N 26 - Daniel Hilgenstock



Laufzeit : 1830-1905


Inhalt : Beruf: Bergwerks- und Hüttendirektor
Der Name von Daniel Hilgenstock, 1832 in Sprockhövel geboren und 1894 in Wiesbaden gestorben, ist eng verknüpft mit zwei Großunternehmen des Dortmunder Raumes, dem Hörder Bergwerks- und Hüttenverein von 1852 und der Dortmunder Hütte, die in den Jahren 1868-1872 zu dem Firmenimperium von Henry Bethel Strousberg (1823-1884) gehört und 1872 in die unter Führung der Disconto-Gesellschaft neu gegründete Union, Aktiengesellschaft für Bergbau-, Eisen- und Stahlindustrie übergeht.

Durch seinen Vater, den Fahrsteiger Rudolf Hilgenstock (1803-1871) aus Sprockhövel-Heimbeck, seine Mutter Christine Wilhelmine (1808-1864), eine Tochter des Ökonomen Caspar Ernst Stock aus Sprockhövel-Bossel, wie auch durch seine Ehefrau Mathilde geb. Spennemann (geboren 1829) aus Sprockhövel-Gethe, ist Hilgenstock eng mit dem Raum Sprockhövel und den Südrandzechen verbunden. Seit 1855 in den Diensten des Hörder Vereins, steigt er vom Obersteiger zum Bergwerksingenieur auf, wird 1872 Bergwerksdirektor und Vorstandsmitglied der Deutschen Actien-Gesellschaft für Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie, einer Gründung Strousbergs; von 1880-1891 Mitglied der Direktion des Hörder Vereins. Sein Schwiegersohn, der Chemiker Wilhelm Pahl (geboren 1864), übernimmt 1893 mit finanzieller Unterstützung von Hilgenstock die väterliche Firma Carl Pahl, Dortmunder Gummi-Waaren-Fabrik.
1 Karton
Der kleine Bestand ist von ungewöhnlicher Dichte und durch die Korrespondenz mit den Direktoren und Verwaltungsratsmitgliedern des Hörder Vereins wie mit Strousberg und dessen Direktoren von überregionalem Interesse.

1. Familie (1830-1905)
Erbschaftsangelegenheiten Stock (1830-1845); Bergwerksbesitz der Eheleute Hilgenstock 1857-1863 mit einer Spezifizierung der Kuxenanteile an 53 Südrandzechen; Erwerb der Firma Carl Pahl und deren Weiterführung durch Wilhelm Pahl 1892-1905.

2. Persönliche Unterlagen (1849-1892)
Dienstverträge mit dem Hörder Verein; Angebot auf Übernahme einer leitenden Tätigkeit bei der Zeche Altendorf Tiefbau durch den Repräsentanten Wilh. Scharpenberg, Langenberg (1861); Dienstvertrag mit Strousberg (1872); Repräsentant für die Zechen Ver. General und Erbstollen in Bochum bzw. Colonia und Ver. Urbanus bei Langendreer; 1877 Direktor und Vorsitzender des Rechtsnachfolgers der Deutschen Actien-Gesellschaft, der Dortmunder Bergbaugesellschaft;
1879 Repräsentant der Gewerkschaften Eisen- und Kupferbergwerk Falkenberg, Cons. Eisen- und Manganerzbergwerk Krämer und Cons. Eisenbergwerk Krein (OBA Bonn); Dienstvertrag beim Hörder Verein 1880 und Ausscheiden 1891.

Darin:
Ordentliches Mitglied des Naturhistorischen Vereins für die preußischen Rheinlande und Westphalen (1858); Lebensversicherung (1863); Wahlmann für die Abgeordnetenwahl 1866; Magistratsmitglied für Hörde 1869, Beigeordneter 1870; Aufnahme in die Gesellschaft Casino 1876.


3. Strousbergsche Unternehmen (1869-1872)

Korrespondenz, vornehmlich Begutachtung von Kaufofferten zu Eisensteingruben; Korrespondenz mit der Strousbergschen Verwaltung in Berlin sowie mit den Strousbergschen Unternehmen Dortmunder Hütte, Neustädter Hütte in Neustadt am Rübenberge und Hüttenwerk Othfresen (südlich von Lehrte).

Eisen-, Puddel- und Walzwerk Gustav Arndt & Co., Dortmund; Massener Gesellschaft für Kohlenbergbau mit Zeche Courl; sog. Börnersche Eisensteingruben in den Bergrevieren Betzdorf und Kirchen; Prospekt der Braunkohlen Actien Gesellschaft Victoria in Berlin (1870); Eisensteingruben im Revier Saalfeld und im Revier Konitz; Angebot der sog. Remyschen Eisenerzgruben in den Bergrevieren Neuwied, Dillenburg, Betzdorf, Kirchen und Daaden, darunter der vormals zur Wendener Hütte (vgl. F 40) gehörige Hellerthaler Grubenkomplex mit Peterszeche, Streimel, Minerva, Hellmannskaute, Dormannszeche und Dormannsstollen, Hollerter Zug, Obere Pferdestall, Römer und Zeche Guldenhardt (1870); Gewerkschaft der Steinkohlenbergwerke Novesium mit Feldern bei Castrop (später: Graf Schwerin); Eisensteingrube Großdören (bei Salzgitter); Zechen Glückauf Tiefbau und Glückauf Segen im Besitz der Erben Giesbert v. Romberg (1871); Zeche Rheinland bei Ruhrort.

Ankauf des Steinkohlenbergwerks Glückauf Tiefbau, d.h. der Steinkohlenzeche Glückauf Erbstollen sowie der Steinkohlen- und Eisen- steinzechen Glückauf, beide Brünninghausen, mit dem Beilehen Humboldt sowie der Steinkohlenzeche Pauline in Kirchhörde (1871); Verkaufsangebot für die Bergwerke Hombruch I und II durch v. Romberg, Haus Brünninghausen; Vollmacht Dr. Strousberg/Schloß Zbirow (Böhmen) betr. Zeche Hannibal, Bochum (1872); Verkaufsangebot von Otto Wülbern, Hannover wegen der Spateisensteingruben am Iberg und im Gegental (Harz).
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