Raitz von Frentz (Familie)



Signatur : Best. 1037


Inhalt :
Die Familie Raitz von Frentz gehört zu den ältesten Kölner Geschlechtern. Bereits im 12. Jahrhundert sind Mitglieder der Familie, die sich auf einen gewissen Razo (überliefert als Ministeriale der Abtei von St. Pantaleon zu Köln) zurückführen, belegt. Angehörige der Familie bekleideten in den folgenden Jahrhunderten immer wieder bedeutende Funktionen im öffentlichen Leben der Stadt Köln, so als Schöffen oder Bürgermeister. Obwohl sich seit dem 14. Jahrhundert der Schwerpunkt der Raitzschen Besitzungen außerhalb von Köln konzentrierte und die nicht-geistlichen Familienmitglieder zunehmend nach Anerkennung im rheinischen Landadel strebten, berichtet noch die Koelhoffsche Chronik am Ende des 15. Jahrhunderts von der Bedeutung der Familie für die Stadt Köln.

1347 erwarb Rutger (II.) Raitz das Haus Frens bei Bergheim an der Erft, das in der Folge namenbildend sein sollte. Weitere Besitzungen in der Umgebung, etwa die Güter Quadrath und Ichendorf, folgten bald. In der Folge etablierten sich die Raitzen zu Frentz zunehmend im rheinischen Landadel des späten Mittelalters und vor allem der frühen Neuzeit, wobei die Besitzschwerpunkte im Herzogtum Jülich lagen (neben dem Stammhaus Frens noch die Häuser Schlenderhan und Kendenich sowie Besitzungen um Büttgen, Kleinenbroich und anderswo). Dem Herzogtum Jülich waren Mitglieder der verschiedenen Linien immer wieder als Amtmänner und Angehörige des Geheimen Rates sowie in weiteren Funktionen verbunden.

Dass dennoch auch Köln als Ursprungsort des Geschlechts nicht aus dem Blick verloren wurde, davon zeugen nicht nur die in der urkundlichen Überlieferung zahlreich belegten Kontakte zum Erzbischof als Lehnsherrn und zu den dortigen Gerichten. Auch die 1633 eingerichtete Studienfundation Raitz von Frentz legte fest, dass die zur Fundation zugelassenen Söhne der Familien zunächst in Köln studieren sollten. Besonders im 18. Jahrhundert übernahmen Angehörige der Linie Schlenderhan zudem Funktionen in der erzbischöflichen Landesverwaltung.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts dehnten sich die Besitzinteressen einer Linie der Raitz von Frentz ins märkische Westfalen aus. Durch seine Ehe mit Maria Franziska von Nagel zu Gaul fielen die Nagelschen Fideikommiss-Güter Listringhausen und Badinghagen (bei Meinerzhagen) an Franz Carl Anton Raitz von Frentz, jene zwei Besitzkomplexe, die nicht zuletzt für die im Historischen Archiv der Stadt Köln zusammengeführte archivische Überlieferung der Familie zentrale Bedeutung haben.

Seit 1937 befindet sich das Gutsarchiv Listringhausen/Badinghagen im Historischen Archiv der Stadt Köln, wo es von der damaligen Eigentümerin, Judith Freifrau von Harff, geb. Raitz von Frentz, dauerhaft deponiert wurde. Es umfasst 22 (Kölner) Archivkartons (in der heutigen Zählung die Kästen 51-53, 55-72, 74-75). 1972/1973 deponierte Frau Irmgard Eilenstein das Hausarchiv Schlenderhan (Hattenheim) im Historischen Archiv, welches insgesamt 42 Kölner Archivkartons umfasst (heute: Kasten 1-42). Hinzu kommt die bis heute unverzeichnete vornehmlich genealogische Sammlung des Emmerich Raitz von Frentz aus Haunstetten, die dem Archiv im Oktober 1975 übergeben wurde (Kasten 81-104). Zu verweisen ist zudem auf den Nachlass von Max Nikolaus Raitz von Frantz, der seit 1964 bzw. 1970 als Depositum des Familienverbands im Historischen Archiv verwahrt wird (Best.1037A), sowie auf den Nachlass des Jan von Werth (Best. 1106), den die Stadt Köln 1929 für damals 9000 Reichsmark aus Raitz-von-Frentzischem Familienbesitz erwarb.

Der Gesamtbestand umfasst etwa 37 lfd. m Akten und Urkunden mit einer Laufzeit von 1308 bis ca. 1800. Schwerpunkte sind die Verwaltungen der Besitzungen der Familie Raitz von Frentz, sowie die mit den märkischen Häusern übernommenen Gutsarchive (Listringhausen und Badinghagen). Die seit dem späten Mittelalter immer wieder aufkommenden gerichtlichen Auseinandersetzungen um die verschiedenen Besitzkomplexe sowie um Erbansprüche sind ebenso ein Schwerpunkt wie die für den niederen Adel vielerorts charakteristischen Auseinandersetzungen um die Ausübung von Jagdgerechtigkeiten (hier besonders in Büttgen).

Die Verzeichnung des Bestands ist als vorläufig zu werten. Zwar liegen für die Urkunden aus den Teilbeständen Schlenderhan und Listringhausen teilweise sehr ausführliche Regesten vor, allerdings sind die Akten knapp, und die genealogische Sammlung noch kaum verzeichnet.

Umfang : 37 lfd. m Akten und Urkunden

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