Bestand 62 Dolomit-Grube Dr. Geier, Waldalgesheim (Hunsrück)



Laufzeit : 1900 - 1972



Inhalt : Waldalgesheim liegt im östlichen Teil des Hunsrück am Südhang des Soonwaldes. Der kontinuierliche Abbau der Mangan-Brauneisenlagerstätte der Waldalgesheimer Mulde, ehemals eine bedeutende Lagerstätte in Deutschland, begann 1880 durch die Gebrüder Wandesleben im Tagebau. Bis zur Betriebsschließung 1971 wurden in den Grubenfeldern insgesamt 6,4 Mio. t Eisenmanganerz abgebaut. 1885 ließ Dr. Heinrich Claudius Geier im Grubenfeld Amalienshöhe den ersten Schacht abteufen. 1904 brachten die Erben der Firma Dr. Geier den Familienbesitz in die 1 000-teilige Gewerkschaft Braunsteinwerke Dr. Geier ein, deren wirtschaftlicher Aufschwung 1910 mit dem Abbau des Glockenwiesenlagers von Waldalgesheim einsetzte. 1911 kam es zum Ankauf des gesamten Grubenbesitzes der Gebr. Wandesleben GmbH (Gruben Concordia und Elisenhöhe, Grubenfeld Waldalgesheim). 1917 wurde das absolute Fördermaximum mit 240 853 t erreicht und mit den Arbeiten an der neuen Hauptschachtanlage auf der Stöckerthöhe begonnen. Das Erz wurde teils als Eisenmanganerz an Hüttenwerke, teils als Farberz an die Keramikindustrie abgesetzt. 1918 erwarben die Mannesmannröhren-Werke AG, Düsseldorf, 673 Kuxe der Gewerkschaft, 1926 27 weitere Anteile. 1939 wurde der Grubenbetrieb der Bergbauabteilung Gießen der Mannesmannröhren-Werke AG unterstellt.

Von 1945 bis 1950 war die Gewerkschaft der französischen Militärregierung unterstellt, dann ging die Verwaltung wieder auf die Mannesmann AG über. 1952 verlor die Gewerkschaft Braunsteinwerke Dr. Geier infolge der Neuorganisation der Montanindustrie ihre Selbstständigkeit und wurde in die Gewerkschaft Mannesmann, Düsseldorf, eingegliedert. Die verbliebenen Erzgruben Amalienshöhe, Elisenhöhe und Heerberg wurden in den 50er Jahren ausgebaut und modernisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Scheibenbruchbau durch das Firstenstoßbauverfahren ergänzt. 1954 begann der Abbau der großen Dolomitvorkommen im Bruchbau.

Seit Mitte der 50er Jahre zeichnete sich die Erschöpfung der Manganlagerstätten ab. Ab 1964 wurde der Rohdolomit zum Teil zu Dolomitsinter weiterverarbeitet. Ende 1971 wurde der Grubenbetrieb eingestellt.

Bei diesem Bestand handelt es sich um Restakten aus einer ehemals bestandenen Registratur, deren Aufbau und Umfang die lückenhafte Überlieferung aber nicht mehr erkennen lässt. Gebr. Wandesleben GmbH 1900-1908 (1)
Betriebspläne/Berichte 1907-1972 (8)
Zechenbücher/Bergamt Kreuznach 1947-1972 (6)
Belegschaft 1952-1971 (4)
Dolomit- und Erzförderung 1937-1971 (13)
Investitionen 1958-1965 (2)
Betriebsauflösung 1971-1972 (1)
Diplomarbeiten (3)
Karten/Pläne/Risse

Umfang : 1 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Mannesmann-Archiv, Düsseldorf: Erzbergbau (Bestand M 75)
Ergänzungsüberlieferung im Hessischen Wirtschaftsarchiv, Darmstadt: Metallgesellschaft AG (Bestand Abt. 119)
Ergänzungsüberlieferung im Landeshauptarchiv Koblenz: Acta betreffend Braunsteinbergwerke Waldalgesheim (Bestand 467/2777)

Literatur : Erich Stalp: Ausbau einer Hauptförderstrecke im Torkretier-Verfahren, in: Erzmetall 25, 1962, S. 408-412.
Wilhelm Regling: Der Abbau von Manganerzen im Soonwald, in: Der Anschnitt 18, 1966, S. 11-16.
Erich Stalp: Vergleich untertägiger Schießarbeit mit dem losen ANC-Sprengstoff Andex 1 und mit Donarit 1-Patronen, Nobel-Heft 5/6, 1968, S. 205-216.
Wilfried Rosenberger: Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke, Bd. 3, Bad Marienberg 1971.
Klaus Klemp: Grube Dr. Geier. Monument des deutschen Erzbergbaus, Biebertal 1987.
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