Erzbischöfl. Diözesanmuseum




Inhalt :
16 lfm., mit Unterlagen über den Verein für christliche Kunst (1844-1987), Findbuch, 247 VE und unverz. Teil.


Der 1851 gegründete „Verein für Christliche Kunst“ (Zweigverein für das Erzbistum Köln) hatte sich die Förderung der Neugotik zum Ziel gesetzt. Motoren waren Weihbischof und Generalvikar Johann Baudri, dessen Bruder, der Kirchenmaler Friedrich Baudri, und August Reichensperger. Neben anderen Aktivitäten strebte man die Einrichtung eines Museums an, in dem beispielhafte mittelalterliche Kunstwerke präsentiert werden sollten. 1854 fand eine erste Ausstellung im Kölner Gürzenich statt, 1855 die eigentliche Eröffnung. Das Diözesanmuseum war zunächst in gemieteten Räumen untergebracht, bis man 1859 ein eigenes Gebäude an der Südseite des Domes erwerben konnte, nämlich das vormalige Offizialat, in dem Reste der alten Bischofspfalz mit der Thomaskapelle erhalten waren. Hier war auch Platz für die sogenannte „Abendgesellschaft“ und für ein „Xylographisches Atelier“, um das sich besonders der Aachener Kanoniker Franz Bock bemühte, das allerdings 1875 wieder aufgegeben wurde.

Mit dem Ende des Historismus änderte sich die Zielsetzung des Diözesanmuseums: In den zwanziger Jahren wurden die Räumlichkeiten umgebaut und neue Statuten erlassen, die die Einengung auf eine bestimmte Kunstrichtung überwanden und gleichermaßen die Erhaltung alter wie die Förderung zeitgenössischer christlicher Kunst zur Aufgabe des Hauses machten. Gerade der letztgenannte Aspekt wurde jedoch bereits ab 1933 durch die Einflußnahme der Nationalsozialisten weitgehend verhindert.

Im Zweiten Weltkrieg waren die Kunstwerke ausgelagert; das Gebäude wurde zerstört. 1948 bis 1963 war das Diözesanmuseum provisorisch in einer ehem. Schule an der Gereonstraße 48 untergebracht. Es sollte bis 1972 dauern, ehe man in einen Neubau am Roncalliplatz umziehen konnte, der noch heute genutzt wird. 1989 wechselte die Trägerschaft vom Verein für Christliche Kunst auf das Erzbistum Köln über. Derzeit befindet sich ein Museumsneubau im Bereich der Ruine der kriegszerstörten ehem. Pfarrkirche St. Kolumba in Planung.

Die Archivalien des Diözesanmuseums wurden 1993 und 1996 in das AEK übernommen; der ältere Teil ist mittlerweile verzeichnet. Wegen der engen Verflechtung mit dem Verein für christliche Kunst muß dessen Überlieferung stets mitberücksichtigt werden (vgl. auch die Nachlässe Friedrich Baudri, Hoster u. Neuß).
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken