F 137 - VARTA Batterie AG



Laufzeit : 1888-1994


Inhalt : Firmensitz: Hagen
Branche: Elektrotechnische Industrie (Batterieherstellung)
Dez. 1887: Adolph Müller (1852-1928), bis dahin Generalvertreter der Fa. Tudor (Luxemburg), gründet mit anderen die Accumulatoren-Fabrik Tudorschen Systems Büsche & Müller oHG in Hagen.
1888: Produktionsbeginn (Bleiakkumulatoren), rund 40 Beschäftigte.
1889: Änderung der Firma in Accumulatoren Fabrik Tudorschen Systems Müller & Einbeck oHG.
1890: Änderung der Firma in Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft [AFA]. Kapital: 4,5 Millionen Mark. Vorstand: Adolph Müller, Johannes Einbeck, Ludwig Gebhard, Gustav Stricker. Langfristige Verkaufsverträge mit Siemens und AEG.
1890-1914: Erwerb und Gründung zahlreicher Werke und Tochtergesellschaften im In- und Ausland, u.a.:1904: Gründung der Varta Accumulatoren-GmbH (Berlin-Oberschöneweide) [=Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Accumulatoren].
1905: gemeinsam mit AEG und Siemens Gründung der Gesellschaft für elektrische Zugbeleuchtung mbH (Berlin) [GEZ].
1906: Übernahme der Accumulatoren-Werke Witten GmbH (Witten/Ruhr). Gründung der Elektromontana GmbH (gemeinsam mit RWE).
1913: Erwerb der Deutsche Edison-Akkumulatoren-Company GmbH (Berlin) [DEAC], 1905 gegr. zur Herstellung von Stahlakkumulatoren.
1912: Aktienkapital von 8 Millionen Mark, Umsatz von rund 31,4 Millionen Mark, im Deutschen Reich rund 4.000 Beschäftigte.
März 1914: Verlegung des Zentralbüros von Hagen nach Berlin; Firmen-Doppelsitz bleiben Berlin und Hagen.
1923: Günther Quandt wird Aufsichtsratsvorsitzender, nachdem er die Aktienmehrheit der AFA erworben hatte.
1926: Erwerb der Pertrix Chemische Fabrik AG (Berlin-Niederschöneweide), Taschenbatterienfabrik.
1927: Erwerb der Dominit Werke AG (Dortmund), Grubenlampenfabrik.
1936-1938: Errichtung einer neuen Fabrik in Hannover-Stöcken.
1938: Günther Quandt wird Vorstandsvorsitzender (bis 1954, dann Aufsichtsratsvorsitzender).
1945: Die AFA-Verwaltung richtet sich provisorisch in Bissendorf bei Hannover ein. Die Berliner Werke werden nach und nach von der sowjetischen Besatzungsmacht bzw. der DDR enteignet.
1950: Frankfurt a.M. wird Verwaltungssitz der AFA.
1955: Nach dem Tod seines Vaters wird Harald Quandt Aufsichtsratsvorsitzender. VARTA baut als erstes Unternehmen Miniaturbatterien (Knopfzellen).
1960/61: Der AFA gehören 12 Tochtergesellschaften an. Außerdem ist sie an acht Gesellschaften im In- und Ausland beteiligt.
1962: Änderung der Firma in VARTA Aktiengesellschaft.
1966: Eröffnung des VARTA-Forschungs- und Entwicklungszentrums in Kelkheim (Taunus).
1967: Tod von Harald Quandt.
1968: Konzernstruktur unter der Holding VARTA AG: Die Hauptwerke der VARTA in Hagen, Hannover und Ellwangen sind selbständige Gesellschaften mit beschränkter Haftung (bis 1972, danach Spartenorganisation).
1970: Umzug der Zentralverwaltung von Frankfurt a.M. nach Hannover.
1986: Stand der Konzernstruktur: Varta AG (Bad Homburg v.d.H) als Holding, Varta Batterie AG (Hannover) und Varta-Plastic GmbH (Wächtersbach) als Tochtergesellschaften. Varta-Plastic GmbH produziert technische Kunststoffteile. Varta Batterie AG aufgeteilt in drei Sparten: Industriebatterien (Werk Hagen), Starterbatterien (Werk Hannover) und Gerätebatterien (Werke Hannover und Ellwangen).
1994/95: Verkauf der Sparte Industriebatterien (und damit des größten Teils des Hagener Stammwerks) an den britischen Konzern BTR (British Tire and Rubber). Neuer Name: VHB Industriebatterien GmbH.
25 m
Protokolle betriebsinterner Konferenzen ab 1898 (Ingenieur-, Betriebsleiter-, Abteilungsleiter-, Labor-, Autokonferenzen und sonstige); Forschung und Entwicklung (u.a. Laborberichte); Produktion und Produkte (u.a. Fabrikationsvorschriften, technische Zeichnungen); Anwendungsgebiete für Akkumulatoren (elektrische Fahrzeuge: Straßenbahnen, Eisenbahn-Triebwagen, Grubenlokomotiven, Autos, Flurförderzeuge, Flugzeuge, Raketen, Schiffe und U-Boote) Auftragsabwicklung und Montage; Arbeitsanweisungen; Ausbildung von Ingenieuren; Schulung von Mitarbeitern; Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Bleierkrankungen); Zweiter Weltkrieg und Besatzungszeit; Kooperation mit der englischen Akkumulatorindustrie vor dem Ersten Weltkrieg; Korrespondenz Sekretariat Dir. Roderbourg; Unternehmens-Museum; Festschriften; zahlr. Dias und Fotos zu Batterieaufbau, -technik, -produktion und -einsatzgebieten (z.B. elektrische Fahrzeuge), auch Werksansichten und Porträts; Messen und Ausstellungen; Plakate; Filme und Videos ab 1958 (Produktion, Einsatzgebiete von Akkumulatoren); umfangreiches Werbematerial ab ca. 1920 (Anzeigen, Broschüren, Kataloge, Preis- und Typenlisten); Prospekte, Preis- und Typenlisten von Konkurrenten, u.a. Gottfried Hagen AG, Köln; Aufstellungs- und Gebrauchsanleitungen; VARTA Spezial-Report" 1970-1993; Direktor Adolph Müller (Bleistiftzeichnung; Fotos einer Gedenkfeier); Literatur-Bibliographie zur Akkumulatortechnik und ihren Einsatzgebieten ab 1889; Druckschriften und "graue Literatur" zur Akkumulatortechnik und ihren Einsatzgebieten (u.a. elektrische Fahrzeuge aller Art, regenerative Energien) ab 1888.

Ergänzend auch: Handbibliothek zur Elektro- und Akkumulatortechnik.
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken