Staelshof zu Urbach



Signatur : Best. 9510


Inhalt :
Die Bezeichnung Staelshof sagt schon aus, daß dieser Hof im Porzer Stadtteil Urbach (jetzt Leuschhofgasse 12) einstmals im Besitz der STAEL VON HOLSTEIN (Linie zu Sülze) gewesen ist (Fahne: Geschichte der Herren Stael, S. 47 u. 100).

Durch die Heirat der Adelheid Stael von Holstein zu Sülze mit Wilhelm von BELLINGHAUSEN gelangten des Haus Sülze und andere Staelsche Güter an die von Bellinghausen. Das Ehepaar besaß infolgedessen auch den Staelhof zu Urbach, der sich danach in Händen seines Sohnes Peter (verheiratet mit Helene von Brempt) befand, welcher von 1562-1591 auf Haus Venauen bezeugt ist (Classen a.a.O, Sp. 218 und 271).

Peters Sohn Johann empfing bei der Erbteilung 1591 das Haus Venauen, den Staelshof zu Urbach, ein Weingut zu Ensen, den Klasberg auf der Scheider Höhe und den Pflasterhof zu Weiß. Johannes Bruder Wilhelm (+1628; Amtmann zu Beyenburg; verheiratet mit Maria Leonora vom Scheidt gen. Weschpfenig) erhielt unter anderem den Bertramshof zu Zündorf und einen Busch zu Urbach (Fahne: Geschichte der kölnischen Geschlechter I, S. 23). Wilhelm läßt sich schon 1601 als Besitzer von Leidenhausen nachweisen (SP:D 1/2 und §).

Johann von Bellinghausens Sohn Peter, Herr zu Venauen, heiratete Sibylla von Kattenbach. Bald darauf gelangten Venauen in den Besitz der Familie BERTOLF VON BLEVEN, die aus dem Limburgischen stammte (Müller a.a.O, S. 250). An diese Einheirat erinnert heutzutage noch das Allianzwappen mit Jahreszahl 1672 am Haus Venauen. Die Besitzverhältnisse des Staelshofes zu Urbach müssen für das 17./18.Jahrhundert noch geklärt werden.

Im Archiv der Freiherren von LA VALETTE im Schloß Auel (Gemeinde Wahlscheid/Siegkreis) findet sich eine Urkunde (Nr. 58) vom 17. Juni 1791 (Stadtarchiv Porz: E519-11 La Valette/1), die eine Geldanleihe des Freiherr VON BROE zu Diepenbend und dessen Frau Maria Anna, geb. von Doetsch, beinhaltet. Als Sicherheit setzten die Schuldner ihren auf 7314 Reichstaler geschätzten Staelhof zu Urbach. Die Schuld wurde 1814 wieder zurückgezahlt. Nach einer gerichtlichen Bestätigung der Schuldurkunden von 1791 soll des Staelshof aus der Erbschaft derer VON DOETSCH stammen.

Freiherr von Broe verkaufte den Stealshof und dessen Ländereien im Jahre 1817. Haus, Hof und Garten erwarb damals der Kaufmann und Wirt Matthias KIMMES zu Urbach. Dieser überließ das Erworbene im Rahmen eines Tausches vom 26. Juni 1817 an die Ehe- und Ackersleute Wilhelm KÜPPER und Elisabeth Schlauss. Die Eheleute Küpper veräußerten den Staelshof am 27. Dezember 1821, besitzt den Hof noch immer und hat die Archivalien im Stadtarchiv Porz vertraglich hinterlegt (Archiv-Zugang 86/1965).

Darstellungen zur Geschichte des Staelshofes

- Classen, Wilhelm: Burg und Amt Lülsdorf unter den Herzögen von Berg, in: Lülsdorf am Rhein, herausgegeben von Heinrich Olligs.-1952.

- Delvos, Christian Hub. Thaddäus: Geschichte der Pfarreien des Dekanates Siegburg.-Köln 1896

- Fahne, A.: Geschichte der kölnischen Geschlechter I -Köln und Bonn 1848.

- Fahne, A.: Geschichte der Herren Stael von Holstein. -Köln 1871 (Forschungen auf dem Gebiet der Rheinischen und Westphälischen Geschichte 3 Bd).

- Hettinger, Nikolaus: Beiträge zur Geschichte Urbachs -Porz [1928].

- Müller, Ägidius: Venauen, in: Monatsschrift des Bergischen Geschichtsvereins 5. Jahrgang -Elberfeld 1898, S. 249-252.

- Müller, Ägidius: Auel im Aggerthal, in: Monatsschrift des Bergischen Geschichtsvereins 5. Jahrgang. -Elberfeld 1898, S. 173-176.

- Die Freiherrren von Broe: Macco: Beiträge zur Genealogie rheinischer Adels- und. Patrizierfamilien. - Aachen 1887, 1. Bd., S. 180.

Stadtarchiv Porz. Alte Bestandssignatur D 10

Provenienz : Stadtarchiv Porz

>> zum Findbuch Best. 9510 Staelshof zu Urbach
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