F 135 - Baugesellschaft Hanebeck mbH



Laufzeit : 1928, 1941-1994


Inhalt : Firmensitz: Dortmund
Branche: Bauindustrie
Im September 1874 gründete Carl Hanebeck in Dortmund eine Bauunternehmung, die zunächst ihren Sitz am Königswall hatte. 1882 bezog die expandierende Firma neue Betriebsanlagen auf einem Gelände im Bereich Saarlandstraße / Am Knappenberg, die sie bis 1950 nutzte. Anschließend zog sie in ein Bürogebäude an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße; im Dortmunder Hafen besaß sie bis zur Betriebsaufgabe im Februar 1995 (Konkurs) ein eigenes Instandsetzungswerk.

Bereits vor der Jahrhundertwende wurden der Bau von Lehrgerüsten für Brücken, die Ausführung von Wasserbau- und Rammarbeiten in das Leistungsprogramm des Unternehmens aufgenommen; am Bau des Dortmunder Hafen war es maßgeblich beteiligt. Als Carl Hanebeck Ende 1910 mit 59 Jahren verstarb, führten seine Söhne Bauingenieur August Hanebeck, Dipl.-Ing. Wilhelm Hanebeck und Kaufmann Hugo Hanebeck die Firma fort. Unter der Geschäftsführung von Dr.-Ing. Bernhard von Glisczynski und der kaufmännischen Leitung von Prokurist Paul Hofstetter weitete sich das Unternehmen, das durch den Zweiten Weltkrieg etwa 60 % seines Geräteparks verloren hatte, nach 1945 erneut aus, was auch für die bereits vor dem Krieg gegründeten Niederlassungen in Braunschweig und Frankfurt galt. Nach dem Tod der Gesellschafter Hugo und August Hanebeck im Jahre 1956 trat Carl August Hanebeck (Sohn von August Hanebeck) in die Firma ein; als Wilhelm Hanebeck 1966 verstarb, wurde er Alleininhaber.

Die Baugesellschaft Hanebeck war vor allem auf Industrie- und Brückenbau, Wasserbau- und Rammarbeiten spezialisiert, außerdem seit den 1950er Jahren auf die Sicherung historischer Bauwerke.
ca. 25 m
Der Bestand enthält neben den eigentlichen Bauunterlagen Auftragsbücher (1956-1988), Angebote und Kalkulationen (1949-1969), Bilanzen und Bilanzunterlagen (1941-1983), Betriebsprüfungen (1940-1972), Personalangelegenheiten (1943-1980), Unterlagen zu Löhnen und Gehältern (1950-1986), Unfallanzeigen (1965-1980), Betriebsratsangelegenheiten (1951-1972), Kriegs- und Kriegsfolgeschäden (Verlust von Bauzügen, Geräten etc.).
Die Akten stammen wegen kriegsbedingter Verluste fast ausschließlich aus der Zeit nach 1945. In Splittern erhalten sind Unterlagen zu Aufträgen für die Reichswerke in Linz und für die Organisation Todt, die in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurückreichen.

An einzelnen Bauten sind vor allem dokumentiert:

1. Industriebauten:
Schachtanlage Ernst Brandi, Dortmund-Brechten, 1951
Dortmunder Ritterbrauerei, 1953-1964
Zeche Recklinghausen, 1954-1960
Dortmunder Union-Brauerei, Versorgungstunnel Rheinische Str., 1955
Zeche Grimberg 3/4, Bergkamen, 1964-1966
Hoesch, Hochofen 6, 1968-1974
Kronenbrauerei, Dortmund, 1966-1977
Zementverladeanlage und Anlegeplatz für Seibel Zementwerke, DO-Hafen, 1973
Schacht Romberg, 1986
Kokerei Zollverein, Essen, 1986

2. Brücken:
Straßenbrücke Uentrop, 1954
Autobahnbrücke über Volme und B 54, Hagen, 1957/58, 1961/62
Kanalbrücke Schmehausen, 1972-1976
Brücke Warendorfer Str. über den Dortmund-Ems-Kanal, Münster, 1960
Brücke Altendorfer Str., Marl, 1977-1984
Eisenbahnbrücke über die Ruhr, Neheim, 1978/79
Brücke Duisburg-Wedau, 1983-1989

3. Wasserbau- und Rammarbeiten:
Wasserkraftwerk Westhofen / Ruhr, 1920/21 (nur Fotos)
Ruhrwehr Dahlhausen, 1951
Wasser-Erdbehälter Soest, 1953
Hafen Zeche Haus Aden, Bergkamen, 1955/56
Lippewehr Heessen, 1955/56
Emswehr Hanekenfähr / Lingen, 1955/56
Gemeinschaftswerk Hattingen, 1957/58
Verlegung der Volme, 1958-1960
Pumpwerk Herringen, 1958-1964
Hebewerk Henrichenburg, 1960
Hafen Dortmund, 1963-1979
Vorflutkanal Westfaliastr., Dortmund, 1963/64
Wehranlage Wickede / Ruhr, 1964-1967, 1987/88
Pumpwerk Wickede / Ruhr, 1970-1973
Emswehr Warendorf, 1971/72
Klärwerk Ölbachtal, Bochum-Querenburg, 1972
Pumpwerke Gelsenkirchen, 1975-1981
Ruhr-Stauanlage Schwitten, 1985-1988
Pumpwerk Hamm, 1989-1992

4. Hochbauten:
Großmarkt Dortmund, 1952
Schlachthof Dortmund, 1952-1955
Polizeipräsidium Dortmund, 1954/55
Burgholzschule Dortmund, 1960/61
Kirche Nikolaus von der Flüe, Dortmund-Brackel, 1964/65
Umbau Alte Sparkasse / MKK, Dortmund, 1979-1982

5. Sicherung historischer Bauwerke:
Kirchen in Bochold, Brockhagen, Bünde, Cappel, Cappenberg, Dortmund (Eichlinghofen, Kirchderne, Kirchlinde), Freckenhorst, Georgsmarienhütte, Gütersloh, Helpup, Herten-Westerholt, Höxter, Langenhorst, Lemgo, Lette, Lünern, Marienfeld, Meggen, Mesum, Münster, Neubeckum, Neuenkirchen, Niederwenigern, Oberaden, Opherdicke, Recklinghausen, Rheine, Vreden, Warendorf, Wattenscheid, Wöbbel u.a., 1958-1986
Schlösser Bodelschwingh, Herten, Lenhausen, Moyland, Oberwerries, Ravensberg, Tatenhausen, 1959-1988
Torhaus Brünninghausen, 1957-1959
Haus Wenge, DO-Lanstrop, 1966-1969
Burg Lüdinghausen, 1969-1972
Haus Martfeld, Schwelm, 1971-1980
Schornstein Zeche Nachtigall, Witten-Bommern, 1976-1980
Haus Langendreer, 1977-1980.