Morschel, Hans



Signatur : Best. 1549


Inhalt :
Morschel, Hans, geb. 1895, Musiker, Kapellmeister.

Hans Morschel wurde am 25. Febr. 1895 als Sohn des Bäckers Johann Morchel in Köln- Ehrenfeld geboren. Nach einigen Schuljahren auf dem Schillergymnasium besuchte er von 1909 bis 1914 das Konservatorium für Musik. Erst spät, 1930/31, studierte er einige Semester Musikwissenschaft an der Universität Köln.

Nach Teilnahme am 1. Weltkrieg hatte er kurze Engagements als Theaterkapellmeister an den Theatern in Barmen (1918/19), Hagen (1919/20), Bautzen (1920/21) und Gera (1921-1924); von 1924 bis 1933 leitete er den Konzertverein Kölner Singakademie und war seit 1930 u.a. Leiter der Kulturabteilung des Gaus Köln-Aachen der NSDAP (Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei). Im Zusammenhang mit privaten und beruflichen Schwierigkeiten gelang es Morschel nach 1933, nur gelegentliche Engagements zu erhalten, so in Kolberg/Hinterprommern und in Döbern. Später - 1937/38 - wandte er sich dem Filmgeschäft zu und war Teilhaber einer Filmgesellschaft, die u.a. im Filmexport tätig war. Um 1939/40 verliert sich seine Spur. Ein Sterbedatum konnte nicht ermittelt werden.

Der vorliegende Nachlass wurde 1998 käuflich erworben und unter Nr. 2471/98 akzessioniert. Er wurde von Frau Holzhauser vorgeordnet, anschließend vom Unterzeichner verzeichnet.

Köln, im Februar 2001

Bearbeiter: Dr. Kleinertz

Enthält u.a.:

Persönliche Unterlagen, Briefwechsel mit der Familie, bes. mit der Mutter, der später von ihm geschiedenen Ehefrau Charlotte Strauß-Morschel, der Tochter Eva;

Briefwechsel mit Freunden und Bekannten, auch befreundeten Künstlerlinnen/Sängerinnen, beruflicher Schriftwechsel mit Intendanten, Dirigenten, Theater- und Opernbühnen betr. Anstellung;

Tätigkeit als Kapellmeister in Köln (Kölner Singakademie), Gera, Kolberg (1934-35) und Döbern (1936);

verschiedene persönliche und berufliche Prozesse;

Anstellungen an den Theatern in Barmen, Hagen, Duisburg, Bautzen, Gera, Kolberg, Döbern;

Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk (1932-1933);

Tätigkeit in der NSDAP (Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei) als Leiter der Filmstelle Rheinland-Saar Gau Köln-Aachen (1932-1933), Tätigkeit im Kampfbund für Deutsche Kultur, Ortsgruppe Köln (1933), Parteiaustritt und Wiedereintritt (1933-1938);

Tätigkeit im Filmbereich: Rheinische Landesbildstelle betr. Rheinische Bild-, Film- und Funktagung 1933, Filmprojekte in Paris (1935-1938), Beteiligung an der K.-U.-Filmproduktions- und Vertriebs GmbH, Berlin bes. betr. Vertrieb und Lizenzen (1938-1939);

Korrespondenz mit Filmproduktions- und Vertriebsgesellschaften, auch Drehbuchautoren (1934-1938);

Filmexposés.

Umfang : 1,30 m; 57 Akten