F 70 - Kölsch-Fölzer-Werke Aktiengesellschaft



Laufzeit : 1898-(1976)


Inhalt : Firmensitz: Siegen
Branche: Maschinen- und Anlagenbau
Die Kölsch-Fölzer-Werke gingen 1921 aus mehreren Industrieunternehmen des Siegener Raums hervor, die aus kleinen Anfängen entstanden waren.
Heinrich Fölzer (1792-1861) war Schlosser und Kesselschmied, seine Söhne Karl (1825-1896), Ludwig (1832-1907) und Wilhelm (1835-1905) bauten seit 1859 Dampfkessel für die Siegener und Olper Industrie. Am 1.1.1862 wurde die Firma "H. Fölzer Söhne" in das Handelsregister eingetragen. 1875 wurde der Betrieb um eine Eisengießerei erweitert, die für den Brückenbau arbeitete. 1882 Erwerb der Agneshütte in Haiger; 1897 Bau einer Konstruktionswerkstätte in Hagendingen (Lothringen; 1919 verloren, 1941-1944 gepachtet); 1899 Angliederung der Metallgießerei und Kupferschmiede Will & Hundt, Geisweid; 1899 Gründung der Siegen-Lothringer Werke A.G. vorm. Heinr. Fölzer Söhne (1,5 Millionen M Aktienkapital); 1913 Errichtung eines Werks in Dreis-Tiefenbach, das während des Ersten Weltkriegs ausgebaut wurde.
Die Kölsch & Co. A.-G. war 1892 als Walzengießerei und Dreherei auf der Rinsenau unterhalb Siegens entstanden als Gründung der Erben Flammersbacher Fuhrleute. Bei starker Exportnachfrage 1905 Gründung einer Filiale in Aussig/Böhmen (bis 1945 im Firmenbesitz); 1918 Erwerb der "Eiserfelder Hütte A.G.", eines der ältesten Hochofenwerke des Siegerlandes (1936 verkauft an Fa. Gontermann-Peipers).
Das älteste der 1921 fusionierenden Unternehmen war die Kesselschmiede von Heinrich Stähler, Weidenau, 1858 von einem Mitglied eines der alten Hammerschmiedegeschlechter aus Buschhütten gegründet, bis 1872 unter der Fa. Stähler & Schnutz. Mit Eintritt des Sohns Fritz 1878 erlebte das Unternehmen eine Blüte als Zulieferer für Hochöfen und Gruben. 1894 Gründung einer Filiale in Niederjeutz/Lothringen (1919 verloren, 1941-1944 gepachtet).
Die Gründung der Kölsch-Fölzer-Werke AG (erste Generalversammlung am 18.11.1921) ging von der Fa. Kölsch und ihrer Hausbank, der Darmstädter Bank Wiesbaden, aus. Die Bank hatte ein größeres Aktienpaket der Siegen-Lothringer Werke erworben. Die Fa. Stähler schloß sich aus Kapitalmangel an. Schon im April 1922 Übernahme der Gießerei- und Maschinenfabrik Oggersheim Paul Schütze & Co. A.G., einem Zulieferer für die Chemische Industrie (verkauft 1964). Nach der Vereinigung Ausbau zu einem der größten Unternehmen des Siegerlandes mit dem Schwerpunktbereich Konstruktion für den Hochofenbau, Brücken, Tanks, gußeiserne Walzen, Kältemaschinen.
1937 1024 Beschäftigte. Nur geringe Kriegsschäden; Verlust des Werks in Aussig 1945
1948 Gründung der "Hüttenbau Gesellschaft mbH", Düsseldorf (Planung und Vertrieb von Hüttentechnologie)
1954 Erwerb der Firma Fellner & Ziegler, Frankfurt (spezialisiert u.a. auf Zementwerke-Bau, 1964 wieder verkauft)
1962 Gründung der 100%igen Tochter Deutsche Filterbau GmbH, Siegen
Nach dem Kriege vor allem Abwicklung von Großaufträgen im Hüttenbau, u.a. in Schweden und Finnland; Konkurs 1983.
24 m
Der Schwerpunkt des Bestands liegt auf der Nachkriegsüberlieferung, die Zeit zwischen den Weltkriegen (nach der Fusion 1921) ist nur bruchstückhaft überliefert. Von den Vorgängerfirmen sind Geschäftsbücher (vor allem Arbeiterstammlisten) der Fa. Stähler ab 1898 erhalten.

1. Geschäftsbücher
Arbeiterstammlisten und Lohnbücher der Fa. Stähler, 1898-1920 (ca. 50) sowie der Hütten Eintracht, Dreisbach und Sieghütte 1922-1938 (ca. 20).

2. Akten
Vorstand, vor allem Akten der Vorstandsmitglieder Dr. Kuna 1946-1953, Scheib 1942-1949, Brocke 1946-1949, Kistenpfad 1943-1956, Dr. Schmidt 1966-1971, Junker 1957-1968; Aufsichtsrat 1950-1965; Hauptversammlungen 1962-1968; Finanzausschuß 1951-1959; Wirtschaftsrat 1952-1960; Bilanzen und Geschäftsberichte mit Prüfungsunterlagen ab 1942; Steuern 1928-1940; Projekte (ca. 4 m); Reiseberichte (über Großbaustellen) 1939-1970; Kommissionskarten; Betriebsratsprotokolle 1950-1968; Patente und Lizenzen 1912-1960; Arbeiterwohnungsbau in Dreis-Tiefenbach 1939-1942; Prozeß Stähler ./. Kölsch-Fölzer 1941; Walzenfabrik in Aussig 1939-1941; Übernahme der ehemaligen Fabriken in Lothringen 1941; Korrespondenz zur Hüttentechnologie 1942-1970; Betriebsberichte 1939-1965; betriebliche Statistik 1930-1976.

3. Tochtergesellschaften
Schütze AG, Ludwigshafen-Oggersheim 1938-1962
Fellner & Ziegler, Frankfurt 1949-1961
Gesellschaft für Hüttenindustrie, Frankfurt 1948-1954

Empfängerüberlieferung:
Verband der Siegerländer Metallindustrie 1946-1973
Fachgemeinschaft Walzengießereien, Siegen 1957-1962
Arbeitsring Rationalisierung von Hochofeneinrichtungen 1942-1943
Henschel & Sohn, Abt. Henrichshütte, Hattingen 1908-1912
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken