Zeyen, Leo



Signatur : Best. 1841


Inhalt :
Der Bestand 1841 enthält Unterlagen, die dem Nachlass von Leo Zeyen (geboren 26. Aug.1919, gestorben 3. März 2012 Köln) entstammen und seinem Schaffen als Komponist zugrunde liegen, so vor allem Noten, Partituren, Notizen und Schriftwechsel. Der Nachlass umfasst eine Laufzeit von ca. 1936 (1948) bis 2005 (1990).

1. Übernahme und Benutzung

Das Historische Archiv der Stadt Köln übernahm den Nachlass am 25. April 2012. Er wurde von der Tochter von Leo Zeyen übergeben und unter der Inventarnummer 2012/23 akzessioniert. Er umfasst ca. 3,5 lfd. Meter. In die Archivtektonik reiht sich der Nachlass unter der Bestandsnummer 1841 in die Abteilung Sammlungen und Nachlässe ein.

Übernommen wurden 16 Kartons gefüllt mit Heftern, welche gelochte und gebundene Unterlagen beinhalteten, u.a. Partituren, Eintrittskarten, Programmhefte, Presseartikel, Notizen zu eigenen Werken. Die Akten wiesen nur minimale Schäden wie leichte Knicke, Stauchungen und Verstaubung auf. Im August 2014 wurde das archivwürdige Material gereinigt sowie archivgerecht umgebettet und mit den zugewiesenen Signaturen versehen.

Der gesamte Bestand unterliegt der Schutzfrist nach § 7 des ArchG NW. Im Fall von personenbezogenen Akten unterliegt der Bestand den persönlichkeitsschutzrechtlichen Bestimmungen des Archivgesetztes NRW. Die Akten sind 100 Jahre nach Geburt der betroffenen Person, 10 Jahre nach dem Tod oder 60 Jahre nach Aktenschließung, wenn weder Geburts- noch Todesdatum abgeben sind, benutzbar. Eine Schutzfristenverkürzung kann nach § 7 Abs. 6 genehmigt werden, wenn die Betroffenen, im Falle ihres Todes deren Rechtsnachfolger, in die Nutzung eingewilligt haben oder, wenn das Archivgut zu benannten wissenschaftlichen Zwecken genutzt wird und dann durch geeignete Maßnahmen sichergestellt ist, dass schutzwürdige Belange Betroffener nicht beeinträchtigt werden (§ 7 Abs. 6, ArchG NW).

Bei der Zitation ist auf die Form "HAStK, Best. 1841, Nr. [...]" zu achten.

2. Ordnung und Verzeichnung

Zunächst wurde der Bestand grob gesichtet. Die vorhandene Aktenordnung wurde bis auf einige Ausnahmen beibehalten und nur dort aufgehoben, wo es sich anbot eigenständige Kontexte zu erzeugen. Nach dem Bär'schen Prinzip wurde jedem Hefter und jeder extrahierten Einheit eine vorläufige Nummer zugewiesen. Nach gründlicher Sichtung erfolgte eine inhaltliche Beschreibung zu jeder Akteneinheit. Daraus resultierend und in Anlehnung an die Regeln für die Erschließung von Nachlässen und Autographen sowie den Erschließungsrichtlinien des Historischen Archivs der Stadt Köln wurde eine grundlegende sachthematische Einteilung der Bestandseinheiten in allgemeine und das Werk betreffende Unterlagen vorgenommen. Zudem wurde eine speziellere Klassifikation der Kompositionen und Partituren getroffen und die Einheiten entsprechend vorsortiert. Danach wurde eine Ordnung nach sachthematischem Prinzip betrieben und der Reihenfolge nach endgültige, laufende Nummern beigeschrieben.

Anschließend erfolgte die Datenbank-Verzeichnung in der Archivsoftware "ActaPro". Dabei wurden die zwei übergeordneten Klassifiktationspunkte "Allgemeines" sowie "Werke" erstellt sowie Unterklassifikationen betr. persönlicher Unterlagen, Werkkritiken, Zeitungsartikeln, Materialien zu Bühnenwerken, Veranstaltungen als auch ein Werkverzeichnis nach Genre, Sammlungen und Medienart angelegt. Die Einheiten wurden erfasst und analog den jeweiligen Klassifikationspunkten zugeordnet. Das Titelfeld entspricht dabei u.a. den Werkstiteln bzw. Partituren und der genaue Inhalt ist über Enthält- und Darin-Vermerke zu erschließen. Die Verzeichnung des Nachlasses wurde in den Verzeichnungsräumen des Restaurierungs- und Digitalisierungszentrums des Historischen Archivs der Stadt Köln von der Archivmitarbeiterin Hanna Kannengießer vorgenommen.

3. Biografie

Leo Zeyen wurde 1919 in Köln geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1937-1939 Komposition in Köln. Er war bei Prof. Philipp Jarnach an der Kölner Musikhochschule sowie für die musikwissenschaftlichen Studien an der Universität zu Köln bei Gustav Fellerer. Er musste sein Studium wegen Kriegsteilnahme und russischer Gefangenschaft für sechs Jahre unterbrechen.

Im Januar 1946 nahm er bei Prof. Jarnach Privatunterricht, den er nach der Wiedereröffnung der Musikhochschule regulär fortsetzen und 1950 beenden konnte. Zeyen wirkte seit 1949 als freischaffender Komponist und Privatmusiklehrer in Köln. U.a. übernahm er die Assistenzchorleitung des neugegründeten ”Philharmonischen Chores Köln“ bei Philipp Röhl.

Die Zeit in Argentinien

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland übersiedelte Zeyen 1950 nach Argentinien, wo bereits sein älterer Bruder lebte. Zwischen 1951 und 1954 wirkte er am Teatro Colòn in Buenos Aires u.a. als zeitweiliger Solo-Korrepetitor unter den Dirigenten Tulio Serfain und Karl Böhm. Teilweise war Zeyen als freier Mitarbeiter des Musikverlages ”Ricordi Americana“ tätig, sowie als Privatmusiklehrer für Klavier, Theorie und Korrepetition.

1954 wurde in Buenos Aires - in Anknüpfung an eine deutschsprachige Chortradition - der ”Philharmonische Chores Buenos Aires“ gegründet, dessen künstlerische und organisatorische Leitung Zeyen bis zu dessen Auflösung 1964 innehatte. In dieser Zeit wurden zahlreiche Chorkonzerte unter der Leitung Zeyens im staatlichen Rundfunk von Argentinien übertragen. Der Chor nahm viele Erstaufführungen europäischer Musik vor, wie z.B. Stücke von Händel, Bach, Buxtehude, Pachelbel, Haydn, Telemann und Purcell. Hinzu kamen Uraufführungen von älteren und neuen Kompositionen Zeyens.

1958 übernahm Zeyen für ein Studienjahr (März-Dezember) eine Professur für Komposition an der Universität El Litoral in der Argentinischen Provinz Sante Fè. Aus dieser Tätigkeit, die wegen der großen Entfernung zu Buenos Aires nicht weiter ausgeübt werden konnte, resultierte der argentinische Titel eines ”professor extraordinario“ (Prof. eo.), den Zeyen mit offizieller Berechtigung im In- und Ausland führen durfte.

Rückkehr in die Bundesrepublik

Mitte 1968 entschloss sich Zeyen aus familiären, ökonomischen und klimatischen Gründen mit seiner Familie in die Bundesrepublik zurückzukehren. Er wohnte seit Mai 1969 wieder in Köln und baute sich dort eine neue berufliche Existenz auf.

Unter Beibehaltung des Kölner Wohnsitzes nahm er eine hauptamtliche Tätigkeit als Lehrer für Klavier und Theorie an der Musikschule im niederrheinischen Moers auf. Hinzu kam eine Beschäftigung als Instrumentallehrer im Musikseminar der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

Aufführungen von Zeyens Werken erfolgten seit 1971 an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik; auch der WDR übernahm einige Produktionen.

Werke

Zu den Kompositionen Zeyens gehörten Klavier- und Kammermusik, Orchesterwerke, Liederzyklen, Solo- und Chorkantaten sowie die Oper ”Medea“ nach Euripides (1985 noch nicht fertig gestellt).

4. Abkürzungsverzeichnis

betr. = betreffend

Ev. = Evangelische

e.V. = Eingetragenenr Verein

EZW-Fakultät = Erziehungswissenschaftliche Fakultät

geb./gest. = geboren/gestorben

NRZ = Neue Ruhr Zeitung

u.a. = unter anderem

vermutl. = vermutlich

WAZ = Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Sperrvermerk : Gesperrt bis: 2015
Umfang : ca. 3,5 lfd. Meter
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