Bestand 155 Verband oberer Bergbeamten e. V., Essen



Laufzeit : 1949 - 1967



Inhalt : Im Zuge der revolutionären Erschütterungen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1919 der Verband oberer Bergbeamte ins Leben gerufen. Die Gründung war vor allem Folge der ablehnenden Haltung eines Teiles der mittelständischen Angestelltengewerkschaften, in ihre Reihen auch leitende Grubenbeamte, Fahrsteiger und Betriebsführer ("Oberbeamte") aufzunehmen. Ausgehend von der Bochumer Betriebsführervereinigung formierte sich der Verband durch die rasche Bildung von Bezirksvereinen in den Ruhrgebietsmetropolen. 1920 schloss sich der Verband oberer Bergbeamte der Vereinigung der leitenden Angestellten in Handel und Industrie (Vela), der Spitzenorganisation der außertariflichen Angestellten, an und offenbarte mit diesem Schritt endgültig seine antigewerkschaftliche Grundhaltung. Vorausgegangen waren Initiativen des Verbandes oberer Bergbeamte beim Zechenverband zur stärkeren Berücksichtigung eigener Sonderinteressen. Die daraufhin vom Zechenverband vorgelegten Richtlinien begründeten die außertarifliche Regelung der Bezüge der "Oberbeamten": Ein Sonderverhältnis, das dem Zechenverband weitgehende Einflussmöglichkeiten auf die Betriebsführung eröffnete und zudem einer einheitlichen Front der Tarifangestellten entgegenwirkte. Weitere Vergünstigungen, etwa die Schaffung spezieller Unterstützungskassen, die ausschließlich Mitgliedern des Verbandes oberer Bergbeamte vorbehalten waren, sicherten der Wirtschaft die Loyalität des Verbands, der vor diesem Hintergrund ein eigenes Elitebewusstsein entwickelte. Bis 1930 war nahezu die Gesamtheit seiner potenziellen Mitglieder dem Verband beigetreten.

Nach der Auflösung des Verbandes 1933 erfolgte im Jahr 1947 seine Wiederbegründung. Er arbeitete seit 1969 unter der Bezeichnung Verband der Führungskräfte in Bergbau, Mineralölindustrie und Kraftwirtschaft e. V., setzte ab Mitte der 80er Jahre seine Tätigkeit unter der Bezeichnung Verband der Führungskräfte in Bergbau undEnergiewirtschaft fort und trug schließlich Ende der 80er Jahre mit einer weiteren Umbenennung in Verband der Führungskräfte in Bergbau, Energiewirtschaft und Umweltschutz e. V. der zunehmenden Bedeutung der im Umweltschutz Tätigen Rechnung. Satzungen
Vorstandssitzungen
Ausschusssitzungen
Haushaltspläne
Verbandsneuaufnahmen und Austritte, gegliedert nach Bezirksgruppen
Verbandstage
Internationale Zusammenarbeit
Gesetz 75/Schriftverkehr mit der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung zu Fragen der Neuordnung im Steinkohlenbergbau
Schriftwechsel mit dem Bochumer Verband betr. Versicherungsfragen
Arbeitsrechtliche Fragen
Rundschreiben
Schriftwechsel zwischen Verbandsmitgliedern
Schriftwechsel mit Bezirksgruppen
Schriftwechsel der Union der leitenden Angestellten (ULA) mit dem Verband oberer Bergbeamte als Unionsmitglied
Grubenunglück auf der Grube Luisenthal 1962/Rechtsverfahren/Untersuchungsausschuss des Saarländischen Landtags/Gutachten

Umfang : 1,3 m (unverzeichnet)

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Helmut Weindorf (Bestand 148)

Literatur : Helmuth Trischler: Steiger im deutschen Bergbau. Zur Sozialgeschichte der technischen
Angestellten 1815-1945, München 1988.
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