F 120 - Heinrich Bartz KG



Laufzeit : [1891-1898], 1931-1993


Inhalt : Firmensitz: Dortmund
Branche: Lokomotivenbau, Maschinen- und Anlagenbau
1931 schied Heinrich Bartz, Leiter des Ingenieur- und Verkaufsbüros Dortmund der Bergmann Elektricitätswerke AG, nach über 20jähriger Tätigkeit aus den Diensten bei Bergmann aus. Gemeinsam mit seinem Sohn Gerhard (geb. 1909; damals Student der Elektrotechnik in Darmstadt) gründete er am 6. Mai 1931 die Gesellschaft für Einrichtung und Betrieb elektrischer Grubenbahnen mbH, die sich im April 1932 in Heinrich Bartz Ingenieur-Büro und Grubenbahn-Gesellschaft mbH umbenannte. Weitere Umfirmierungen erfolgten 1935 (Heinrich Bartz, Ingenieur-Büro), im Januar 1939 (Heinrich Bartz) und im Juli 1939 (Heinrich Bartz KG).
Das Unternehmen bezog zunächst leerstehende Büros und Werkstätten der Bergmann-Werke in der Kaiserstraße 5; 1936 verlagerte es den Betrieb nach Dortmund-Körne (Alte Straße 77). Die von Bartz konstruierten Grubenlokomotiven wurden anfangs nicht verkauft, sondern an den unter finanziellen Engpässen leidenden Bergbau verliehen. Die erste Leihlok wurde 1931 an die Zeche Königsborn der Klöckner-Werke geliefert; weitere Leihloks gingen an die Bergwerke Minister Stein, Bergmannsglück und Monopol. 1934 konnte Bartz die ersten Lokomotiven verkaufen. Das Verleihgeschäft wurde daneben fortgesetzt, der Leihvertrag mit Klöckner z. B. erst 1947 aufgelöst.
1941 und 1944/45 erlitt der Betrieb erhebliche Bombenschäden; bei Kriegsende waren die Werksanlagen zu 94 Prozent zerstört. Ende 1947 konnte Gerhard Bartz, der 1939 nach dem Tod des Vaters die Leitung der Firma übernommen hatte, die Produktion wieder aufnehmen, wobei zunächst Reparaturaufträge im Vordergrund standen. 1948/49 und 1955/56 wurde der Betrieb durch neue Hallen erweitert. 1950 verließ die 500. Lok ( Alter Heinrich"), 1954 die 1000., 1959 die 1500. und 1965 die 2000. Lok ( Gerhard") das Werk. Es handelte sich durchweg um Einzelanfertigungen, die auf die jeweiligen Betriebsverhältnisse der Gruben zugeschnitten waren. Produziert wurden vor allem Akkumulator- Abbau- und Hauptstreckenlokomotiven von bis zu 40 t Gewicht, aber auch Verbundlokomotiven (Batterie + Fahrdraht), Draisinen, Montagewagen, Plattformwagen mit eigenem Elektroantrieb, Pfannenwagen für Hüttenwerke, Ladestationen und Schaltanlagen. Mitte der 1950er Jahre beschäftigte das Unternehmen rund 200 Mitarbeiter; etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes entfiel auf den Export. Neue Produktionszweige kamen hinzu. Die Firma baute Alarmanlagen und Kassenschränke, in den 1960er Jahre auch hydraulische Pressen, Anritzanlagen und Schaufellader. Für den Behälterbau wurde 1962 das Werk Wolfhagen (Bez. Kassel) errichtet, das im November 1963 den Betrieb aufnahm (Maschinen- und Stahlbau GmbH, Wolfhagen; Tochtergesellschaft). Der Bau von Masten begann um 1965 im Zweigwerk Lüneburg. 1974 stellte die Firma die Produktion ein; 1993 ist sie erloschen.
3 Kartons
1. Akten:
Gründung und Weiterentwicklung des Unternehmens, Umsätze, Bilanzen (1931-1939); Patente (1931-1961); Leihverträge mit den Zechen Königsborn, Minister Stein, Monopol und Bergmannsglück (1931-1946); Verträge und Vereinbarungen mit der AEG betr. Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elektrischen Grubenlokomotiven (1932ff.); Kopien aus technischen Fachzeitschriften über Grubenlokomotiven (1891-1898), Abschriften von Artikeln und Ausarbeitungen zu politischen Fragen (1945-1948)

2. Fotos:
Betriebsgebäude, Kriegsschäden und Wiederaufbau, Aufbau und Produktion des Werks Wolfhagen, Mastenbau im Werk Lüneburg, Belegschaft, Messestände; Lokomotiven, Grubenwagen und andere Produkte, u.a. hydraulische Pressen, Anritzanlagen Kessel und Behälter, Alarmanlagen, Kassenschränke, Schaufellader (1931-1972)

3. Produktinformationen, Prospekte und Kataloge (1938-1969)
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