Bestand 158 Bergmannstisch, Bochum



Laufzeit : 1922 - 1993



Inhalt : Besondere Benutzungsbedingungen
Der Bergmannstisch Bochum wurde im Jahr 1915 durch Bergrat Carl Dobbelstein und die Bergwerksdirektoren Emil Sträter und Dr. Wilhelm Wollenweber gegründet, um "auch während des Krieges den Zusammenhalt nach Innen und Außen aufrecht zu erhalten". Während der ersten zwei Jahre traten dem Verein zunächst drei weitere Mitglieder bei. Nach Ende des Ersten Weltkrieges erhöhte sich die Mitgliederzahl allmählich: In der Zeit von 1922 bis 1929 stieg ihre Zahl von 22 auf 32. Während der 50er Jahre zählte der Bergmannstisch sogar ca. 50 Mitglieder. In der Folgezeit verringerte sich die Anzahl der Mitglieder jedoch wieder: Gehörten dem Bergmannstisch 1970 noch 47 Mitglieder an, so war ihre Zahl im Jahr 1985 auf 33 gesunken.

Im ersten und zweiten Jahr des Bestehens des Bergmannstisches fanden die "Bergmannsabende" im Bochumer Restaurant Kortum statt. 1917 wurde der Bergmannstisch in die Gaststätte Harmonie am Stadtpark verlegt. Aufgrund der kriegsbedingten Schließung der Harmonie am 31. März 1943 wurde das Parkhotel Haus Rechen neuer Treffpunkt des Vereins. Ab 1961 traf sich der Stammtisch im Restaurant Haupt im Bahnhofshotel, bis auch dieses geschlossen wurde. Am 1. Dezember 1980 erfolgte daher der Umzug in das Restaurant Humboldteck, welches jedoch schon zwei Jahre später durch Haus Diana abgelöst wurde. Das Jahr 1984 brachte erneut einen Wechsel des Versammlungslokals mit sich, von nun an tagte man im Restaurant Wenderoth an der Castroper Straße, nach dessen Abriss im Alten Bergamt im Deutschen Bergbau-Museum. Während die Treffen des Bergmannstisches zunächst jeden Donnerstag stattfanden, traf man sich seit dem 21. Juli 1947 nur noch alle 14 Tage, an jedem 1. und 3. Montag im Monat.

Als Präsident des Stammtisches fungierte ab 1922 das Gründungsmitglied Carl Dobbelstein. Nach seinem Tod im Jahr 1927 wurde der bisherige Alterspräsident Fritz Hohendahl sein Nachfolger. Ab 1937 war Professor Paul Kukuk Vorsitzender, nun "Ortsältester" genannt. Als er am 16. November 1959 sein Amt niederlegte, wurde er zum Ehrenpräsidenten des Bergmannstisches ernannt. Am selben Tag erfolgte die Wahl von Werner Brenken zum neuen Ortsältesten. Nach dessen Amtsniederlegung 1972 löste ihn Oberbergrat i. R. Hermann Hobrecker ab, der am 19. Januar 1981 seinerseits aus Krankheitsgründen zurücktrat. Der neue Ortsälteste Dr.-Ing. Wilhelm Grönemeyer wurde 1984 wieder gewählt.

Im Jahr 1922 begannen die Stammtischmitglieder regelmäßig Protokollbücher, auch als Gästebücher bezeichnet, zu führen. Neben Anwesenheits- und Mitgliederlisten finden sich darin Aufzeichnungen und Illustrationen bzw. Fotos, die das aktive Vereinsleben dokumentieren. Ein besonderes Ereignis stellt stets das jährliche Barbarafest dar. Weihnachtsfeiern und Ausflüge "mit Damen", Betriebsbesichtigungen sowie Vortragsabende waren zu jeder Zeit fester Bestandteil der Bergmannstisch-Aktivitäten. Am 28. Juni 1975 wurde unter Anwesenheit von 40 Mitgliedern und Gästen das 60. Stiftungsfest gefeiert. Zu diesem Anlass verfasste Hermann Hobrecker eine Chronik mit dem Titel "Geschichtliche Entwicklung des Bochumer Bergmannstisches während der Zeit von 1915-1975". 1990 konnte das 75-jährige Jubiläum des Vereins begangen werden. Zu dem am 12. November im Deutschen Bergbau-Museum Bochum aus diesem Anlass veranstalteten Empfang fanden sich 60 Mitglieder und Gäste ein. Protokollbücher des Bergmannstisches 1922-1993 (8)
Anschriftenliste des Bergmannstisches April 1969 (1)
Schriftwechsel bzgl. Bergmannstisch-Chronik (1)
Fotos

Umfang : 0,3 m
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