Bestand 90 Versuchsgrube Tremonia, Dortmund



Laufzeit : 1927-1996



Inhalt : In Ausführung eines Reichstagsbeschlusses wurde die Versuchsgrubengesellschaft mbH am 1. Oktober 1927 vom Deutschen Reich, dem Preußischen Staat und der Knappschafts-Berufsgenossenschaft gegründet. Den letzten Anstoß zur Gründung gab das schwere Explosionsunglück auf der Dortmunder Zeche Minister Stein im Jahr 1925. Zweck des Unternehmens war, auf einer Steinkohlenzeche wissenschaftliche Versuche zur Erforschung und Bekämpfung der Unfallgefahren im Bergbau durchzuführen und dabei besonders die Erforschung von Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen und von Grubenbränden zu betreiben. Hinzu kam die Untersuchung der Einrichtungen für die Seilfahrt und Förderung hinsichtlich der Vermeidung von Unfällen in diesem Bereich. Als Versuchsgrube diente ab 1. Januar 1928 die Zeche Hibernia der gleichnamigen Bergwerksgesellschaft in Gelsenkirchen. Sie musste während des Zweiten Weltkriegs verlassen werden, da in ihrem Grubenfeld noch anstehende Kohle abgebaut werden sollte. Seit 1942 hat die Versuchsgrubengesellschaft ihren Sitz auf der Zeche Tremonia in Dortmund, die als fördernde Zeche bereits im Jahr 1931 stillgelegt worden war. Die Schachtanlage verfügte über zwei Schächte von je 540 m Teufe, ein etwa 6 km langes Streckennetz und ein Grubenfeld von 1,24 Mio. m².

Als zum Ende des Krieges die Stadt Dortmund in das Kampfgebiet geriet, mussten auf Tremonia alle Arbeiten eingestellt werden, woraufhin das Grubengebäude ersoff. Mühselige Sümpfungs- sowie Instandsetzungsarbeiten und ungeklärte Rechtsverhältnisse - 1952 wurde dem Land Nordrhein-Westfalen ein Drittel der Anteile übertragen - behinderten den Wiederbeginn der Arbeiten. Am 1. Januar 1970 ging die Schachtanlage Tremonia - bis dahin im Besitz der Gelsenberg AG und der Hansa Bergbau AG - in das Eigentum der Versuchsgrubengesellschaft über.

Die Untersuchungsarbeiten wurden in engem Kontakt zu den Bergbehörden, zu den Prüfinstitutionen der Westfälischen Berggewerkschaftskasse sowie den Forschungseinrichtungen des Steinkohlenbergbauvereins durchgeführt.

Ende 1996 stellte die Versuchsgrube - inzwischen im Besitz der DMT-Gesellschaft für Forschung und Prüfung - ihren Unter-Tage-Versuchsbetrieb ein. Seit 1946 waren rund 5 000 Explosions- und rund 8 800 Brandversuche in der Versuchsgrube durchgeführt worden. Die beiden Schächte wurden nach der Stilllegung ab der zweiten Sohle verfüllt. Die stark reduzierten übertägigen Arbeitsfelder wurden teilweise mit denen der Versuchsstrecke in Dortmund-Derne bzw. der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zusammengelegt. Geschäftsführung/Verwaltung
Gesellschafterversammlungen/Aufsichtsrat
Organisations-, Betriebs und Wirtschaftspläne
Zechenbücher/Schlussberichte zu Forschungsprojekten/Jahresberichte/Besuche
Explosionen/Sprengwesen
Explosionsversuche (rund 300 Ordner)
Sperren/Dämme
Sprengen
Zündmittel
Staubbekämpfung/Staubbindung
Ausbildung Staubsteiger
Auslösesperren
Konzessionsunterlagen zu Schächten
Unterlagen zu einzelnen Grubenunglücken
Geräteunterlagen
Internationale Zusammenarbeit
Fotosammlung
Filme/Videos


Umfang : 100 m (unverzeichnet)

Verweis : Ergänzungsüberlieferungen im Bergbau-Archiv: Bergbau-Verein (Bestand 16), Hauptstelle für das Grubenrettungswesen (Bestand 17), Westfälische Berggewerkschaftskasse (Bestand 120), Berggewerkschaftliche Versuchsstrecke (Bestand 200)

Literatur : 50 Jahre Versuchsgrubengesellschaft mbH 1927-1977, Herne 1977.
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