S 23 - Notgeld



Laufzeit : 1914-1923


Inhalt : Die Ausgabe von Notgeld ist keineswegs nur eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts. Seine Geschichte reicht bis in den Dreißigjährigen Krieg zurück und über die Assignaten der Französischen Revolution, die auch im Rheinland kursierten, oder das Notgeld belagerter Festungen bis zu den unzähligen Ausgaben deutscher Städte, Gemeinden und Unternehmen in den Notjahren im und nach dem Ersten Weltkrieg. Im Ersten Weltkrieg und in der Zeit unmittelbar danach wurde Notgeld gedruckt, um dem Mangel an Kleingeld zu begegnen, da Nickel- und Kupfermünzen als kriegswichtige Metalle eingezogen worden waren. Ein Notgeld besonderer Art stellt das Kriegsgefangenengeld dar, das außerhalb der Lager keinen Wert besaß. Da das zivile Notgeld zunehmend eine optisch reizvolle Gestaltung erfuhr, wurden die Scheine bereits zur Zeit ihrer Ausgabe zum begehrten Sammelobjekt weiter Bevölkerungskreise. Besonders populär wurde das Sammeln nach 1918. Die ausgebenden Städte und Gemeinden erzielten erhebliche Gewinne, da die an Sammler verkauften Scheine in der Regel nicht zur Einlösung vorgelegt wurden. Sie legten zunehmend Wert auf eine anspruchsvolle künstlerische Gestaltung, druckten oftmals ganze Serien, die mit geschichtlichen Darstellungen, Landschaftsansichten etc. geschmückt waren. Eine andere Form des Notgeldes kam im Herbst 1918 in Umlauf. Wegen der katastrophalen Verschlechterung der Lage im Zahlungsverkehr wurden auf Wunsch der Reichsbank und im Einvernehmen mit den Landesregierungen Großgeldscheine gedruckt, die bis Februar 1919 gültig sein sollten. Eine wahre Notgeldflut setzte dann im Sommer 1923 ein. Da die Reichsbank auf dem Höhepunkt der Inflation nicht in der Lage war, den Bedarf an Zahlungsmitteln zu decken, bemühten sich Länder, Kreise, Städte und Gemeinden bzw. deren Sparkassen, aber auch Handelskammern, die Reichsbahn und viele Firmen, mit immer neuen Notgeldausgaben den Engpaß zu überbrücken.
1. Notgeldscheine von Unternehmen
August Thyssen-Hütte Gewerkschaft, Hamborn
Bergbau-AG Lothringen, Gerthe
Bergwerksgesellschaft Hibernia, Herne
Deutsche Reichsbahn, Berlin (und Reichsbahn-Direktionen Breslau, Dresden, Hannover, Kassel, Münster, Stuttgart)
Gefangenenlager Zeche Johannessegen
Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft, Gelsenkirchen
Gewerkschaft Auguste Victoria, Hüls
Gewerkschaft des Steinkohlen-Bergwerks "Ewald", Herten
Henschel & Sohn GmbH, Abt. Henrichshütte, Hattingen
Kohlenbergwerk Minden GmbH, Meisen bei Minden
Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb, Düsseldorf
Rheinisch-Westfälische Kalkwerke AG, Letmathe
Rheinische Stahlwerke, Duisburg-Meiderich
Stahlwerk Becker AG, Willich
Steinkohlenbergwerk Graf Bismarck, Gelsenkirchen-Bismarck
Verein der Bergwerke am linken Niederrhein e.V., Moers

2. Notgeldscheine von Banken und Sparkassen
Stadtsparkasse Bielefeld
Dellbrücker Volksbank
Landesbank des Fürstentums Lippe in Detmold
Kreiskommunal-, Stadt-, Amts-, Spar- und Gemeindekassen in den Landkreisen Dortmund und Hörde
Sparkasse der Residenzstadt Bückeburg
Stadtsparkasse Paderborn

3. Notgeldscheine von Städten, Gemeinden und Ämtern
Ahaus; Bad Oeynhausen; Bad Salzuflen; Beckum; Berlin; Beverungen; Bielefeld; Bochum; Boppard; Bottrop; Brakel; Bruchhausen; Bückeburg; Buer; Dalhausen; Datteln; Detmold; Dortmund; Drenke; Duisburg; Duisburg-Meiderich; Düren; Düsseldorf; Gelsenkirchen; Gladbeck; Godelheim; Haarbrück; Hamborn; Herne; Herstelle; Horn; Hüls; Jakobsberg; Köln; Köln-Dellbrück; Lage; Lemgo; Letmathe; Lippspringe; Lübbecke; Lüchtringen; Lüdinghausen; Lügde; Lünen; Meisen; Moers; Münster; Nieheim; Oelde; Osterfeld; Paderborn; Recklinghausen; Rietberg; St. Andreasberg; Steinheim; Vinsebeck; Vlotho; Winterberg.

4. Notgeldscheine von Handelskammern
Handelskammer Bonn; Handelskammer Hannover
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken