GVA-Ortsakten I und II




Inhalt :
GVA I: Zu einzelnen Pfarreien; ohne die an die Bistümer Aachen und Essen abgetretenen Pfarreien bzw. Dekanate. (Diese Akten wurden nach der Gründung der Bistümer Aachen (1929) und Essen (1958) an dieselben abgegeben. Gleiches gilt für die Akten der 1921 abgetrennten Dekanate Eupen, Malmedy und St.Vith.); 459 lfm. (i.w. 1821/27-1943/45); Kartei.

GVA II: Fortsetzung. Z. Z. 160 lfm.(i.w. 1943-ca. 1975); Listen/Dateien, 6097 VE.


Der Bestand wurde in der Registratur des Generalvikariates formiert und geführt; er enthält die auf einzelne Pfarreien bezogenen Vorgänge der erzbischöfl. Verwaltung, d. h. zumeist die Korrespondenz zwischen Pfarrer (Seelsorger) bzw. Pfarrverwaltung und Generalvikariatsdienststellen. Die Akten zu jeder Pfarrei sind gegliedert in Sachbereiche wie „Pfarrei“ (Pfarrfonds mit Haushalt), „Kirche“, „Stiftungen“, „Kapitalanlagen“, „Küsterstelle“, „Gottesdienst“, „Kirchenangestellte“, ggf. „Friedhof“, „Kloster“ usw. Sie beinhalten alle wesentlichen auf die Kirchengemeinde bzw. Pfarrei bezogenen Aspekte, d. h. die Vorgeschichte und die Pfarrgründung (auch Unterlagen aus der Zeit vor der Erhebung zur selbständigen Pfarrei!), Pfarrumgrenzung, Vermögensausstattung, insbes. die Verwaltung, ferner Kapellen- bzw. Kirchbau mit entsprechenden Bausachen (i. d. R. aber ohne Pläne, die oft nach der Überprüfung durch die bauaufsichtführende Stelle beim Generalvikariat den Bauherren zurückgereicht wurden und daher u. a. in den Pfarrarchiven zu suchen sind), des weiteren Gottesdienst, Seelsorge, diverse Vermögensfragen, Begräbniswesen, Pfarrverwaltung, Kapitalanlagen, Haushaltswesen, Stiftungen versch. Art, Armenverwaltung, kirchl. Angestellte, z. T. Personalia der Geistlichen, Einrichtungen der Pfarrei wie Pfarrheim, Kindergarten, ferner Vereine, Schulen und Schulwesen, abhängige Kapellen, Vikarien, Benefizien etc. Darüber hinaus enthält der Bestand Akten zu in der Pfarrei gelegenen selbständigen oder von Ordensgemeinschaften geführten Einrichtungen wie Klöstern, Krankenhäusern, Fürsorgeheimen, Erholungsheimen u.ä., die für die größeren Städte allerdings seitens der Registratur in den „Überhaupt-Akten“ (siehe den entsprechenden Bestand) vereinigt worden sind. Erste Aktenablieferungen an das AEK zu diesem Bestand erfolgten bald nach dem Zweiten Weltkrieg, und zwar bis zum Stichjahr 1880. 1972 folgten dann die bis zum Jahr 1943 reichenden Akten. Insbesondere die Ortsakten erlitten durch die Zerstörung des Generalvikariatsgebäudes im Jahre 1943 erhebliche Kriegsschäden und -verluste. 315 extrem beschädigte Aktenbände wurden noch 1979 in einem Keller des Generalvikariates unerwartet aufgefunden; sie werden sukzessive restauriert und dem Bestand beigefügt. In der folgenden Auflistung sind diese Akten berücksichtigt, was bedeutet, daß einige der hier mitgezählten Akten aus Erhaltungsgründen noch nicht benutzbar sind. Für wenige Orte (z. B. Holweide oder Dieringhausen) gilt somit, daß z. Z. nur der kleinere Teil benutzbar ist.

Bei der Suche nach Angaben zu einer Pfarrei und ihren ggf. zugehörigen Orten ist in diesem Bestand grundsätzlich zu recherchieren: unter der Pfarrei selbst, unter der jeweiligen Mutterpfarrei, unter allen ehemaligen Filialen bzw. aus der Pfarrei entstandenen jüngeren Pfarreien. Die folgende Auflistung berücksichtigt nämlich i. d. R. nicht neue Kirchen in einem unselbständigen, auf dem Wege zur selbständigen (Rektorats-)Pfarrei befindlichen Bezirk, wenn die Akten noch als Ort(steil) innerhalb der Mutterpfarrei geführt sind. Aufgenommen wurden aber alle anderen Orte bzw. Objekte, die sicher oder möglicherweise nicht im Ort des Pfarrsitzes liegen, ferner Kapellen außerhalb des Pfarrortes sowie sämtliche in der Findkartei verzeichneten besonderen, unter den Pfarrakten nicht zu erwartenden meist klösterl. Einrichtungen. Bei letzteren mußten aus Gründen des Arbeitsaufwandes die oft globalen Angaben („Kloster“) der Aktenkartei sowie die dortige, nicht immer überprüfte Ordensbezeichnung übernommen werden. Zu den älteren Pfarreien bzw. zum kirchl. Leben in den Städten Bonn, Düsseldorf, Euskirchen, Köln (ohne die später eingemeindeten Vororte), Neuss, Solingen und Wuppertal (ehem. Barmen und Elberfeld) ist stets auch der Bestand „GVA-Überhaupt-Akten I“ zu konsultieren. Die Laufzeit wird im folgenden nur angegeben, wenn sie deutlich vor der üblichen Aktenlaufzeit (ca. 1810/25–1943) einsetzt. Bei erst nach 1825 entstandenen Pfarreien sowie den wenigen Kriegsverlusten der ältesten Akten zu einer Pfarrei sind daher etwaige später einsetzende Laufzeiten nicht eigens aufgeführt. Die Ortsnamen werden i. d. R. nicht mit ihrer heutigen kommunalen Zugehörigkeit, sondern in der alten u. nach wie vor üblichen Orts(-teil)namenform wiedergegeben.


Von den 459 lfm. handelt es sich bei schätzungsweise 15–20 lfm. um Haushaltspläne der Zeit nach 1945 (vgl. dazu unten die Vorbemerkungen zum Bestand „GVA-Ortsakten II“), welche in der folgenden Auflistung nicht mitgezählt sind.


Der Bestand "GVA-Ortsakten II" ist die Fortsetzung der „GVA-Ortsakten I“ (Altbestand) und auch in seiner Struktur diesem vergleichbar, jedoch mit leicht verändertem Charakter. Im Gegensatz zum Vorgängerbestand enthält er auch umfangreichere Bauakten, häufig mit Plänen. Kindergärten, Pfarr- und Jugendheime, Vereinshäuser etc. nehmen einen breiteren Raum ein. Neue pastorale Aufgaben führten zur Entstehung neuer Aktenserien, z. B. betr. innermissionarische Aufgaben. Klöster, Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen sind auch — in allerdings geringerem Maße — in dem Bestand „Überhaupt-Akten II“ vorhanden. Krankenhäuser, Altenheime, Fürsorgeheime etc. sind für die Zeit nach 1945 i. d. R. anderen Beständen („Ordensakten“, „Krankenhausakten“ oder „CR II“ bzw. „Generalia II“ (z. B. Akten zu Schulen)) zugeordnet worden. Ortsbezogene Betreffe von übergreifender oder grundlegender Bedeutung sind häufig in „Gen. II“ und „CR II“ zu suchen, so z. B. — unter Gen. II 9. 44 — die diversen Flurbereinigungen. Über Vermögensangelegenheiten der Kirchengemeinden (Pachten, Mieten, Erbbau) bestehen in der Rechtsabteilung des Generalvikariates zahlreiche Akten seit der Nachkriegszeit, die noch nicht archiviert sind. Die Aussonderung der „GVA-Ortsakten II“ bis in die siebziger Jahre ist seitens der Registratur seit 1992/93 im Gange und reicht z. Z. von „A“ wie Alfter (jeweils mit zugehörigen Orten wie Alfter-Gielsdorf usw. (Ablage nach kommunaler Zugehörigkeit)) bis „E“ wie „Euskirchen-Kleinbüllesheim“. In Kürze ist die nächste Ablieferung bis bis Buchstaben „G“ zu erwarten. Über die oben unter „GVA-Ortsakten I“ genannten Pfarreien hinaus sind in den 1950er und v. a. 1960er/1970er Jahren diverse neue Pfarreien entstanden, eine weitere entstand erst 1989. Zwischen 1971 und 1989 sind 4, zwischen 1990 und 1997 8 Pfarreien (wieder) aufgehoben und anderen Pfarrsprengeln zugeschlagen worden. Heute (Juni 1998) bestehen im Erzbistum insgesamt 806 Pfarreien und sonstige Seelsorgebezirke (zum Vergleich: 1953 waren es 651 Pfarreien und 155 sonstige Seelsorgebezirke). In der Zukunft ist mit stark rückläufiger Tendenz zu rechnen. Seit ca. 1993 sind die Seelsorgebereiche (insgesamt ca. 300) eine feste Größe, in denen jeweils zwei oder mehr Pfarreien organisatorisch zusammengeschlossen sind.
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