GVA- - Dekanatsakten I und II




Inhalt :
Dekanatsakten I: Generalvikariatsakten zu den Dekanaten des neuen Erzbistums; 16 lfm. (i. w. 1827-1942); Findbuch, 208 VE.

Dekanatsakten II: Neue Dekanatsakten (einschl. Kreis- und Stadtdekanate sowie Pastoralbezirke): 34 lfm. (1922ff., i.d.R. aber 1944ff.); Listen.


Nach der Wiedererrichtung des Erzbistums Köln 1821 faßte Erzbischof Spiegel im Jahre 1827 die rund 700 Pfarreien seiner Diözese in kleineren Einheiten, den sog. „Dekanaten“, zusammen, welche als Mittelinstanz zwischen der Zentralverwaltung des Erzbistums und den Pfarreien dienen sollten (vgl. dazu die Ausführungen zu den Dekanatsarchiven, s. u. S. 219). Abgesehen von bisweilen notwendigen Erweiterungen und Veränderungen blieb diese Dekanatseinteilung bzw. -organisation bis etwa 1920 in Kraft. Zwischen 1920 und 1925 strukturierte Erzbischof Schulte aufgrund der enorm gestiegenen Katholikenzahlen und einer damit verbundenen Erweiterung des Pfarrnetzes die Dekanate in vielerlei Hinsicht neu. Weitere Erweiterungen und Umstrukturierungen erfolgten nach dem Zweiten Weltkrieg, zuletzt unter Erzbischof Höffner zu Beginn der 1970er Jahre. In der Registratur des Generalvikariates wurden unmittelbar nach der Einführung der Dekanate eigene Dekanatsakten angelegt. Die erste Schicht dieser Akten reicht bis zum Jahre 1925. Dieser Bestand liegt heute nicht mehr geschlossen vor, sondern erlitt durch Abgaben an die neu gegründeten Bistümer Aachen (1930) und Essen (1957) sowie durch die Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges erhebliche Verluste. Viele Visitationsakten seit 1921 finden sich als Vorstücke in den GVA Dekanatsakten II; diese Serie beginnt im wesentlichen nach dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt sind nur noch die (mitunter dezimierten) Akten von 25 Dekanaten der ersten Organisation vorhanden. Noch gravierendere Verluste sind für die zweite Organisation der Dekanate zu konstatieren, für die nur noch Akten zu sechs Dekanaten vorliegen. Die Akten beider Dekanatsorganisationen enden i. d. R. 1942/43 mit den kriegsbedingten Einwirkungen auf die Bistumsverwaltung. Der Bestandsname ist historisch bedingt, wobei „GVA“ für „Generalvikariats-Akten“ steht.

Entsprechend der Aufgabe der Dekanate und ihrer Vorsteher, der Dechanten, sind i. d. R. folgende Aktengruppen und Inhalte zu erwarten: Dekanat überhaupt: Organisation, Dekanatskasse, allg. Verwaltung; Visitationen in den Pfarreien des Dekanates; „Dekanatsarbeiten“ (wiss. Abhandlungen der Pfarrer zu gestellten Themen als wichtige Form der Weiterbildung des Klerus); Etats und Rechnungen der einzelnen Kirchenverwaltungen; Aufsicht über das lokale Kirchenvermögen (Definitionsakten); Wahlverhandlungen: Bestellung von Dechanten und Definitoren. Im Einzelfall bestehen auch Akten über die Veränderungen von Pfarrgrenzen, Patronatsverhältnisse oder Spezialfälle der Kirchenverwaltung, soweit sie allgemeines Interesse beanspruchen.

Die Akten enthalten den Schriftverkehr zwischen Erzbischof und Generalvikar einerseits und den Dechanten andererseits, angereichert durch eingeholte Stellungnahmen und eingesandte Gesuche. Sie stellen eine wichtige Gegenüberlieferung zu den Dekanats- und den Pfarrarchiven dar. Sie sind trotz ihrer Verluste von teilw. enormer pfarrgeschichtlicher Bedeutung, u. a. wegen der Visitationsakten, und liefern darüber hinaus wertvolles Material zur Geschichte des Klerus der Erzdiözese Köln.


Bei den Dekanantsakten II handelt es sich um die Fortsetzung des Bestandes „Dekanatsakten I“, jedoch seit ca. 1975 (Gründung der Pastoralbezirke unter der Zuständigkeit jeweils eines Weihbischofs, welcher in seiner Visitationstätigkeit im Gegensatz zu früher nun auf diesen Bezirk ausgerichtet ist) mit deutlich vermehrter Überlieferung in bezug auf die Seelsorge in den Pfarreien. Neben den Visitationsberichten der Erzbischöfe bzw. Weihbischöfe sowie der Dechanten und Definitoren enthalten die Akten nach 1945 zunehmend auch visitationsvorbereitende Unterlagen (etwa seit den siebziger Jahren durch die Planungsabteilung des Generalvikariates zusammengestellt) zum jeweiligen Dekanat und den Pfarreien, ferner Unterlagen zur Durchführung der Visitationen sowie Material, das bei der Visitation übergeben worden ist. Seit 1975 kommen aufgrund der erwähnten Einführung konkreter Zuständigkeitsbereiche für Weihbischöfe diverse Dienst- und Handakten über die einzelnen Pfarreien hinzu (s. u. die „Pfarr- und Visitationsakten“). Diese Unterlagen enthalten auch Vorgänge, die in den Beständen „GVA-Ortsakten“ nicht oder nur teilw. dokumentiert sind. Zum Bestand „Dekanatsakten II (Dekanate und Pastoralbezirke)“ sind stets auch die Nachlässe der Weihbischöfe zu konsultieren (vgl. z. B. den Nachlaß Ferche); vgl. ferner unter CR 14: Dekanate: Errichtung, Umorganisation, Arbeiten, Berichte, Definitoren, Organisation).


>> zum Findbuch GVA-Dekanatsakten I
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