Teuwen, Wilhelm



Signatur : Best. 1426


Inhalt :
Teuwen, Wilhelm, 1908-1967, Glasmaler, Leiter der Klasse für Kirchen- und Glasmalerei an den Kölner Werkschulen.

I. Übernahme, Verzeichnung, Benutzung

Die vorliegenden Unterlagen des Glasmalers Wilhelm Teuwen (1908-1967) wurden am 18.10.1990 von Frau Elisabeth Teuwen übernommen und unter Nr. 192 8/90 accessioniert. Der Nachlaß erhielt die Bestandsnummer 1426.

Die Entwürfe und Kartonzeichnungen, die teils in Rollen, teils in Mappen mit Übernahmelisten, das heißt Fachverzeichnissen, ins Archiv kamen, wurden von Herrn Dr. Kleinertz anhand der von Frau Teuwen erstellten Listen durch Titelverzeichnung erschlossen.

Damit die Entwürfe und Kartons möglichst wenig im Original benutzt werden, erstellten Herr Dawidjan (kleinformatige Zeichnungen) und Herr Schwüle (den größten Teil der Zeichnungen) Negative (6x6 cm) und Abzüge (18x24 cm). Von den Abzügen wurden Kopien angefertigt und dem Findbuch beigeheftet. Herr Schwüle stellte auch die genaue Abmessung der einzelnen Pläne fest, während Frau Andrea Rickers im Rahmen eines Praktikums die Pläne und die Negative/Abzüge kollationierte.

Im November 1994 übernahm die Unterzeichnete die Verzeichnung des Schriftgutes, die Signierung der in Mappen liegenden Zeichnungen sowie die Beschreibung des Lebenslaufes von Teuwen und die abschließende Gliederung des Bestandes.

Für die Benutzung des Nachlasses durch Dritte für Arbeiten im Historischen Archiv ist in jedem Einzelfall die Genehmigung der Leihgeberin einzuholen. Ebenso bedürfen fotografische Aufnahmen durch Dritte der Genehmigung durch Frau Elisabeth Teuwen.

Köln, im Dezember 1994

II. Lebenslauf Wilhelm Teuwens

Wilhelm Teuwen wurde am 16.8.1908 als zweites Kind der Eheleute Peter Teuwen und Rosalie Teuwen geb. Janssen in Anrath geboren.

Nach dem Besuch der dortigen katholischen Volksschule besuchte er ein Jahr lang die gewerbliche Berufsschule in Krefeld und trat dann als Lehrling in das väterliche Maler- und Anstreichergeschäft ein. Er arbeitete 6 Jahre während der Sommermonate als Handwerker, in den Wintermonaten absolvierte er die Handwerker-, Kunst- und Gewerbeschule Krefeld.

1929 begann er sein Studium an der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf und wurde Meisterschüler von Prof. Heinrich Campendonk. In seiner Klasse versuchte er sich in allen Techniken der Malerei, mit besonderer Hinneigung zum Holzschnitt und zur Glasmalerei. Ein erstes größeres Fenster entstand und wurde ausgeführt infolge eines für ihn erfolgreich verlaufenen Wettbewerbs für die Kriegerehrung in Jedem. Nach dem Ausscheiden Campendonks aus dem Lehrkörper der Akademie 1933 studierte er noch eine kurze Zeit bei Prof. Nauen und verließ 1934 die Akademie als Meisterschüler von Prof. Campendonk und Prof. Nauen.

In den Jahren bis zum 2. Weltkrieg lebte er in freier künstlerischer Tätigkeit und beschäftigte sich mit Öl-, Hinterglasmalerei und Holzschnitt. Für private und kirchliche Auftraggeber entstanden Wand- und Glasmalereien, Steinmosaiken, Textilentwürfe für Möbelstoff und Paramente, die in der Krefeider Textilindustrie ausgeführt wurden. Die Erneuerung kirchlicher Innenräume wurde mehrfach von ihm künstlerisch geleitet.

Am 2.6.1936 heiratete er Else Röttges aus Krefeld und siedelte nach dort über. Aus der Ehe gingen 4 Kinder hervor.

Am 17.6.1940 wurde Teuwen als Soldat zur Wehrmacht eingezogen. Als solcher war er in der Tschechoslowakei, in Frankreich, Rußland und Italien.

Nach der Kapitulation der Italienarmee geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 2 9.7.1945 entlassen wurde.

Am 1.10.1946 folgte er einer Berufung an die Kölner Werkschulen. Dort übernahm er die Leitung der Klasse für Glasmalerei, der bis zu seinem Tod Johann Thorn-Prikker vorgestanden hatte. Von 1947 bis 1960 nahm er an nationalen und internationalen Ausstellungen kirchlicher Kunst teil.

1957 vertraute er dem Clemens-Sels-Museum in Neuss die Durchführung der einzigen, zusammenfassenden Ausstellung seines Werkes nach dem Kriege an.

Am 18.5.1961 wurde er für seine künstlerischen und pädagogischen Verdienste vom Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen durch die Verleihung des Professorentitels ausgezeichnet.

Wilhelm Teuwen starb am 21. August 1967 in Anrath.

Enthält u.a.:

Unterlagen zum beruflichen Werdegang (1945-1966);

Schriftwechsel mit den Kölner Werkschulen (1955-1966);

Schriftwechsel mit meist kirchlichen Auftraggebern (1962-1967);

Kataloge zu Ausstellungen (1945-1961), Studienfahrten nach Rom und Vinci (1960-1966);

Artikel über Teuwen in Zeitschriften (1946-1947);

Fotografien von Schülerarbeiten;

Zeichnungen, Entwürfe für Glasfenster in Kirchen, Profanbauten und Privathäusern, u.a. in Anrath, Bürvenich, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Köln (Dom, Franziskanerkirche St. Marien, St. Gereon, Gürzenich, St. Paul), Krefeld, Leverkusen, Lübeck, Mönchengladbach, Uedem;

Entwürfe von figürlichen Motiven und Ornamenten.

Sperrvermerk : Gesperrt bis: 2050
Umfang : 1 Karton, 100 Rollen Zeichnungen

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