Metropolitankapitel (Depositum)




Inhalt :
62 lfm. ((1389 ff.), i. d. R. aber 18. Jh.-1955, in wenigen Fällen -1968); Findbuch, 2.882 VE.


Das alte Kölner Domkapitel, Wahlkollegium des Kölner Erzbischofs und vornehmster Landstand im Erzbistum Köln, wurde im Zuge der Säkularisation 1802 aufgehoben. Kurz zuvor war das Erzbistum Köln in seinen linksrhein. Gebieten aufgehoben und durch ein neues Bistum in Aachen ersetzt worden. 1821 wurde das Erzbistum Köln in neuen Grenzen wiederhergestellt und erhielt 1825 ein neues Domkapitel, das Kölner Metropolitankapitel. Dieses hatte eine vollkommen neue und andere Rechtsform und, abgesehen vom Recht, den Erzbischof zu wählen, auch neue Aufgaben und ist damit vom alten Domkapitel klar abzugrenzen.

Das Archiv des Metropolitankapitels wurde im Jahre 1988 im AEK deponiert. Es beinhaltet, abgesehen von ganz wenigen Fällen, in denen einzelne Vorakten bis ins Spätmittelalter zurückreichen, ausschließlich Schriftgut seit seiner Gründung bis 1941/1942 (kriegsbedingte Zäsur in der Aktenbildung), in einzelnen Fällen auch darüber hinaus bis etwa zum Jahre 1955 und ausnahmsweise auch bis 1968. Das Archiv des „alten“ Kölner Domkapitels befindet sich als Depositum des Hauptstaatsarchivs Düsseldorf im Histor. Archiv der Stadt Köln. Splitter davon befinden sich in der Abteilung A des Bestandes „Domarchiv“ im AEK (siehe Beschreibung S. 274f.).

Das im Bestand zusammengeführte Schriftgut entstammt versch. Provenienzstellen. Es entstand teilw. beim Kapitel selbst (Dompropstei), bei einzelnen Domkapitularen, bei der Dompfarrei und der Domkirchen- bzw. Dombauverwaltung, schließlich auch bei den jeweiligen Rendanten. Dazu gehört auch eine Überlieferung mit vermischten Betreffen zu Dompfarrei, Domkirche, Kapitels- und Vermögensverwaltung aus dem 19. Jh., die zunächst um/nach 1920 als Abteilung „L“ des „Domarchivs“ geführt und bei der Verzeichnung des Archivs des Metropolitankapitels diesem wieder zugeführt wurde.

Die inhaltliche Überlieferung des Archivs erstreckt sich auf alle Wirkungsbereiche des Kapitels; das Spektrum reicht von den Wahlen der Erzbischöfe, der Tätigkeit des Kapitels als „consilium episcopi“ über die Ausrichtung des Domgottesdienstes bis zu einer ausgedehnten Vermögensverwaltung und Kassenführung. Während manche historisch sehr bedeutsamen Bestände einen eher geringen Umfang aufweisen, ist das Schriftgut der Hauptgruppen „Vermögensverwaltung“ und „Haushalts- und Kassenwesen“ ausgesprochen stark vertreten und umfaßt mehr als die Hälfte des Gesamtbestandes.


>> zum Findbuch Metropolitankapitel I
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