Kirchenbücher (KB/KBN) (Deposita)




Inhalt :
Selekt von Tauf-, Trau- und Sterbebüchern aus Pfarreien des Erzbistums Köln: 1002 Stück für ca. 200 Pfarreien, (spätes 16.-20. Jh.); Benutzung über Mikrofiches; Verzeichnis


Der relativ kleine Kirchenbücher-Bestand im Histor. Archiv des Erzbistums Köln besteht meist aus solchen Matrikeln, die nach der im Verlauf des Zweiten Weltkrieges durchgeführten Sicherheitseinlagerung zurückgegeben, von den jeweiligen Kirchengemeinden jedoch nicht wieder übernommen wurden und daher in Köln verblieben sind. Einige stammen auch aus den Kölner Pfarreien, deren Archive schon vor dem Krieg im AEK deponiert worden waren.

Die meisten Matrikeln enthalten Aufzeichnungen über Personenstandsfälle, d. h. Taufen (T), Heiraten (H), Sterbefälle (S); vereinzelt sind auch Geburten (G), die Erteilung der Erstkommunionfälle (E) sowie der Firmung (F) aufgeführt. In den ältesten Kirchenbüchern liegen diese Eintragungen oft in bunter Reihenfolge, zum Teil auch vermischt mit Aufzeichnungen über Einnahmen aus Zehnten, Renten, Verpachtungen oder sonstigen (meist Vermögens-) Angelegenheiten vor. Da die zivilen Verwaltungen erst im Verlauf des 19. Jh. ein flächendeckendes Standesamtswesen entwickelten, stellen die kirchl. Matrikelbücher vielfach die ältesten Quellen zur Bevölkerungsentwicklung überhaupt dar. Obwohl seit dem Trienter Konzil eigentlich vorgeschrieben, setzen sie meist erst nach dem Dreißgjährigen Krieg, also um 1650, ein, wenn man von einzelnen älteren Exemplaren absieht. Den größten Kirchenbuchbestand aus Pfarreien des Erzbistums Köln bewahrt heute das Nordrhein-Westfäl. Personenstandsarchiv Rheinland mit Sitz in Brühl, Schloß Augustusburg, auf. Es handelt sich meist um Bücher, die in der „Franzosenzeit“ um 1800 in Staatsbesitz gelangt sind. Weitere schätzungsweise 1500–2000 Exemplare befinden sich noch in den Pfarrämtern bzw. -archiven, so daß der Genealoge oder Familienforscher gezwungen ist, sich jeweils im voraus zu informieren, wo die gesuchten Daten ermittelt werden können. Entsprechende Informationen bietet das unten — unter „Literatur“ — angegebene Verzeichnis von A. Krudewig.

Im Laufe der letzten Jahre wuchs die Zahl der im AEK aufbewahrten Kirchenbücher vor allem durch Deponierung, meist im Rahmen ganzer Pfarrarchive, weiter an. Anläßlich der Verfilmung wurden für diese eigentlich den verschiedensten Beständen zugehörigen Matrikeln „KBN“-Signaturen (= “Kirchenbuch-Nachträge“) vergeben. Die beiden „Bestände“ „KB“ und „KBN“ sind in einem alphabetisch nach Orten aufgestellten Verzeichnis zusammengefaßt und daher auch hier gemeinsam behandelt. Zur Bestandssicherung und zum Schutz der Originale sind die Matrikeln verfilmt und auf Mikrofiches konvertiert worden; die Benutzung erfolgt grundsätzlich über Mikrofiche-Lesegeräte bzw. Reader-Printer.

Matrikeln unterliegen einer gleitenden Sperrfrist. Die aus gründen des Persönlichkeitschutzes nötigen Sperrfristen (bezogen auf den jeweiligen Eintrag) betragen bei:


Taufbüchern: 120 Jahre nach Geburt/Taufe

Trauungsbüchern: 100 Jahre nach Trauung

Sterbebüchern: 40 Jahre nach Tod


Sterbebücher dürfen bis 100 Jahre nach Datum des letzten Eintrags grundsätzlich nicht als ganzes Buch vorgelegt werden; vielmehr können aus solchen Büchern im Einzelfall Auskünfte auf Anfrage erteilt werden.

Bis 1875 besaßen Matrikelbücher zugleich auch amtlich-staatlichen Charakter. Diesen Charakter verloren sie mit der flächendeckenden Einführung von Standesämtern in Deutschland bzw. dem Reichsgesetz über die Beurkundung des Personenstnades (zum 1.1.1876). Zweitschriften der Bücher finden sich für die Zeit bis in das 19. Jahrhundert heute auch in den staatlichen, Kopien z.T. auch in den kommunalen Archiven.

Die katholischen Kirchenbücher bzw. Matrikelbücher decken im Prinzip die katholische Bevölkerung ab; die evangelsche Bevölkerung findet sich in den Matrikelbüchern der evangelischen Kirche. Vornehmlich darüber informiert das Kirchenbuchportal (www.kirchenbuchportal.de.


>> zum Findbuch ggf. Bestandssignatur Kirchenbücher
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