GVP - Generalvikariatsprotokolle




Inhalt :
159 Bände, davon 10 Generalvikariat Arnsberg (seit 1794) und 15 Generalvikariat Deutz (seit 1804), (1588-1610, 1661-1825); Benutzung über Mikrofiches; Verzeichnis.


Die GVP enthalten die in latein. Regesten protokollierten täglichen Amtshandlungen der Kölner Generalvikare für die geistl. Verwaltung des Erzbistums Köln, die sie im Auftrage des Erzbischofs vorgenommen haben. (Die weltl. Verwaltung des Kurstaates lag bei der kurfürstl. Kanzlei in Bonn; die darauf bezüglichen Akten befinden sich zum größten Teil im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf.) Die Aufgaben des Generalvikars und damit auch der inhaltliche Umfang der Protokolle sind in der Titulatur des Protokollbandes 2, angelegt 1662, wie folgt umschrieben: „Compendium seu brevis extractus protocolli dispensationum, absolutionum, rehabilitationum, unionum et translationum, approbationum, confirmationum et collationum, provisionum et dimissionum aliorumque actuum in et circa personas et spirituales et ecclesiasticas coram reverendissimo in spiritualibus vicario generali expeditorum“. Der Geltungsbereich der GVP erstreckt sich bis zum Jahre 1794 auf das gesamte Erzbistum Köln, d. h. vom Hochsauerland bis zu den Ardennen (heute in Belgien) und von der Eifel bis zum Niederrhein. Die Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen, die Flüchtung von Erzbischof und Generalvikariat auf die rechte Rheinseite zunächst nach Arnsberg, später der Wechsel des Generalvikariates nach Deutz, die getrennte Aufrechterhaltung der Funktion dieser Behörde im linksrhein. Anteil bis zur Aufhebung des Erzbistums Köln und Gründung des Bistums Aachen führten zu einer Serienspaltung. Die Jahre 1794–1801 sind für das linksrhein. Gebiet in der alten Serie fortgesetzt, die Jahre 1794–1825 in der „Arnsberger“ bzw. „Deutzer Serie“ gesondert geführt. Die in der Regel sehr knappen Protokollnotizen wurden seit 1675 zunehmend ergänzt um Aktenanhänge, in denen Originalbriefe und Gesuche an den Generalvikar, Originale und Kopien von Beweisstücken, päpstl. oder andere Provisionen auf Pergament oder Papier in Original oder Kopie sowie Konzepte von Antworten des Generalvikars zusammengebunden wurden. Der Umfang dieser Aktenanhänge wuchs gegen Ende des 17. Jh. immer stärker an und führte zu mancher Spaltung von Bänden in zwei Teile. Nach 1825 wurden versch. Vorgänge aus einzelnen Bänden herausgelöst und an das neuumschriebene Bistum Paderborn abgegeben; zum Teil erfolgte eine neue Bindung der Protokolle.
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