Groote, Eberhard von



Signatur : Best. 1552


Inhalt :
Groote, Eberhard von, 1789-1864, Germanist, Schriftsteller, Präsident der Armenverwaltung Köln, Mitglied des Stadtrats, Vorsitzender des Kölnischen Kunstvereins, Abgeordneter des Rheinischen Provinziallandtags.

Übernahme, Ordnung und Verzeichnung, Benutzung

Die Unterlagen aus dem Nachlass Eberhard von Grootes wurden in den Jahren 1981-1988 vom Historischen Archiv bei Auktionen der Firma Stargardt erworben (acc. 1075/81; 1104/82; 1420/85; 1465/86; 1714/88). Sie befanden sich ursprünglich im von Groote'schen Familienarchiv auf der Burg Kendenich, wo sie in den 30er Jahren entwendet wurden.

Der Bestand erhielt die Nr. 1552 (früher Best. 1042a) und wurde durch einige bereits im Besitz des Archivs befindliche Briefe (aus Best. 1005) und Akten ergänzt. Nicht alle in den 80er Jahren im Handel aufgetauchten Stücke aus dem Nachlass Eberhard von Grootes konnten für das Archiv erworben werden (vgl. die Zusammenstellung der Auktionsangebote in den Akten). Die familiäre Korrespondenz wurde von der Familie zurückerworben. Einzelstücke gingen an andere Institute. Weitere Materialien aus dem Nachlass Eberhard von Grootes kamen mit dem Nachlass von Peter Paul Trippen in die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Sie wurden 1996 als Depositum dem Archiv übergeben (Best. 1553). Im eigentlichen Familienarchiv von Groote, das sich als Depositum ebenfalls im Historischen Archiv befindet (Best. 1042), sind von Eberhard von Groote Vorlesungsmitschriften vorhanden. Rechtlich zum Familienarchiv gehören auch einige von der Familie bei den Auktionen erworbene und dem Archiv übergebene Briefe an Eberhard von Groote. Sie wurden ebenfalls im Familienarchiv von Groote (Bestand 1042) abgelegt, sind aber zugleich als Anhang in diesem Findbuch aufgeführt.

Der Bestand 1552 umfaßt zwei Archivkartons.

Die Benutzung ist frei.

Köln, den 6. November 1996

Lebensabriss Eberhard von Groote

1789 März 19 Geb. in Köln. Sohn des Oberpostmeisters Eberhard Anton Hermann von Groote und der Marie Henriette von Becker.

Bis 1802-1807 Privatunterricht durch den Geistlichen Hermann Josef Heinen und Besuch der höheren Sekundärschule in Köln.

1807-1809 Juristische Privatvorlesungen bei Prof. Jakob Hamm.

1809-1811 Studium in Heidelberg: Jura, daneben Altertumskunde, Geschichte und Philosophie.

1813 Ideale (Aufsatz), in: Rheinisches Archiv für Geschichte und Litteratur, hrsg. v. N. Vogt und J. Weitzel, Bd. 11 Heft 5, Wiesbaden 1813, S. 10-36.

1814 Meldet er sich als Freiwilliger für den Befreiungskampf, kommt jedoch erst 1815 unter Generalleutnant Thielmann zum Einsatz.

1815 Leitet nach der Einnahme von Paris von Juli bis Oktober in Paris die Rückführung der geraubten Kunstgegenstände ein.

1815 Taschenbuch für Freunde altdeutscher Zeit und Kunst auf das Jahr 1816. Mit Kupfern, [hrsg. von E. v. Groote und Friedr. Wilh. Carové], Köln [1815].

1816 (Faust's) Versöhnung mit dem Leben. Meinen Jugendfreunden zum Andenken gewidmet, Köln 1816.

1814-1818 Zusammen mit Wallraf und Cassel Bemühungen um die Wiedererrichtung der Universität in Köln.

1816-1827 Assessor bei der königlichen Regierung in Köln.

1818 Vermählung mit Maria Franziska von Kempis.

1821 Tristan von Meister Gotfrit von Straszburg mit der Fortsetzung des Meisters Ulrich von Turheim in zwey Abtheilungen (nebst einem Steindruck), Berlin 1821.

1822/1823 Veröffentlichung von Gedichten in: Rheinisch-westfälischer Musenalmanach auf das Jahr 1822 hrsg. v. Fr. Raßmann (darin u. a. Sängers Scheiden (auf Schenkendorfs Tod) und Der Dombaumeister zu Köln); Musenalmanach aus Rheinland und Westphalen 1823, hrsg. Fr. Raßmann (darin u. a. Der neue Domkrahn zu Köln).

1824 Die Sündfluth (Oratorium), Vollständiger Clavierauszug vom Componisten Fr[iedrich] Schneider, Bonn 1824 (aufgeführt 6. Juni 1824 im Gürzenich).

1824 Die Wegnahme der durch die Franzosen geraubten Kunstschätze in Paris 1815. Aus dem Tagebuch eines Preuß. Freiwilligen, in: Agrippina Nr. 25 bis 37, Köln 1824

1826-1845 Abgeordneter auf dem Rheinischen Provinziallandtag, ab 1843 Vize-Landtagsmarschall.

1827-1851 Leiter der Armenverwaltung in Köln.

1831-1851 Mitglied des Stadtrates.

1834 Des Meisters Gotfrit Hagen, der Zeit Stadtschreibers, Reimchronik der Stadt Cöln aus dem dreizehnten Jahrhundert. Mit Anmerkungen und Wörterbuch, Köln 1834

1834 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Bonn.

1835 Das Waisenhaus zu Köln am Rheine zum besten der Anstalt dargestellt, Köln 1835.

1839-1849 Vorsitzender des Kölnischen Kunstvereins, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Dombauvereins (1842-1855).

1852 Lieder Muskablut's. Erster Druck, Köln 1852 (1853)

1855 Des Stadt-Secretarius Cristianus Wierstraat Reimchronik der Stadt Neuss zur Zeit der Belagerung durch Karl den Kühnen, Herzog von Burgund. Nach dem Originaldruck von 1497 mit Anmerkungen und Wörterbuch, Köln 1855.

1860 Die Pilgerfahrt des Ritters Arnold von Harff von Cöln durch Italien... wie er sie in den Jahren 1496 bis 1499 vollendet, beschrieben und durch Zeichnungen erläutert hat. Nach den ältesten Handschriften und mit deren 47 Bildern in Holzschnitt, Köln 1860.

1864 April 15 Gest. in Köln

Enthält u.a.:

Tagebücher (1815-1824), Briefe von Germanisten (Reinhold Bechstein, Georg Friedrich Benecke, Friedrich Wilhelm Carové, Bernhard Joseph Docen, Karl Ludwig Friedrich Goedecke, Friedrich Heinrich von der Hagen, Franz Pfeiffer, Oskar Schade), von Historikern (Johann Friedrich Böhmer, Karl Georg Jacob, Friedrich Johann Heinrich Schlosser, Nikolaus Vogt), von Theologen und Philosophen (Jakob Hamm, Ludwig Brouhon, Simon Peter Ernst, Johann Casper Mörikofer, Jakob Nußbaum, Friedrich Schleiermacher, Franz Joseph Seber, Friedrich August Graf von Spiegel, Johann Peter Weitz), Schriftstellern (August Hoffmann von Fallersleben, Joseph Görres, Charles Louis van Keverberg, August Wilhelm Schlegel, Karl Simrock, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg), von Bibliothekaren/Archivaren (Johan Arnold Joseph Imhoff, Franz Ferdinand Pape), von Künstlern, Kunstliebhabern und -sammlern (Sulpiz Boisserée, August Franz von Haxthausen, Gerhard Kunibert -Fochem, Joseph van Laßberg, Ernst Thelott), Verlegern und Buchhändlern (Cotta, DuMont Schauberg, Pfählersche Buchhandlung, Heidelberg, L. Schellenberg), sonstige Briefwechsel mit Familienmitgliedern u.a. mit dem Vater Anton Hermann und dem Bruder Joseph von G.), mit Politikern (Peter Christian Wilhelm Beuth) und mit Militärpersonen (Franz Wilhelm Barfuß, August von Netz);

Abschriften von Briefen aus fremdem Besitz von S. Boisserée, Joseph Görres, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg;

Manuskripte von Liedern und Gedichten, Fastnachtsspielen, Satiren, Universitätsdenkschriften, von germanistischen Notizen, zu unveröffentlichten Werken, Besprechungen.

Umfang : 2 Kartons; 0,60 m; 68 Akten