Zivilprozesse (ZP)



Signatur : Best. 120


Inhalt :
Der Bestand enthält Schriftgut zu Zivilprozessen, was nicht unbedingt mit einer Prozessakte eines Gerichts gleichzusetzen ist. Vielfach handelt es sich um Schriftgut des Syndikats.

Im reichsstädtischen Archiv wurden Prozessunterlagen, soweit heute bekannt, allein nach dem Namen der Parteien geordnet und aufbewahrt; es wurde weder nach Gericht noch nach Verfahren geschieden. Erst 1890 ist ihre Ordnung in Angriff genommen worden. Da in der Reichsstadt Köln schriftliches Verwaltungshandeln von einer Prozessführung wenig unterschieden war, zumal wenn eine eigene Kommission oder ein Kommissar mit der Erledigung beauftragt wurden, sind Verwaltungsschriftgut und Prozessakten so gut wie austauschbar. Aus diesen Gründen konnte man mit Prozessakten auch die Betreffbestände wie Handel, Zunft und Universität bedienen. Erst 1909, als die Ordnungsarbeiten an diesen Beständen weitgehend abgeschlossen waren, nahm man die Arbeit am Bestand Zivilprozesse wieder auf und füllte die schon bestehende Reihe der Offizialatsakten mit Blättern auf, die auf einen Rechtshandel hinwiesen und anderenorts nicht unterzubringen waren. Die 1893 noch angeklungene

Absicht, provenienzgerecht nach Gerichten zu ordnen, wurde nicht weiter verfolgt - eine wegen der Kompetenzvielfalt und häufigen Inanspruchnahme mehrerer Instanzen in Form von beteiligten Personen oder mit dem Prozess befassten Institutionen wohlbegründete Entscheidung. Das gilt um so mehr, als es sich vielfach nicht um die Akten der Gerichte selbst, sondern um Unterlagen handelt, die z.B. als Supplik dem Rat vorgelegt worden waren. Eine provenienzgerechte Ordnung hätte es daher erfordert, diese Überlieferung dem Rat oder auch dem Syndikat und nicht den Gerichten zuzuordnen. 1912 war der Bestand insgesamt formiert.

Bei der Erschließung des Bestandes wurden Gerichte und Instanzen den Namen der Prozessparteien vorangestellt. Angesichts der Entstehungsgeschichte des Bestandes ist aus diesen Angaben nur zu folgern, dass die entsprechenden Gerichte und Instanzen in den enthaltennen Schriftsätzen erwähnt wurden.

Provenienz : Gerichtswesen in Köln
Rat der Stadt Köln
Reichsgerichte
Syndikat
Umfang : 7330 Akten

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