Hackenberg, Kurt



Signatur : Best. 1505


Inhalt :
Hackenberg, Kurt, 1914-1981, Journalist, Beigeordneter für Kunst und Kultur der Stadt Köln 1955-1979.

I. Einleitung

1. Übernahme des Nachlasses

Am 7.3.1994 übergab Frau Gertrud Hackenberg dem Historischen Archiv der Stadt Köln die in ihrem Eigentum befindlichen Papiere und Schriftstücke ihres verstorbenen Ehemannes Dr. Kurt Hackenberg (acc. 2241/94).

Kurz darauf starb die Leihgeberin. Im Mai / Juni 1997 wurde mit ihren Kindern, Frau Claudia Braukämper und Herrn Martin Hackenberg, eine schriftliche Vereinbarung über die dauernde Aufbewahrung der Archivalien im Archiv getroffen. (vgl. 412101 - 2, Best. 1505).

Der Nachlass ist angereichert mit Unterlagen (überwiegend Kopien von Zeitungsartikeln), die Prof. Karl Ruhrberg im April 1995 dem Archiv zur Verfügung stellte (acc. 234 9/95).

2. Ordnung und Verzeichnung

Die archivische Ordnung und Verzeichnung des Nachlasses wurde im Mai 1995 vorgenommen.

Dabei war von vornherein nicht beabsichtigt, den Bestand voll zu erschließen; er sollte durch die vorgenommenen Ordnungsarbeiten erst einmal benutzbar gemacht werden. Dementsprechend wurde auf zeitraubende Ermittlungsarbeiten bei den Manuskripten, die Erfassung aller Korrespondenzpartner und eine inhaltliche Erschließung des Briefwechsels verzichtet.

Die vom Nachlasser geschaffene Ordnung von Manuskripten zu Vorträgen und Aufsätzen, denen gelegentlich einschlägiger Briefwechsel beigefügt ist, blieb in der vorgefundenen Form erhalten.

Bei der Korrespondenz mit städtischen Bediensteten und Persönlichkeiten des Kölner Kulturlebens hingegen wurde die vorgefundene Ordnung nicht beibehalten, denn hier war eine angefangene Ordnung nicht weitergeführt worden und brachen Sinnzusammenhänge ab.

Daher wurden die betreffenden Akten aufgelöst und die Schreiben zusammen mit anderen losen Briefen alphabetisch nach Korrespondenzpartnern abgelegt.

Große Teile der bis 1979 entstandenen Korrespondenz gehören provenienzmäßig zu den Akten des Kulturdezernats. Sie wurden im Nachlass belassen.

Die nach Hackenbergs Pensionierung entstandene Korrespondenz ist in Akte 18 zusammengefasst.

Notwendige konservatorische Maßnahmen (Umbetten von Akten, Entfernen von Büroklammern und Verpacken in Aktenmappen) wurden im Zuge von Ordnung und Verzeichnung vorgenommen. Der Nachlass umfasst drei Archivkartons.

3. Benutzungsbestimmungen

Der Nachlass ist für die allgemeine Benutzung freigegeben. Der Benutzer ist jedoch verpflichtet, die Rechte Dritter, insbesondere Urheber- und Persönlichkeitsrechte, zu beachten.

II. Lebenslauf Kurt Hackenbergs

Kurt Hackenberg wurde am 22.9.1914 als Sohn eines Fabrikanten in Wuppertal-Barmen geboren.

1934 machte er sein Abitur. Nach einer dreijährigen kaufmännischen Lehre studierte er von 1937 bis 1940 Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Zeitungs- und Theaterwissenschaften an den Universitäten Berlin und Köln. Am 6.12.1940 promovierte er zum Dr. phil. Vom 4.2.1941 bis Kriegsende war er Soldat, vom 10.5. bis 15.8.1945 in französischer Kriegsgefangenschaft.

Kurz nach dem Krieg trat er der FDP bei. Nach zweijähriger Mitgliedschaft und drei parteilosen Jahren entschied er sich für die SPD, eigentlich für deren Kulturpolitik. 1945/46 betätigte er sich zunächst als freier Journalist. Am 1.7.1946 übernahm er die Leitung des Presse - und Werbeamtes der Stadt Wuppertal und ab 1.12.1955 die des Kulturdezernates der Stadt Köln.

Nach Ablauf der ersten Amtsperiode wurde er 1967 erneut für die Dauer von 12 Jahren zum Kulturdezernenten gewählt. Im Juli 1974 wurde ihm zusätzlich bis zur endgültigen Besetzung die freie Stelle des Schuldezernenten übertragen. Dem Deutschen Städtetag war er als langjähriges Mitglied des Kulturausschusses, dem Städtetag Nordrhein-Westfalen als Vorsitzender des Kulturausschusses verbunden. Weiter gehörte er als Vertreter des Deutschen Städtetages der Deutschen Unescokommission an.

Kurt Hackenberg war Träger des Komturkreuzes des Ordens der Sonne von Peru (1969), des Offizierkreuzes des Verdienstordens der Italienischen Republik (1967) und des Offizierkreuzes des Ordens "Leopold II." (1973).

Kurz vor Erreichung der Pensionsgrenze trat er am 31.5.1979 in den Ruhestand. Bis zuletzt arbeitete er an der Vorbereitung einer Ausstellung über Industriekultur des Landes Nordrhein-Westfalen.

Kurt Hackenberg starb am 28.2.1981 in Wuppertal.

Köln, im Juni 1997

Bearbeiterin: Mechtild Wilkes

Enthält u.a.:

Persönliche Unterlagen zum beruflichen Werdegang;

Korrespondenz mit Persönlichkeiten aus Kultur und Politik, meist aus Köln u.a. Arno Assmann, Heinrich Böll, Franz Brill, Theo Burauen, Claus Helmut Drese, Otto H. Förster, Katharina Focke, Wilhelm Hack, Günter Herterich, Artur Joseph, Horst Keller, István Kerstész, Heinz Kühn, Heinrich Lehmann-Grube, Heinrich Lohmer, Peter Ludwig, Heinrich Mohnen, John van Nes Ziegler, Gert von der Osten, Kurt Rossa, Wolfgang Sawallisch, Lilly von Schnitzler, Heinrich Schröter, Oscar Fritz Schuh, Hann Trier, Hubert Troost, Günter Wand, Karl Zieseniß (1955-1979);

Korrespondenz mit Buchhandlungen, Vereinen, Verlagen, Galerien (1969-1980);

Mitarbeit in der Deutschen Unesco-Kommission;

Parteiangelegenheiten: Schriftwechsel mit der SPD, u.a. Ortsvereine Köln, Kreisverband, Ratsfraktion, Sozialistische Jugend Deutschlands, Die Falken, Sozialistische Bildungsgemeinschaft Köln e.V. (1966-1974), Ratsmitglied der Gemeinde Odenthal (1979-1980);

kulturpolitische Tätigkeiten, u.a. Stiftung Ludwig, Korrespondenz mit Peter Ludwig (1976-1980);

Aufsätze, Vorträge, Reden;

Presseartikel über Kurt Hackenberg, seine Nachfolge, Kölner Kulturdezernenten, Kölner Kulturpolitik (1955-1980).
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