Kroh, Heinz



Signatur : Best. 1874


Inhalt :
Heinz (eigentl. Heinrich) Kroh, geb. 12. Sept. 1881 in Köln-Deutz, gest. 1. Juli 1972 in Dortmund. Er war Zeichner, Radierer und Maler. Insbesondere von Genreszenen vom großstädtischen Leben in Köln und Paris.

Kroh machte eine Schlosserlehre bei der Köln-Deutzer Gasmotorenfabrik (GFD) und danach eine Ausbildung als technischer Zeichner. 1904 gewährte ihm der Direktor der GFD, Carl Stein, ein Stipendium für die Düsseldorfer Kunstakademie. Er studierte bei Eduard von Gebhardt und Peter Janssen und Adolf Maennchen. Die ”Drei-Minutenskizze“ wurde zum Spezifikum von Heinz Kroh, die er auch regelmäßig ausstellte. 1909 bis 1912 studierte und arbeitete er in München. Es folgten längere Aufenthalte im Wittgensteiner Land, im Badischen Schwarzwald und bei Familie Zander in Straßburg. 1914 wurde er als Kriegsfreiwilliger als Sanitäter in Belgien eingesetzt. 1916 erlitt er einen Nervenzusammenbruch. Nach einem Ruheaufenthalt in Rheine war er bis 1920 als Funker am Militärflugplatz Stolp beschäftigt. Dort hielt er sich - unterbrochen von Reisen nach Berlin - bis 1920 auf. Ab da lebte Heinz Kroh wieder im Haushalt seiner Eltern in Köln, später bei seiner Schwester Elly. Ab 1924 hatte er ein Atelier im Gereonshaus, wo er regen Kontakt mit seinen Künstlerkollegen pflegte.

Bis 1929 war er Vorsitzender der Kölner Gruppe des Reichwirtschaftsverbandes bildender Künstler. Von 1924 bis 1926 führten ihn Studienreisen nach Holland, auf die Hallig Hooge und nach Paris. 1929 heiratete er die noch nicht 19-jährige Hertha Schimmelpfennig aus Dortmund. Als Zeichner und Radierer nahm Heinz Kroh bis 1933 regelmäßig an Ausstellungen des Kölnischen Kunstvereins und an der ”Großen Düsseldorfer Kunstausstellung“ teil. 1943 wurde das Atelier in Köln-Buchforst bei mehreren Luftangriffen zerstört. Kroh war bis 1933 Mitglied der völkischen DNVP, die er verließ, um anschließend der NSDAP beizutreten (Nr. 2.120.284). Er wurde Mitglied der Reichskulturkammer (1934-1945) und der Reichskammer der bildenden Künste (1934-1945). In der NS-Zeit Nationalsozialismus lebte er längere Zeit in Berleburg (Wittgenstein).

Heinz Kroh gab zeitweise Unterricht als Zeichenlehrer am Kölner Gymnasium Hansaring. Nach 1945 wurde Krohl durch seine Milieu-Arbeiten bekannt, erhielt aber von der Kunstszene wenig Anerkennung. 1953 verhalfen ihm Kölner Kollegen zu einer Atelier-Wohnung in Köln-Buchforst. Der Lebensunterhalt wurde von Hertha Kroh bestritten. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten war seine künstlerische Schaffensenergie ungebrochen: Er zeichnete und skizzierte wieder im Kölner Milieu. Beachtenswert sind seine Skizzenbücher und kleinformatigen Zeichnungen.

Der dem Archiv aus dem Nachlass von Hella Rafflenbeul-Kroh, Tochter von Heinz Kroh, übergebene Nachlass enthält Tagebücher, Briefe, Ausstellungsverzeichnisse, Dokumentationen von Veröffentlichungen in Kölner Zeitungen, Fotos von Zeichnungen und Ölbildern sowie Korrespondenzen, aber keine Zeichnungen. Viele Zeichnungen von Heinz Kroh befinden sich im Kölnischen Stadtmuseum, welches 2007 auch eine Ausstellung zeigte.

Umfang : 0,5 lfd. m
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