F 34 - Bergbau AG Lothringen



Laufzeit : (1838-1840) 1856-1971


Inhalt : Firmensitz: Bochum
Branche: Steinkohlenbergbau
Die Bergbau-AG Lothringen war ein Bergbauunternehmen, das sich im Verlauf seiner wechselvollen Geschichte eine Reihe von teils sehr viel älteren Zechen angliederte. Insbesondere nach der Umwandlung der Gewerkschaft Lothringen in eine Aktiengesellschaft 1920 erfolgte dann der Ausbau der Firma zu einem gemischten Konzern. Allerdings ist ein Teil der nichtbergbaulichen Beteiligungen in den 1930er Jahren wieder abgestoßen worden.

1872 Konsolidierung der Felder Sanssouci, Sanssouci II und Sadowa (verliehen 1856-1871) im Bochumer Nordosten unter dem Namen Lothringen; Gründung der Gewerkschaft der Zeche Lothringen (8.4.); Abteufbeginn für Schacht 1 (1880 in Förderung; weitere Schächte folgen 1895/96, 1901/1905, 1907/1911, 1913/1914)
1886 Umbenennung in Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Lothringen
1895 Zusammenschluß mit der Gewerkschaft Graf Schwerin, Castrop (gegr.1872) zu einem Verkaufsverein im RWKS
1915 Beteiligung an der Gewerkschaft Oespel-Borussia, (Dortmund-) Kley (1920 wieder verkauft); Erwerb der Kuxenmehrheit an der Gewerkschaft ver. Schürbank & Charlottenburg, (Dortmund-) Aplerbeck (angelegt nach 1840, stillgelegt 1925)
1916 Beteiligung an der Gewerkschaft Barmen, Hiddinghausen
1919 Zusammenlegung der Verwaltungen der Gewerkschaften Lothringen und Graf Schwerin (mit Mehrheit an der Bergwerksgesellschaft Glückaufsegen, Dortmund-Hacheney)
1920 Erwerb der Aktienmehrheit des Märkisch-Westfälischen Bergwerks-Vereins, Letmathe; Umwandlung der Gewerkschaft Lothringen in eine Aktiengesellschaft
1921 Interessengemeinschaftsvertrag mit der Essener Steinkohlenbergwerke AG, Essen und der Henschel & Sohn GmbH, Kassel (bis 1923)
1923 Verschmelzung des Märkisch-Westfälischen Bergwerks-Vereins und der Gewerkschaft Freie Vogel & Unverhofft, (Dortmund-) Schüren (angelegt 1843, Kuxenmehrheit bei Lothringen seit 1912, 1925 stillgelegt) mit der Bergbau-AGLothringen; Verlegung des Firmensitzes nach Hannover in Folge der Ruhrbesetzung (bis 1932); Gründung der Handelsgesellschaft Lothringen (Holzgeschäft)
1924 Gründung der Handelsgesellschaft Eisen-AG Lothringen
1925 Erwerb der Aktienmehrheit der Steinkohlenbergwerke Becker AG, Krefeld, mit den Zechen Präsident (gegr. 1840) und Herbeder Steinkohlenbergwerke (gegr. 1912); Fusion mit Präsident und Schürbank & Charlottenburg; Erwerb der Mathildenhütte AG für Bergbau und Hüttenbetrieb, Bad Harzburg (1937 wieder verkauft)
1935 Interessengemeinschafts- und Betriebsführungsvertrag mit der Gewerkschaft Graf Schwerin
1936 Übernahme der Aktienmehrheit Lothringen durch den Wintershall-Konzern, Kassel
1937 Fusion mit den Gewerkschaften Graf Schwerin und Herbeder Steinkohlenbergwerke
1943 Stillegung der Zeche Präsident
1956 Übergang der Aktienmehrheit Lothringen aus dem Besitz der Wintershall AG an den Eschweiler Bergwerks-Verein, Aachen
1967 Umwandlung auf den Eschweiler Bergwerks-Verein; Stillegung von Lothringen und Graf Schwerin 1970 Verlegung der Verwaltung von Bochum nach Kohlscheid
Beteiligungen an nicht-bergbaulichen Unternehmen: u.a. Attendorner Kalkwerke GmbH, Attendorn (1917; mit Zweigwerk in Rheine), Hiby & Schroer AG, Bergisch-Gladbach (1921, 1938 liquidiert), Hannoversche Maschinenbau-AG (Hanomag), Hannoversche Waggonfabrik AG, Lindener Eisen- und Stahlwerke AG, alle Hannover (1924), Continentale Handels-AG, Zürich (1925, 1955 verkauft), Kohlenhandelsgesellschaft Hellinghausen & Co., Bochum (1925).
41 m
1. Gewerkenbücher
Lothringen 1872-1921 (12), Graf Schwerin 1872-1960 (10), Glückaufsegen 1909-1936 (4), Herbede 1912-1932 (2), Freie Vogel & Unverhofft 1912 (1), ver. Schürbank & Charlottenburg 1896-1931 (7), Gewerkschaft Unna 1920-1924 (1), Gewerkschaft Anna, Burgholdinghausen/Kr. Siegen 1881-1923 (1).

2. Gründung und Weiterentwicklung des Unternehmens
Lothringen und Konzern 1924-1970 (5), Neuordnung des Ruhrbergbaus 1945-1970 (36), Graf Schwerin, Glückaufsegen 1856-1970 (5), Präsident 1838-1840, 1935-1969 (5), Freie Vogel & Unverhofft, Tochtergesellschaften 1944-1970 (3).

3. Unternehmensleitung und Verwaltung
Vorstand: Lothringen 1889-1956 (17), Graf Schwerin, Freie Vogel & Unverhofft, Heinrichssegen 1889-1939 (7).
Aufsichtsrat: Lothringen 1922-1970 (44), Tochtergesellschaften 1916-1970 (15).
Generalversammlung: Lothringen 1874-1899, 1920-1970 (61), Tochtergesellschaften, fusionierte Betriebe, Beteiligungen 1906-1971 (31).
Allgemeine Verwaltung: Finanzen: Lothringen 1873-1967 (33), Graf Schwerin, Glückaufsegen 1909-1970 (16), Präsident, Stahlwerk Becker AG 1908-1938 (5), Herbede, Ver. Hardenstein 1913-1959 (8), Freie Vogel & Unverhofft, Schürbank & Charlottenburg, sonstige 1901-1959 (18).
Rechtsfragen: Arbeitsrecht 1953-1970 (7), Prozesse 1923-1960 (59) Statistik 1938-1952 (2), Persönliche Schriftwechsel 1960-1970 (7).

4. Betrieb
Strom- und Gaserzeugung 1941-1957 (2), Entphenolungsanlage 1939-1971 (4), Unglücksfälle 1936-1952 (3).

5. Verkauf
Kohlenpreise 1953-1970 (20), Wettbewerb Kohle/Öl 1953-1970 (12), Werbung 1957-1969 (9), Absatz von Nebenprodukten 1953-1957 (5).

6. Belegschaft
Belegschaftslisten 1871-1925 (16), Anwerbung, Beschäftigung von Ausländern, Belegschaftswechsel 1952-1970 (44), Belegschaftsangelegenheiten 1953-1967 (21), Gedingewesen 1937-1966 (10), Lohn- und Tariffragen 1954-1970 (12), Deputate 1938-1952 (2), Jubiläen und Auszeichnungen 1953-1970 (5), Knappschafts-(Bergbau-)Berufsgenossenschaft 1937-1952 (49), Ruhrknappschaft 1943-1952 (27), Betriebsvertretung, Tag der Arbeit 1938-1968 (4).

7. Mitgliedschaften und Beteiligungen an Kohlenabsatzorganisationen
Bochumer Kohlen-Verkaufsverein 1891-1894 (1), RWKS/DKV 1925-1969 (24), Gemeinschaftsorganisation Ruhrkohle GmbH, Essen 1949-1970 (54), Geitling Ruhrkohlen-Verkaufsgesellschaft mbH, Essen 1953-1970 (29), Präsident Ruhrkohlen-Verkaufsgesellschaft mbH, Essen 1964-1966 (2), Ruhrkohlenkontor GmbH - Gemeinschaftliches Büro der Ruhrkohlen-Verkaufsgesellschaften, Essen 1957-1965 (10), Ruhrkohlen-Beratung GmbH, Essen 1955-1970 (36), Ruhrkohlen-Exportgesellschaft mbH, Essen 1956-1964 (1), Ruhrkohle-Treuhandgesellschaft mbH, Essen 1956-1964 (2), Ruhrkohle 1966-1969 (6), Montana Verwaltungsgesellschaft mbH, Essen 1954-1968 (2), Notgemeinschaft Deutscher Kohlenbergbau GmbH, Essen 1959-1970 (3), Kohlenhandelsgesellschaften 1937-1969 (15), Kohlenhändlervereinigung 1938-1951 (1).

8. Mitgliedschaften und Beteiligungen an Kohlenwertstoffverbänden und Gemeinschaftsunternehmen des Ruhrbergbaus
Kohlenwertstoff AG, Bochum 1941-1951 (2), Benzol-Verband / BV-Aral AG, Bochum 1927-1970 (40), Redestillationsgemeinschaft GmbH, Bochum 1949-1969 (13), Deutsche Ammoniak-Verkaufs-Vereinigung / Ruhr-Stickstoff AG, Bochum 1937-1970 (37), Gesellschaft für Teerverwertung / Rütag, Duisburg-Meiderich 1937-1969 (15), Cumaronharz-Verband / Phenol-Verband 1938-1968 (3), Verkaufsvereinigung für Teererzeugnisse AG, Essen 1937-1970 (24), Schwefelsäure-Gemeinschaft / Ruhr-Schwefelsäure GmbH, Bochum 1936-1969 (15), Ruhrgas AG, Essen 1941-1971 (18), STEAG / Verbundgemeinschaft 1936-1970 (29).

9. Mitgliedschaften in bergbaulichen Organisationen und Institutionen
DKBL / UVR / Gesamtverband: Generalsekretariat Gesetz 75/27 1949-1953 (26), DKBL-Ausschüsse 1938-1952 (33), Rundschreiben 1953-1970 (91); Steinkohlenbergbauverein 1953-1970 (31); Westfälische Berggewerkschaftskasse 1958-1970 (8).

10. Gutachten und Ausarbeitungen
Lothringen 1916-1961 (5), Graf Schwerin 1927, 1952, 1955 (1), Herbede 1912-1939, 1957 (6), Präsident 1883-1953 (4), Freie Vogel & Unverhofft, ver. Schürbank & Charlottenburg 1951, 1957 (5), Sonstige 1908-1960 (5).

11. Fotosammlung
2 Archivalieneinheiten mit Positiven; ca. 850 Glasplatten und Filme (zusammengefaßt zu 71 Verzeichnungseinheiten).

In bezug auf inhaltliche Besonderheiten des Bestandes ist das große Gewicht der Absatzorganisationen und Kohlenwertstoffverbände zu nennen. Hier ergibt sich eine dichte Empfängerüberlieferung, die über das bei Bergbaubeständen übliche Maß hinausgehen dürfte. Der Grund dafür liegt in der aktiven Mitarbeit von Persönlichkeiten der Bergbau-AG Lothringen etwa in Ausschüssen der Absatzorganisationen. Reine Betriebsakten dagegen fehlen fast völlig.
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