagen aus den Jahren 1959-2003 geben Auskunft über die mit der Durchführung der Züge verbundenen Tätigkeiten und bieten einen einmaligen Einblick in die detaillreiche Planung und Verlebendigung Kölschen Brauchtums. Die in Stehordnern chronologisch abgelegten Akten umfassen ca. 6 lfd. Meter. Sie wurden als Zugang 10/2015 in das Historische Archiv der Stadt Köln übernommen und bilden den Bestand 1867 Kurt und Marianne Eisenmenger. Die zum Nachlass gehörenden dreidimensionalen Objekte, wie Karnevalsorden, Auszeichnungen und sonstige Objekte wurde vom Kölnischen Stadtmuseum übernommen und dessen Beständen zugeführt und dort erschlossen.

In der Beschreibung wurde die aktuell (Stand 11/2015) verwendete Titulierung "Schull- un Veddelszöch" verwendet. Andere in den Akten vorhandenen Schreibweisen sind "Veedelszög" oder "Veedelszug".

Aus dem vorliegenden Aktenmaterial lassen sich allgemeine Einblicke in die Organisation der Schull- un Veddelszöch erhalten. Nicht Bestandteil des Bestandes sind durchgehende Vereinsunterlagen im Bezug auf Sitzungsprotokolle oder Finanzunterlagen. Die Titulierung ”Bewertung“ in den einzelnen Sachakten bezieht sich nicht auf eine vorgenommene Bewertung, sondern bezeichnet eine von den Organisatoren herausgegebene Broschüre mit einer Aufstellung der einzelnen Fuß- und Waagengruppen, die teilweise mit Bemerkungen verschiedener Personen versehen wurden, die nicht immer klar zuzuordnen sind.

Neben der Organisation der Schull- un Veddelszöch enthält der Bestand auch Materialien zur Organisation des Sternmarsches, der am Karnevalsfreitag auf dem Alter Markt stattfindet, sowie eine Reihe von Ehrungen von Kurt und Marianne Eisenmenger. Der Aktenbestand wurde dem Historischen Archiv der Stadt Köln dankenswerterweise von den Freunden und Förderen des Kölnischen Brauchtums e. V. überlassen.

Die Benutzung des Bestandes richtet sich nach dem Archivgesetz Nordrhein-Westfalen.

Umfang : ca. 6 lfd. m
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken