Wellershoff, Dieter



Signatur : Best. 1554


Inhalt :
Wellershoff, Dieter, geb. 1925, Schriftsteller.

Übernahme, Ordnung und Verzeichnung, Benutzung

Der Schriftsteller Dieter Wellershoff hat seit dem Ende der 80er Jahre in gewissen Abständen Werkmanuskripte im Lik-Archiv der Zentralbibliothek hinterlegt. Mit Vertrag vom 21. Sept. 1988 hat die Stadt Köln das Archiv von Dieter Wellershoff käuflich erworben. Die im Lik-Archiv angesammelten Unterlagen, vor allem Manuskripte, wurden am 11. Sept. 1996 an das Historische Archiv abgegeben und unter der Nr. 2476/96 accessioniert. Der Bestand erhielt die Bestands-Nummer 1554. Er umfaßt 13 Archivkartons.

Die Unterlagen wurden nach Sachgruppen geordnet und im folgenden kurz aufgelistet. Die von Frau Biedermann vom Lik-Archiv nach dem Alphabet der Titel erstellten Listen wurden der Aufstellung und dem Titelverzeichnis zugrunde gelegt.

Die Materialien nicht privaten Charakters, die Manuskripte veröffentlichter Werke und die Plakate, sind für eine Benutzung zugänglich. Bei allen anderen Unterlagen ist eine schriftliche Genehmigung von Dieter Wellershoff einzuholen.

Köln, den 30.11.1997

Bearbeiterin: Dr. Gertrud Wegener

weitere Abgaben:

Acc. 2781/99 (Nr. 304, 305),

Acc. 2919/00;

Die unter Nummer 326-333 und Nr. 307 zugeordneten Unterlagen sind vom LiK-Archiv übernommen und unter Inv. 2003/47 inventarisiert worden.

Marion Fey 16.07.2003

Das LiK-Archiv hat am 01.03.2004 die unter Nummer 334 bis 342 aufgeführten Videobänder und ein Fotoalbum (Nr. 343) abgegeben (Inv. 2004/14).

Marion Fey 05.03.2004

Am 19.01.2005 (Inv. 2005/03) sind von Herrn Wellershoff 20 Ordner mit Schriftwechsel (A-Z), Manuskripte, Materialsammlung sowie Bücher übernommen worden.(noch nicht ins Findbuch aufgenommen)Marion Fey 20.10.2005

Lebenslauf von Dieter Wellershoff

1925 am 3. November als Sohn des Kreisbaumeisters Wilhelm Walter Wellershoff und seiner Frau Kläre, geb. Weber, in Neuss geboren. Er verlebte seine Kindheit und Jugend in Grevenbroich, besuchte dort die Grundschule und das Gymnasium.

1930 Geburt des Bruders Hans Walter.

1943 meldete sich freiwillig zum Militärdienst.

1944 in Litauen verwundet.

1945 Kriegsgefangenschaft.

1946 Abitur für Kriegsteilnehmer.

1946-1952 Studium der Germanistik, Psychologie und Kunstgeschichte in Bonn.

1952 wurde zum Dr. phil. promoviert mit der Dissertation "Untersuchungen über Weltanschauung und Sprache Gottfried Benns".

1952 heiratete Maria von Thadden, Dr. phil. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor (Irene, Gerald, Marianne).

1952-1955 Redakteur bei der »Deutschen Studentenzeitung«»

1955-1959 freier Schriftsteller.

1958 "Gottfried Benn - Phänotyp dieser Stunde". Neuaufl. 1986.

1959-1981 Lektor für Wissenschaft und deutsche Literatur im Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch.

1960 "Am ungenauen Ort". Zwei Hörspiele.

ab 1960 Lesungen bei der »Gruppe 47«

"Der Minotaurus", Hörspiel.

1961 Herausgeber von "Gottfried Benn. Gesammelte Werke in vier Bänden".

1962 "Anni Nabels Boxschau", Bühnenstück. Urauff. Darmstadt 1963.

Herausgeber von "Ein Tag in der Stadt. Sechs Autoren variieren ein Thema."

1962-1963 Hielt vier Poetik-Vorlesungen an der Münchener Universität, die als Essays u.d.T: "Der Gleichgültige. Versuche über Hemingway, Camus, Benn und Beckett" erschienen.

1963 Poetik-Lektorat an der Universität Warwick/England.

1964 "Bau einer Laube", Hörspiel.

seit 1965 Redakteur der »Neuen wissenschaftlichen Bibliothek«»

1966 Erste Romanveröffentlichung "Ein schöner Tag".

1967 Hrsg. von "Wochenende. Sechs Autoren variieren ein Thema".

1969 "Die Schattengrenze", Roman.

"Wünsche", Hörspiel.

"Literatur und Veränderung", Essays.

1970 "Das Schreien der Katze im Sack", Hörspiel.

1971 "Hysteria-Paradies", Ein Szenarium für eine Multimedia-Oper. Urauff. im Opernhaus in Köln.

"Die Toten", Hörspiel.

1972 "Einladung an alle", Kriminalroman, dessen Fabel auch dem ersten Fernsehspiel "Eskalation" zugrundeliegt, das 1974 im ZDF gesendet wurde.

"Neun Autoren - Wohnsitz Köln". Darin von Wellershoff "Tagebuch. Mai 71".

1973 "Null Uhr Null Minuten und Null Sekunden", Hörspiel.

"Literatur und Lustprinzip", Essays.

1974 Poetik-Vorlesungen in Salzburg. Als Buch erschienen u.d.T.: "Die Auflösung des Kunstbegriffs" (1976).

1977 Sammelband "Doppelt belichtetes Seestück und andere Texte".

"Die Schönheit des Schimpansen", Roman.

"Glücksucher", eine Fernsehbearbeitung der Erzählung "Ein Gedicht von der Freiheit" (1974), gesendet in der ARD.

1978 "Die Freiheiten der Langeweile".

1979 Fernsehfilm "Die Schattengrenze" nach Motiven des gleichnamigen Romans und zweiteilige Fernsehproduktion "Phantasten", beide in der ARD gesendet.

"Glücksucher. Vier Drehbücher und begleitende Texte".

Herausgeber von "Etwas geht zu Ende. 13 Autoren variieren ein Thema".

1980 "Die Sirene", Novelle.

"Die Wahrheit der Literatur", Gespräche mit Literaturwissenschaftlern und Autoren. "Das Verschwinden im Bild", 11 literaturtheoretische Arbeiten aus den Jahren 1975-1980.

1982 "Flüchtige Bekanntschaften", Fernsehfilm.

1983 "Der Sieger nimmt alles", Roman.

1985 "Die Arbeit des Lebens. Autobiographische Texte".

1986 "Die Körper und die Träume", Erzählungen.

1987 "Flüchtige Bekanntschaften. Drei Drehbücher und begleitende Texte".

"Wahrnehmung und Phantasie", Essays.

1987/88 Gastdozenturen für Poetik im Wintersemester1987/88 an den Universitäten Essen und Paderborn. Buchausgabe der Vorlesungen erschienen 1988 u.d.T.: "Der Roman und die Erfahrbarkeit der Welt".

"Pan und die Engel", Ansichten von Köln.

"Blick auf einen fernen Berg".

1992 "Das geordnete Chaos. Essays zur Literatur". Poetik-Lektorat an der University of Florida, Gainesville. Dargestellt in: "Im Lande des Alligators".

1993 "Angesichts der Gegenwart. Texte zur Zeitgeschichte".

"Zwischenreich. Gedichte".

1995 "Im Ernstfall. Innenansichten des Krieges""Tanz in Schwarz. Prosaminiaturen und eine Erzählung".

"Inselleben. Zum Beispiel Juist".

"Zikadengeschrei", Novelle.

1996 Poetik-Gastdozentur der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M.: "Das Schimmern der Schlangenhaut. Existentielle und formale Aspekte des literarischen Textes".

Auszeichnungen

1960 Hörspielpreis der Kriegsblinden

1962 Förderpreis des Landes NRW

1969 Kritikerpreis für Literatur

1988 Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln

1989 Verleihung des Professorentitels durch das Land Nordrhein-Westfalen

1995 Verleihung des Verdienstkreuzes des Landes Nordrhein-Westfalen

Mitgliedschaften

Seit 1968 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz, gehört dem P.E.N.-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland an und seit 1988 auch dem Wissenschaftskolleg Berlin.

Enthält u.a.:

Manuskripte, meist Typoskripte, teils mit handschriftlichen Korrekturen: Hörspiele, Drehbücher und Fernsehspiele (1961-1988), Romane, Novellen, Erzählungen und andere Prosatexte (1966-1992), autobiographische Schriften (1984-1995), größere Essays betr. Literatur 1976-1996), Politik und Zeitgeschichte (1987-1993), kleinere Arbeiten (1960-1996), Reden und Vorträge (1976-1993) Rezensionen (1977-1986, o.D.), Gratulationen an Schriftstellerkollegen, Interviews (1985-1986, o.D.), Notizen (1986-1988);

Umschlagentwürfe und Buchplakate zu Werken von Wellershoff (1966-1980);

Projekte, Workshops;

Korrespondenz zur Gottfried-Benn-Ausgabe (1957-1962), Leserpost zu verschiedenen Werken von Wellershoff;

Fotoserie betr. W. von Heinz Held (1961), Porträtfoto W. von Birgitt Hansen (1995);

Plakate zu Veranstaltungen, Lesungen von Wellershoff.

Vgl. ferner das Begleitheft zur Ausstellung "...den verborgenen Text sprechbar machen" Dieter Wellershoff, hrsg. von der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main mit Unterstützung des Historischen Archivs der Stadt Köln, Frankfurt 1996, dem die vorangestellte Übersicht entnommen ist.

Sperrvermerk : Gesperrt bis: 2050
Umfang : 15 Kartons
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken